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Auf dieser Seite: Bankenstruktur 

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Neuordnung der Landesbankenstruktur
Antrag der Fraktion der FDP

HSH-Krise: Opposition fordert stärkere Einmischung des Landes

Regierung will Konzept des Vorstands abwarten / Wiegard schließt Fusion nicht aus

Kiel (SHL/10.12.) Die Opposition hat die Landesregierung aufgefordert, ein eigenes Konzept zur Zukunft der angeschlagenen HSH Nordbank vorzulegen und „endlich reinen Wein einzuschenken". Oppositionsführer Wolfgang Kubicki (FDP) warf Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Finanzminister Rainer Wiegard (beide CDU) Untätigkeit in der aktuell geführten Diskussion über die Sanierung und die Kapitalaufstockung der Bank sowie über mögliche Fusionen von Landesbanken vor. Dieses Schweigen gefährde die Interessen der schleswig-holsteinischen Steuerzahler und auch den Standort Kiel, so Kubicki. Dem schloss sich Monika Heinold (Grüne) an: „Die Landesregierung hat noch nicht einmal die Idee von einem Konzept – und der Ministerpräsident schweigt."

Zuvor hatte Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) in einem von den Liberalen beantragten Regierungsbericht auf das Sanierungskonzept verwiesen, das der Vorstand der Nordbank bis Mitte Januar erarbeiten will. Wiegard bezeichnete verschiedene Szenarien als „denkbar": sowohl eine Fusion der deutschen Landesbanken zu nur noch drei Instituten als auch eine „funktionale Zusammenarbeit".

Verschiedene Landesbanken sind wegen der internationalen Finanzmarktkrise in die Schieflage geraten – neben der Bayern LB und der Landesbank Baden-Württemberg LBBW auch die HSH Nordbank, an der Schleswig-Holstein mit 29,1 Prozent beteiligt ist. Daraufhin haben mehrere Ministerpräsidenten und der Sparkassenverband Fusionen der derzeit sieben Landesbanken wie auch Kooperationen der bestehenden Institute in bestimmten Geschäftsfeldern ins Gespräch gebracht. Bei einem denkbaren Zusammenschluss der HSH mit der niedersächsischen Nord/LB könnten Medienberichten zufolge Kieler Bank-Jobs nach Hannover abwandern. „Es kann nicht sein, dass landauf, landab alles diskutiert wird – nur hier in Schleswig-Holstein nicht", monierte auch Anke Spoorendonk (SSW).

Regierungsfraktionen wollen erst Fakten abwarten

Frank Sauter (CDU) und Günter Neugebauer (SPD) unterstützten in der emotionellen Debatte die abwartende Haltung des Ministers. „Auch wenn ich es für notwendig halte, dass wir uns rechtzeitig eine klare Vorstellung von der zukünftig angestrebten Struktur der Landesbanken machen, müssen wir feststellen, dass wir wenig wissen, einiges ahnen und viele Gerüchte hören", sagte Sauter. Und Neugebauer betonte: „Es ist heute zu früh, über die künftige Struktur der HSH zu sprechen." Es gehe zunächst einmal darum, der HSH Liquidität und Eigenkapital zu beschaffen und Lehren aus der Krise zu ziehen.

Die Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg hatte im Laufe des Jahres ihre Gewinnerwartung mehrmals nach unten korrigiert. Zum 30. September hatte die Bank einen Verlust von 360 Millionen Euro sowie Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden für das laufende Jahr angegeben. Zudem gibt es Hinweise auf weiteren Abschreibungsbedarf aus Kapitaltransaktionen aus dem Jahr 2008. 

Durch diese Verluste fallen auch die Dividendenzahlungen an den Landeshaushalt in Höhe von rund 70 Millionen Euro pro Jahr bis auf weiteres weg. Ende November hat die HSH Nordbank die Zusicherung erhalten, den Rettungsschirm des Bundes nutzen zu können. 30 Milliarden Euro aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) stehen als Liquiditätsgarantien bereit. Aktuell wird in der HSH dem Vernehmen nach über die Ausgliederung von Risikopositionen im Wert von rund 50 Milliarden Euro in eine externe Gesellschaft, eine so genannte "Bad Bank", diskutiert.

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Hintergrund:
Auf Antrag der FDP legt die Landesregierung ihre Position zur aktuell diskutierten Neustrukturierung der deutschen Landesbanken dar.

Verschiedene Landesbanken sind wegen der internationalen Finanzmarktkrise in die Schieflage geraten, darunter die HSH Nordbank, an der Schleswig-Holstein mit knapp 30 Prozent beteiligt ist. Die Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg hatte im Laufe des Jahres ihre Gewinnerwartung mehrmals nach unten korrigiert. Zum 30. September hatte die Bank einen Verlust von 360 Millionen Euro sowie Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden für das laufende Jahr angegeben. Zudem hatte Landesfinanzminister Rainer Wiegard (CDU) in der November-Sitzung des Landtages bekannt gegeben, dass es „neue Hinweise auf möglicherweise weiteren erheblichen Abschreibungsbedarf aus Kapitaltransaktionen aus dem Jahr 2008" gebe. Durch diese Verluste fallen auch die Dividendenzahlungen an den Landeshaushalt in Höhe von rund 70 Millionen Euro pro Jahr bis auf weiteres weg.

Fusionen im Gespräch

Weitere krisengeschüttelte Institute sind die Bayern LB, die durch eine Zehn-Milliarden-Kapitalerhöhung des Freistaats Bayern und Milliardengarantien des Bundes gestützt wird oder die Landesbank Baden-Württemberg LBBW, die staatliche Hilfen in Höhe von 5,5 Milliarden bekommt. Vor diesem Hintergrund wurde in den vergangenen Wochen in den Medien über mögliche Fusionen von Landesbanken spekuliert. So ist ein Zusammenschluss der HSH mit der Nord/LB im Gespräch, der Bank von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Auch eine Fusion der HSH mit der LBBW wird demnach diskutiert. Im Gespräch ist dem Vernehmen nach auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft mehrerer Bundesländer, die die Problemkredite der Landesbanken abwickelt.

Ende November hat die HSH Nordbank die Zusicherung erhalten, den Rettungsschirm des Bundes nutzen zu können. 30 Milliarden Euro aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) stehen als Liquiditätsgarantien bereit. Zudem streben die Anteilseigner (Schleswig-Holstein mit 29,1 Prozent, Hamburg mit 30,4 Prozent, die schleswig-holsteinischen Sparkassen mit 14,8 Prozent sowie der US-Investor J.C. Flowers mit 25,7 Prozent) eine Erhöhung der Eigenkapitalquote an.

Werden Risikopositionen ausgegliedert?

Dies könnte nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" durch die Ausgliederung von Risikopositionen im Wert von rund 50 Milliarden Euro in eine externe Gesellschaft geschehen. Die Maßnahme habe zum Ziel, die Kernkapitalquote der Bank auf mindestens acht Prozent anzuheben. Offen sei noch, wie viel frisches Geld die Eigentümer zusätzlich liefern müssen, berichtet das Magazin. Die HSH Nordbank komme damit den Forderungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung nach. Der SoFFin hat im Gegenzug für ihre Liquiditätsgarantien bis Ende Februar ein Sanierungskonzept von der HSH verlangt.

Vorherige Debatte zum Thema Finanzmarkt:
plenum-online, November 2008

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