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Auf dieser
Seite: Zielvereinbarung
Hochschulen
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Top 45:
Zielvereinbarungen
für die Jahre 2009 bis 2013 zwischen dem Land
Schleswig-Holstein und den Hochschulen in Verbindung mit
dem Antrag auf Zustimmung des Landtages zu der
Vereinbarung der Zuweisungen an die Hochschulen über
mehrere Jahre gem. § 11 Abs. 1 Hochschulgesetz (HSG)
Federführend
ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr |
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Bildungsexperten im
Gespräch:
Jürgen Weber (SPD/li.) und Ekkehard Klug
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Hochschulen: Marnette
fordert Profilschärfung, Abgeordnete beklagen Unterfinanzierung
Kiel (SHL/12.12.) Mit jährlich gut 240 Millionen Euro
Zuschüssen bis 2013 will die Große Koalition den
schleswig-holsteinischen Hochschulen „planbare Rahmenbedingungen"
verschaffen. Das erklärte Wissenschaftsminister Werner Marnette (CDU)
bei der Vorstellung der Zielvereinbarungen, die das Land mit den neun
Universitäten, Musik-, Kunst- und Fachhochschulen im Norden für die
nächsten fünf Jahre abgeschlossen hat. Mit „Profilbildung und
Profilschärfung" solle Schleswig-Holstein ein „national
bedeutender und international wettbewerbsfähiger
Wissenschaftsraum" werden, so der Minister. Insbesondere die
Opposition schlug allerdings kritische Töne an: Die Hochschullandschaft
im Norden sei chronisch unterfinanziert. Das gelte vor allem für die
Uni Flensburg.
Größter Empfänger ist die Kieler Christian Albrechts
Universität (CAU) mit 141,4 Millionen im Jahr 2009. Es folgen die Uni
Lübeck (23,5 Millionen), die Fachhochschule Kiel (19,2 Millionen), die
Uni Flensburg (16,7 Millionen) und die Fachhochschule Lübeck (15,9
Millionen). Mit den Zuschüssen sind Vorgaben für die inhaltliche
Schwerpunktbildung der Hochschulen verbunden – etwa die Meeres- und
Nanowissenschaften in Kiel und die Biomedizintechnik in Lübeck. Die
Mittel würden „nicht nach dem Gießkannenprinzip" vergeben,
betonte der Minister. So erhalte die CAU einen Extra-Zuschlag, um in der
nächsten Runde der bundesweiten Exzellenzinitiative erneut mithalten zu
können.
FDP: „Mangelhafte" Planungen / Koalition
verhalten
Die Planungen der Landesregierung seien „mangelhaft",
konterte Ekkehard Klug (FDP). Er schloss sich der im Sommer geäußerten
Kritik des Hochschulrates an, der „eine strategische, mittel- bis
längerfristige Zielsetzung" vermisst. Dies sei angesichts der
Ergebnisse des jüngsten Bildungsgipfels und des Bundes-Hochschulpakts
dringend erforderlich. „Hat die Landesregierung doch noch die Kraft zu
einem echten Dialog mit dem Universitätsrat?", fragte der
Bildungsexperte der Liberalen. Auch Angelika Birk (Grüne) lehnte die
Zielvereinbarungen in der vorgelegten Form ab. Denn: Sie enthielten
keine wirksamen Maßnahmen gegen die schlechten Studienbedingungen im
Lande, zum Beispiel gegen die überfüllten Hörsäle und die hohen
Durchfallquoten.
Auch Niclas Herbst (CDU) beklagte die „allgemeine
Unterfinanzierung" der Hochschulen im Norden. Dies sei das Ergebnis
der „Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte". Insbesondere die
Ausweitung vieler Einrichtungen in den 90er Jahren habe zu einer „strukturellen
Unterfinanzierung" geführt, so Herbst. Trotz seiner prinzipiellen
Zustimmung schlug Jürgen Weber (SPD) ebenfalls kritische Töne an. So
forderte der hochschulpolitische Sprecher seiner Fraktion eine
Weiterentwicklung in der Lehrerausbildung entsprechend der derzeit
laufenden Umgestaltung des Schulsystems. Und: Die Qualität der Lehre
müsse an den Unis mit der Entwicklung der Forschung Schritt halten.
Uni Flensburg im Brennpunkt
Anke Spoorendonk (SSW) rückte die Probleme an der Uni
Flensburg in den Blickpunkt, an der vor allem Lehrer ausgebildet werden:
„In Flensburg liegt die relativ am schlechtesten ausgestattete
Universität Norddeutschlands." Erst mit einer Zuschusserhöhung
werde es möglich sein, „Zielvereinbarungen zu entwickeln, die auch
umgesetzt werden können". Hintergrund: Laut einem Expertenpapier
der „Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover"
(ZEvA), die den Studiengang Vermittlungswissenschaften überprüft hat,
gibt es an der Uni zu wenig Lehrpersonal: Es fehlten vier bis sieben
Professoren und elf bis 13 Mitarbeiter.
