Schlie wies in seinem von der SPD beantragten
Bericht weiter darauf hin, dass laut der aktuellen
November-Schätzung auf die Städte und Gemeinden 2009 rund 150
Millionen Euro weniger Steuern entfallen. Zusätzlich, so Schlie,
würden den kommunalen Kassen 2010 in Folge des
Wirtschaftsbeschleunigungsgesetzes weitere 35 Millionen Euro
fehlen.
Opposition kritisiert Carstensen Ja zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz
Angesichts der düsteren Zahlen fürchteten die
Oppositionsfraktionen in der weiteren Aussprache um die
Handlungsfähigkeit der Kommunen. Kritik entzündete sich vor
allem an der Zustimmung von Ministerpräsident Peter Harry
Carstensen (CDU) zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz und der vom
Bund anvisierten Abschaffung der Gewerbesteuer. Monika Heinold
(Grüne) sprach von einem Verrat an den Kommunen und Ulrich
Schippels (Linke) warf Carstensen ein „schändliches
Abstimmungsverhalten" im Bundesrat vor. Eine grundsätzliche
Wende in der Finanzpolitik forderten Thomas Rother (SPD) und Lars
Harms (SSW). Rother sprach sich für eine „Veränderung der
Steuerzuteilung" aus, Harms verlangte eine „Neuordnung des
kommunalen Finanzausgleichs".
Zu vollkommen anderen Bewertungen kamen Union und
Liberale. Höhere Einnahmen für die Kommunen würden in erster
Linie durch eine wachstumorientierte Wirtschaftspolitik wie
beispielsweise den Ausbau von Straßen und Datenautobahnen
erzielt, meinte Katharina Loedige (FDP). In dieselbe Richtung
argumentierte Hans Hinrich Neve (CDU). Wie Schlie warb er
überdies für den Abbau von bürokratischen Hemmnissen.
Das Plenum wird sich in der März-Tagung erneut
mit dem Thema beschäftigen. Grundlage der Debatte wird dann ein
von den Grünen und der SPD beantragter schriftlicher Bericht der
Landesregierung sein.