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Auf dieser Seite: Volksinitiative Realschulen 

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Volksinitiative für die Erhaltung der Realschulen
Antrag der Volksinitiative – Drucksache 16/2267
(Ausschussüberweisung am 9. Oktober 2008)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses

Drs.: 16/2329
Protokoll


Volksinitiative für den Erhalt der Realschulen gescheitert

Kiel (SHL/12.12.) Mit breiter Mehrheit hat der Landtag die Volksinitiative für den Erhalt der Realschulen im Lande abgelehnt. CDU, SPD, Grüne und SSW wiesen den Vorstoß auf Empfehlung des Bildungsausschusses zurück. Die Antragsteller hätten nicht ausreichend deutlich machen können, dass die Qualität des Unterrichts sinken würde, wenn die Realschule in der Regionalschule aufgeht, hieß es aus den Reihen der Koalitionsfraktionen. Das Land trage mit der im Schulgesetz verankerten Entscheidung zudem der demografischen Entwicklung Rechnung.

Der SSW und die Grünen schlossen sich dem Votum an, wiederholten aber ihre Forderung nach einem eingliedrigen Schulsystem für die gesamte Mittelstufe. Die Liberalen unterstützten die Volksinitiative. Sie vertraten ihre bekannte Position, die Realschule habe sich als qualitativ hochwertige Schule bewährt.

Die Initiatoren der Volksinitiative können jetzt versuchen, ein Volksbegehren zu starten. Das Begehren wäre erfolgreich, wenn es von mindestens fünf Prozent der Stimmberechtigten unterstützt wird – das sind derzeit rund 110.000 Bürger. Die Frist hierfür beträgt sechs Monate.

Hauptredner: Sylvia Eisenberg (CDU), Detlef Buder (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
Die Volksinitiative für den Erhalt der Realschulen steht im Landtag vor der Ablehnung. CDU, SPD und Grüne stimmten im Bildungsausschuss gegen den Vorstoß, lediglich die FDP unterstützten ihn. Zuvor hatte der Petitionsausschuss die Vertrauenspersonen der Initiative angehört (s. auch Umdruck 16/3579 ).

Die Initiative will die Regelung aus dem neuen Schulgesetz rückgängig machen, wonach alle Realschulen bis 2010 durch Regional- oder Gemeinschaftsschulen ersetzt werden. Die Realschule sei eine „leistungsfähige und gesellschaftlich weitgehend akzeptierte Schulform", betonen die Initiatoren.

Demgegenüber bekräftigt die Ausschussmehrheit ihre Argumente für eine Neustrukturierung des Schulsystems: Sie bringe „mehr individuelle Förderung durch längeres gemeinsames Lernen und durch höhere Durchlässigkeit zwischen den Schularten". Dies sei die richtige Konsequenz aus den PISA-Studien.

VDR ist der Wortführer

Die Initiative wird wesentlich vom Landesverband der Deutschen Realschullehrer (VDR) getragen. Der hatte im Frühjahr mehr als 25.000 Unterschriften für sein Anliegen gesammelt und damit das nötige Quorum von 20.000 erfüllt.

Mit dem neuen Schulgesetz hat Schleswig-Holstein als erstes Bundesland die Gemeinschaftsschule als neue Schulart erhalten. Hier sollen die Schüler bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen. Die Gemeinschaftsschulen bieten die Abschlüsse von Haupt- und Realschule sowie den Übergang zur gymnasialen Oberstufe an, die sie auch selbst haben können. Bis 2010 sollen alle integrierten Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen entwickelt werden. Außerdem werden Haupt- und Realschulen zu so genannten Regionalschulen zusammengeführt. Dort gibt es eine gemeinsame Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6), erst danach trennen sich die Bildungsgänge Hauptschule (bis 9. Klasse) und Realschule (bis 10. Klasse). Inzwischen gibt es im Lande 55 Gemeinschaftsschulen, und 35 Regionalschulen.

Lehnt das Parlament die Volksinitiative ab, können die Initiatoren ein Volksbegehren starten (siehe nachstehendes Stichwort).

