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Auf dieser Seite: Tariftreue

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Top 09
Entwurf zur Änderung des Gesetzes zur tariflichen Entlohnung bei öffentlichen Aufträgen (Tariftreuegesetz)
Gesetzentwurf der Fraktion des SSW – Drucksache 17/39
(Ausschussüberweisung am 19. November 2009)
Bericht und Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses – Drucksache 17/1080

Koalition lehnt SSW-Entwurf für 
ein neues Tariftreuegesetz ab

Opposition wirft Schwarz-Gelb „Verschleppung" 
und „Arbeitsverweigerung" vor

Kiel (SHL/16.12.) Gut zwei Wochen vor dem Auslaufen des schleswig-holsteinischen Tariftreuegesetzes am 31. Dezember ist der SSW mit seinem Gesetzentwurf, der  eine Entfristung des Gesetzes vorsieht, in Zweiter Lesung an der Ablehnung von CDU und FDP gescheitert. Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) kündigte erneut an, im Januar einen Gesetzentwurf für ein Mittelstandsförderungs- und Vergabegesetz vorzulegen, in dem das Thema Tariftreue einfließen soll.

Das Tariftreue-Gesetz in Schleswig-Holstein gilt seit 2003. Es besagt, dass öffentliche Aufträge des Landes in den Bereichen Bau, Abfallentsorgung, Schienen-Personennahverkehr und Busverkehr nur an Unternehmen vergeben werden dürfen, die ihren Mitarbeitern den am Ort der Leistungserbringung gültigen Tarif zahlen. Landesbehörden müssen das Gesetz anwenden, Kommunen können sich freiwillig anschließen. Hierdurch sollen heimische Unternehmen vor Billiganbietern geschützt werden. Das Gesetz liegt jedoch seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom April 2008 auf Eis. Laut dem EuGH darf der Staat die Vergabe öffentlicher Bauaufträge nicht an die Einhaltung spezieller Tarifverträge koppeln. Das Landes-Wirtschaftsministerium hat das Gesetz daraufhin per Erlass außer Kraft gesetzt.

SSW Tariftreue verweist auf das Entsendegesetz 
des Bundes und auf bundeseinheitliche Tarife

Vor diesem Hintergrund will der SSW die Tariftreue mit einem Verweis auf das Entsendegesetz des Bundes und auf bundeseinheitliche Tarife europafest machen und entfristen. Da die Bundesregelung nicht für den Bus-Nahverkehr gilt, soll dieser Bereich nach Willen des SSW auch aus dem Landesrecht gestrichen werden.

Der SSW hatte ihren Entwurf bereits im November 2009 vorgelegt; seitdem wurde er im Ausschuss diskutiert. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Lars Harms, warf den Regierungsfraktionen jetzt angesichts des langen Beratungszeitraums „Arbeitsverweigerung" vor. „Sie wollen keine fairen Löhne, keine sicheren Beschäftigungsverhältnisse, keinen fairen Wettbewerb für unsere Unternehmen und keine wirklichen Konsequenzen, wenn mal wieder Dumpinglöhne bezahlt werden", so Harms.

Grüne: CDU und FDP treten bei 
Arbeitnehmerrechten auf die Bremse

Die anderen Oppositionsfraktionen schlossen sich der Kritik an. „Verschleppen, verdösen, warten auf Silvester, dann ist das böse Tariftreuegesetz endlich außer Kraft" – das sei die Taktik von Schwarz-Geld, meinte Regina Poersch (SPD). Andreas Tietze von den Grünen monierte, beim Straßenbau gebe die Regierungskoalition Gas, „bei Arbeitnehmerrechten treten sie aber auf die Bremse". Und Björn Thoroe (Linke) erklärte, die öffentliche Hand habe „eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion".

CDU, FDP und Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) argumentierten dagegen mit rechtlichen Bedenken. Der SSW-Entwurf sei „sehr fraglich, was die Dienstleistungsfreiheit anbelangt", sagte Christopher Vogt (FDP). Johannes Callsen (CDU) erklärte, eine Tariftreueregelung könne nur „deklatorischen Charakter" haben. Der Minister verwies darauf, dass das aktuelle Gesetz bereits außer Kraft ist: „Weil das geltende Recht nicht in der Anwendung ist, kann das Auslaufen nicht zur Verschlechterung der Situation führen."

Auch ein SPD-Entwurf wird noch 
im Ausschuss beraten

Im Ausschuss liegt zur Beratung außerdem noch ein Gesetzentwurf der SPD. Die SPD will einen „repräsentativen" Tariflohn festschreiben, falls in einer Branche mehrere Tarifverträge nebeneinander existieren. Nach Vorstellung der Linken, die einen Änderungsantrag zu dem SPD-Entwurf vorgelegt haben, sollen nur solche Firmen öffentliche Aufträge erhalten, die ihren Mitarbeitern einen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde zahlen.

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Hintergrund:
Das schleswig-holsteinische Tariftreuegesetz läuft zum Jahresende aus und wird auch nicht verlängert. Ein SSW-Antrag aus dem vergangenen Jahr, der die Regelung über den 31. Dezember hinaus fortschreiben wollte, ist im Wirtschaftsausschuss am Veto von CDU und FDP gescheitert. Damit ist das Thema aber noch nicht zu den Akten gelegt. Denn: Auch SPD und Linke haben dem Landtag im Oktober eigene Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Tariftreue im Lande vorgelegt.