Konsequenz: Die ZEvA hat der Universität die
Akkreditierung für den Bachelor-Studiengang Vermittlungswissenschaften
vorübergehend entzogen. Die Hochschule hat nun 18 Monate Zeit, die
Situation zu verbessern. Auch die von der Koalition beschlossenen
Nachbesserungen reichten hierfür nicht aus, klagte Spoorendonk. Dem
widersprach Minister Marnette: Die Uni erhalte 1,4 Millionen Euro mehr
für neue Stellen sowie einen Personal-Sonderfonds von 600.000 Euro. Vor
diesem Hintergrund hoffe er, dass auch die Uni Flensburg, die als
einzige Einrichtung die Zielvereinbarungen noch nicht akzeptiert hat,
bald unterschreibt.
Letztlich stimmten CDU und SPD für die
Mittelzuweisungen an die Hochschulen, die Opposition war dagegen.
Hintergrund:
Die Landesregierung präsentiert ihren Bericht zu den
Zielvereinbarungen, die das Land mit den Hochschulen für
die Jahre 2009 bis 2013 abgeschlossen hat.
Demnach
sind im neuen Doppelhaushalt im kommenden Jahr insgesamt
244,1 Millionen Euro für die neun Universitäten und
Fachhochschulen im Lande vorgesehen. 2010 sind es 238,4
Millionen. In den Jahren 2011 bis 2013 ist ein
Landeszuschuss von jeweils etwa 247 Millionen geplant.
Größter Empfänger ist die Kieler Christian Albrechts
Universität (CAU) mit 141,4 Millionen im Jahr 2009. Es
folgen die Uni Lübeck (23,5 Millionen), die
Fachhochschule Kiel (19,2 Millionen), die Uni Flensburg
(16,7 Millionen) und die Fachhochschule Lübeck (15,9
Millionen). Etwaige Kostensteigerungen im Personalbereich
durch neue Tarifabschlüsse sollen zusätzlich aus dem
Landeshaushalt finanziert werden.
Profilbildung
immer wichtiger
Mit den
Zuschüssen sind Vorgaben an die Profilbildung der
Hochschulen verbunden. So soll die CAU neben den
Schwerpunkten Meereswissenschaften und Geowissenschaften
die Bereiche Nanowissenschaften und Oberflächenforschung
sowie das geistes- und gesellschaftswissenschaftliche
Themenfeld "Kulturelle Räume" in den Blickpunkt
rücken. Die Uni Lübeck, deren Schwerpunkt in der
Biomedizintechnik liegt, soll sich besonders um die Themen
"Gehirn, Hormone und Verhalten", "Infektion
und Entzündung" sowie "Technik und Informatik
in der Biomedizin" kümmern. Die Uni Flensburg ist
die "Lehrer-Schmiede" des Landes. Hier stehen
Erziehungs- und Vermittlungswissenschaften im Zentrum.
Kernaufgabe ist es laut der Zielvereinbarung zwischen Land
und Uni, „diese Studiengänge insbesondere durch eine
verbesserte Personalstruktur zu konsolidieren".
Während
die Unis in Kiel und Lübeck verhalten positiv auf die
Vereinbarung reagiert haben, regt sich in Flenburg
heftiger Protest. In der Präambel der Zielvereinbarung
erklärt die Uni Flensburg, „dass sie mit den
bereitgestellten Mitteln nicht in der Lage ist, sie in der
Zielvereinbarung genannten Ziele auf Dauer auf dem
gebotenen Qualitätsstandard zu erfüllen".
Uni
Flensburg beklagt zu wenig Lehrpersonal
Hintergrund
ist die mangelhafte Finanzausstattung der Uni Flensburg,
die in den letzten Monaten im Blickpunkt der
Öffentlichkeit stand. Laut dem Expertenpapier der
"Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur
Hannover" (ZEvA), die den Studiengang
Vermittlungswissenschaften überprüft hat, gibt es an der
Uni zu wenig Lehrpersonal: Es fehlten vier bis sieben
Professoren und elf bis 13 Mitarbeiter. Konsequenz: Die
ZEvA hat der Universität die Akkreditierung für den
Bachelor-Studiengang Vermittlungswissenschaften
vorübergehend entzogen. Die Hochschule hat nun 18 Monate
Zeit, die Situation zu verbessern.
Nach
Ansicht der Uni reichen die geplanten Finanzzuschüsse aus
dem Landeshaushalt nicht aus, um die Vorgaben zu
erfüllen. Zwar seien die Mittel um zehn Prozent
aufgestockt worden – es sei aber eine weitere Million
Euro pro Jahr nötig, um die Lücke beim Lehrpersonal zu
schließen, klagen Zeitungsberichten zufolge dagegen
führende Vertreter der Uni. Die Uni Flensburg ist laut
Medienberichten die einzige Hochschule im Lande, die die
Zielvereinbarung noch nicht angenommen hat. SSW und Grüne
im Landtag haben sich diesen Protesten angeschlossen.
Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online, Februar
2008
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