Das
Wirtschaftsministerium weist darauf hin, dass sich die
Hafenbetriebe an der Nordseeküste „untereinander in
einem marktwirtschaftlich ausgerichteten Wettbewerb"
befinden, was eine Kooperation erschwert. Zudem sind die
wichtigen Hafenbetriebe im Lande vor allem Brunsbüttel,
in privater Hand, und das Land hat keinen Einfluss auf die
untermnehmerische Entscheidungen.
Auf
politischer Ebene gibt es aber eine Zusammenarbeit der
norddeutschen Küstenländer zur Verbesserung der
Hinterlandanbindung der Häfen. Diese Impulse sollen in
den Bundesverkehrswegeplan und in das Nationale
Hafenkonzept einfließen, das zurzeit in Berlin erarbeitet
wird. Zudem erhofft sich das Ministerium Vorteile für das
Land durch die Zusammenarbeit mit Hamburg am gemeinsamen
"Hafenkonzept Tide-Elbe". Es sei zu beobachten,
„dass die Option, Massengüter zukünftig verstärkt in
Brunsbüttel umzuschlagen, von Hamburg derzeit weniger
skeptisch beurteilt wird als in der Vergangenheit".
Zusammenarbeit
mit Ostseehäfen angepeilt
Darüber
hinaus setzt die Landesregierung auf eine Arbeitsteilung
zwischen Hamburg sowie den Ostseehäfen Kiel und Lübeck:
Da Zubringer aus dem Ostseeraum im Hamburger Hafen
vermehrt die Liegeplätze von Großcontainerschiffen
besetzten, sei es sinnvoll diese so genannten
Feederschiffe gar nicht erst über den Nord-Ostsee-Kanal
nach Hamburg zu schicken. Stattdessen, so die Idee,
könnten sie ihre Ladung in den schleswig-holsteinischen
Ostseehäfen löschen. Die Container würden dann per Bahn
in die Elbmetropole gebracht.
Demgegenüber
sieht der Bericht wenig Potential bei der Zusammenarbeit
zwischen schleswig-holsteinischen und dänischen
Nordseehäfen, denn „Brunsbüttel befindet sich in einer
Konkurrenzsituation zu Esbjerg", etwa bei der
Verschiffung von Windrädern.
Umschlagzahlen
steigen stetig an
Laut einer
Prognose des Bundesverkehrsministeriums wird sich der
Umschlag in den deutschen Seehäfen bis zum Jahr 2025,
gemessen am Basisjahr 2004, mehr als verdoppeln. Die
Experten gehen von einem durchschnittlichen jährlichen
Wachstum von 4,6 Prozent aus. Auch die
schleswig-holsteinischen Häfen verzeichnen
Wachstumszahlen. 2006 wurden in den 30 Seehäfen des
Landes nach Informationen des Statistischen Landesamts
37,1 Millionen Tonnen umgeschlagen, 5,9 Prozent mehr als
im Jahr zuvor. Der Schwerpunkt Schleswig-Holsteins liegt
dabei in der Ostsee: Fast 77 Prozent des Güterumschlags
ging in den baltischen Raum. Umsatzstärkster Hafen im
Lande ist Lübeck (21,1 Millionen Tonnen) vor dem
größten Westküstenhafen Brunsbüttel (6,2 Millionen
Tonnen).