Der Streit, ob öffentliche Aufträge nur an Firmen gehen dürfen, die den am Ort der Leistungserbringung vorgesehenen Tariflohn zahlen, schwelt seit Jahren. Während die Opposition die Tariftreue als Garant für auskömmliche Löhne ansieht, haben CDU und FDP rechtliche Bedenken.

  Europäischen Gerichtshof 
  greift ein

Das Tariftreue-Gesetz in Schleswig-Holstein gilt seit 2003 und ist bis Ende 2010 befristet. Öffentliche Aufträge des Landes in den Bereichen Bau, Abfallentsorgung, Schienen-Personennahverkehr und Busverkehr dürfen demnach nur an Unternehmen vergeben werden, die ihren Mitarbeitern den am Ort der Leistungserbringung gültigen Tarif zahlen. Landesbehörden müssen das Gesetz anwenden, Kommunen können sich freiwillig anschließen. Hierdurch sollen heimische Unternehmen vor Billiganbietern geschützt werden. Das Gesetz liegt jedoch seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom April 2008 auf Eis. Laut dem EuGH darf der Staat die Vergabe öffentlicher Bauaufträge nicht an die Einhaltung spezieller Tarifverträge koppeln. Das Landes-Wirtschaftsministerium hat das Gesetz daraufhin per Erlass außer Kraft gesetzt.

Vor diesem Hintergrund will der SSW die Tariftreue mit einem Verweis auf das Entsendegesetz des Bundes und auf bundeseinheitliche Tarife europafest machen und entfristen. Da die Bundesregelung nicht für den Bus-Nahverkehr gilt, soll dieser Bereich nach Willen des SSW auch aus dem Landesrecht gestrichen werden. Dieser Vorschlag steht nun aber vor der Ablehnung.

  Landesregierung will Mittelstands-
  förderungsgesetz neu regeln

Weiterhin auf dem Tisch liegen die Pläne von SPD und Linken. Die SPD will einen „repräsentativen" Tariflohn festschreiben, falls in einer Branche mehrere Tarifverträge nebeneinander existieren. Die Landesregierung soll festlegen, welcher Tarif dies ist. Die Linken gehen noch einen Schritt weiter: Nach ihrer Vorstellung sollen nur solche Firmen öffentliche Aufträge erhalten, die ihren Mitarbeitern einen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde zahlen. Unterdessen hat die Landesregierung angekündigt, diesen Bereich im Rahmen eines Mittelstandsförderungsgesetzes neu zu regeln. Demnach sollen jedoch nur solche Branchen zur Tariftreue verpflichtet werden, in denen es „allgemeinverbindliche Tarifverträge" gibt.

1. Lesung:
plenum-online
November 2009

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:  
Studienplätze in Schleswig-Holstein

Abschiebehaft Rendsburg

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Vermessungs- und Katasterwesen
(ohne Aussprache)
Geodaten-Infrastruktur
(ohne Aussprache)
Marktüberwachung bei Bauprodukten
(ohne Aussprache)
Verwaltungsvorverfahren Anwälte, Notare
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Wahlgesetz / Verfassungsänderung
Ausschussempfehlung:
Maßregelvollzug BVerfG
(ohne Aussprache)
Anträge:

Blutprobenentnahme

Vertrauensleute für Richterwahl
(ohne Aussprache)
Berichtsantrag:

Hafen Lübeck / Transport radioaktiven Materials

Regierungsberichte:

Blutprobenentnahme

Sicherheitsbericht

F i n a n z e n

1. Lesung / 2. Lesung / Anträge:

Haushalt 2011/2012
1. Lesungen / Antrag:
Glücksspielgesetz
Altersgrenze beim LRH
(ohne Aussprache)
Ausschussempfehlungen:
LRH / Haushalt
(ohne Aussprache)
Haushaltsrechnung 2008
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Haushaltsrechnung 2009
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

GMSH / Überprüfung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Kinderschutz / Verfassungsänderung
Ausschussempfehlung:
Kontrazeptiva
Anträge:
Ausbildungsqualität
Asylbewerber

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

2. Lesung:

Tariftreuegesetz
Große Anfrage:
Wirtschaftliche Bedeutung der Uni Lübeck
Ausschussempfehlung:
Flughafen Lübeck
Regierungsbericht:

Fehmarnbelt-Querung

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

2. Lesung:

Umweltverträglichkeits- Prüfung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Forstliche Versuchsanstalt
(ohne Aussprache)
Landeswald-Gesetz
(ohne Aussprache)
Landesfischerei-Gesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Pelztier-Farmen
Biomasse
Berichtsantrag:

Gemeinsame Agrarpolitik
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Dringlichkeit:

Studienplätze in Schleswig-Holstein
2. Lesung:
Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag
Ausschussempfehlungen:
Kooperationsverbot im Bildungsbereich
(ohne Aussprache)
Landeszentrale für 
Politische Bildung

(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

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