Vorherige Debatte zum Thema Realschulen / Regionalschulen:
plenum-online,
Juli 2008

Stichwort: Volksinitiative, Volksbegehren, Volksentscheid
  
Schleswig-Holstein kennt ein dreistufiges Verfahren der Bürgerbeteiligung, bestehend aus Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid.

Eine Volksinitiative kann mit den Unterschriften von 20.000 Stimmberechtigten Bürgern eingeleitet werden. Entscheidet der Landtag innerhalb von vier Monaten nicht oder ablehnend über den Antrag der Volksinitiative, kommt es zu einem Volksbegehren. Das Begehren ist erfolgreich, wenn es von mindestens fünf Prozent der Stimmberechtigten unterstützt wird – das sind derzeit rund 110.000 Bürger. Die Unterschriften dürfen nicht frei gesammelt, sondern müssen in amtlichen Eintragungsräumen geleistet werden. Die Frist hierfür beträgt sechs Monate.

Beim anschließenden Volksentscheid, der innerhalb von neun Monaten nach dem Volksbegehren durchzuführen ist, gilt der vorgelegte Gesetzentwurf als angenommen, wenn ihm mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmen.

In Schleswig-Holstein verlief bislang ein Volksentscheid erfolgreich: 1998 lehnten die Schleswig-Holsteiner die Einführung der umstrittenen Rechtschreibreform ab – mehr als 41 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen die Reform. Allerdings hob der Landtag von Schleswig-Holstein diese Willensbekundung des Souveräns nicht einmal ein Jahr nach dem Volksentscheid auf und beschloss, die Rechtschreibreform an den Schulen des Landes einzuführen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

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Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Zitate des Jahres 2008

Ein "Raum der Stille"

F i n a n z e nt

2. Lesungen:
Haushalt 2009/2010
Beamtenbesoldung
(ohne Aussprache)
Grunderwerbssteuer
(ohne Aussprache)
Antrag:
Landesbanken-Struktur
Berichte:
Haushaltsrechnung 2006
(ohne Aussprache)
Haushaltsrechnung 2007
(ohne Aussprache)
LRH-Entlastung
(ohne Aussprache)

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
Landesbauordnung
Politiker Bezüge
Direktwahl Landräte
Verwaltungsgesetz / Kirchenaustrittsgesetz
(ohne Aussprache)
Landes-Schlichtungsgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Direktwahl Landräte
Berichte:
BKA-Gesetz
Jugendstrafrecht
Kampfmittel-Bergung
(ohne Aussprache)
Minderheitenpolitik
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Nichtraucher-Schutzgesetz
(ohne Aussprache)
Kriegsopferfürsorge-Gesetz
(ohne Aussprache)
Wahl:
Behindertenbeauftragter
(ohne Aussprache)
Anträge:
Arzneimittel-Versandhandel
Pflegestützpunkte
Grünland
Hartz IV / Kindergeld- und Wohngeldzuschlag
Berichte:
AKW-Gespräch
KiTa-Mahlzeiten
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Berufsbezeichnung Ingenieure
(ohne Aussprache)
Wahl:
Kulturstiftung
(ohne Aussprache)
Anträge:
PISA-Ländervergleich
Partikeltherapie-Zentrum
(ohne Aussprache)
Berichte:
Volksinitiative Realschulen
Zielvereinbarung mit den Hochschulen
Lehrerausbildung Uni Flensburg
(ohne Aussprache)
Minderheiten-Aspekte im Schulgesetz
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Investitionspaket
Kohlekraftwerke
Berichte:
Tourismuswirtschaft
Norddt.Hafen-Kooperation
Wettbewerb / Bahnnetze
(ohne Aussprache)
Hinterlandanbindung Fehmarnbelt-Querung
(ohne Aussprache)
Bundesstraße 5
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
Immissionsschutz
(ohne Aussprache)
Anträge:
EU-Agrarsubvention
Klimaschutzziele

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Kaliningrad-Kooperation
(ohne Aussprache)