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Auf dieser Seite: Glücksspiel

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Top 20
Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung 
des Glücksspiels (Glücksspielgesetz)
Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU u. FDP – Drs. 17/1100
   Aufruf gemeinsam mit
Top 34
Auswirkung der Liberalisierung des Glücksspiels 
auf das Suchtverhalten
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/1079neu

Reform des Glücksspielwesens: 
CDU und FDP starten Alleingang

Kiel (lno/SHL 17.12.) Im Tauziehen um die Neugestaltung des Glücksspielwesens hat die CDU/FDP-Koalition in Schleswig-Holstein ihren angekündigten Alleingang gestartet. Die Regierungsfraktionen brachten einen Gesetzentwurf mit Liberalisierungsklauseln ein, die bundesweit bisher am weitesten gehen. Schwarz-Gelb will am staatlichen Veranstaltungsmonopol beim Lotto festhalten, den Vertrieb aber privaten Anbietern öffnen. Damit könnte das Geschäft auch über Tankstellen oder das Internet laufen. Bei Sportwetten sollen staatliche Konzessionen an Private vergeben werden. Die meisten Bundesländer wollen nicht am staatlichen Lotto- und Sportwettenmonopol rütteln.

Die meisten Bundesländer wollen nicht am staatlichen Lotto- und Sportwettenmonopol rütteln. Der alte Glücksspiel-Staatsvertrag läuft zum Jahresende aus und muss nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs neu gefasst werden. Demnach ist ein staatliches Monopol nur zulässig, wenn es die Suchtgefahr bei allen Spielarten konsequent bekämpft. Dies bedeute auch ein komplettes Werbeverbot, sagte der CDU-Glücksspielexperte Hans-Jörn Arp. Dies wiederum führe zu weiter sinkenden Einnahmen des Landes beim Lotto und geringeren Zuschüssen an den Sport. Zudem werde der Schwarzmarkt weiter wachsen, wenn das Monopol erhalten bliebe.

Die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch in Berlin drei Entwürfe für einen neuen Staatsvertrags beraten. Eine Entscheidung wird erst im März erwartet. Die CDU/FDP-Koalition in Kiel hatte früh einen Alleingang zur Öffnung des Marktes im Land für den Fall angekündigt, dass sich die Länder nicht auf die vom Norden angestrebten Lockerungen einigen. Die Vorlage der Koalition ist zunächst der Entwurf für ein Landesgesetz. Er erfülle aber die Voraussetzungen, in einen Glücksspielstaatsvertrag umgewandelt zu werden, heißt es aus dem Bündnis.

SPD verteidigt das staatliche Monopol

Die SPD bekräftigte die Forderung, das staatliche Monopol beizubehalten. "Der von den Regierungsfraktionen vorgelegte Gesetzentwurf zur Kommerzialisierung des Glücksspiels ist an inhaltlichen und handwerklichen Mängeln kaum zu überbieten", sagte der Abgeordnete Andreas Beran. "Bei einer Umsetzung würde dies zu einem Chaos im Glücksspiel, ja geradezu zu einem Las Vegas ohne durchsetzbare Regeln und ohne Spielerschutz führen, denn dieser findet in diesem Modell praktisch nicht mehr statt."

Innenminister Klaus Schlie (CDU) betonte dagegen, der Spielerschutz werde beim Koalitionsmodell flächendeckend mit einem legalen und überwachten Angebot gewahrt. Es werde gewährleistet, dass nur zuverlässige Anbieter zugelassen werden.

Kubicki verweist auf "enormen" 
Schwarzmarkt bei Sportwetten

Das staatliche Monopol sei nur mit dem Ziel aufrechterhalten worden, den Markt abzuschotten, sagte FDP-Fraktionschef Kubicki. "Wir besinnen uns zurück auf die historische Begründung des Monopols: die Verhinderung von Manipulation und Betrug sowie den Schutz der Verbraucher vor irreführender Werbung." In den letzten Jahren habe sich aufgrund des Glücksspielstaatsvertrages ein enormer Schwarzmarkt gerade bei Sportwetten gebildet. "97,5 Prozent aller Sportwetten werden bei nicht zugelassenen Anbietern abgeschlossen, der staatliche Anbieter Oddset verzeichnet dramatische Umsatzrückgänge und hat gegenwärtig einen Marktanteil von 2,5 Prozent."

Handlungsbedarf, auch angesichts eines florierenden Schwarzmarktes, sehen auch die Grünen. Dabei seien Spielerschutz und Suchtprävention wichtig, sagte die Abgeordnete Monika Heinold. Sie forderte einen Konsens in Deutschland. "Wir reichen nicht die Hand für einen Alleingang". Lars Harms vom SSW rügte: "Die Kritik der Oppositionsparteien, der Wohlfahrtsverbände und der Experten in der Suchtberatung scheint ganz offensichtlich keine Wirkung auf die Regierungsfraktionen zu haben." Diese bevorzugten eindeutig die Interessen der privaten Glücksspielanbieter.

Ulrich Schippels (Linke) forderte zu „intensiven Beratungen" in den Ausschüssen auf. Der Entwurf ging an die Gremien für Innen und Recht, Finanzen, Wirtschaft, Europa und Soziales. Bevor man ein Gesetz mit so weit reichenden Konsequenzen verabschiede, müsse zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme der Glücksspielsucht im Land gemacht werden. Auf Antrag der Grünen soll die Landesregierung bis März  eine umfassende Bestandsaufnahme der Glücksspielsucht vorlegen und über die Auswirkungen einer Liberalisierung des Glückspielmarktes berichten.

Europäischer Gerichtshof zum 
deutschen Glücksspielmonopol

Hintergrund der Debatte: Anfang September hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) das deutsche Glücksspielmonopol in der bisherigen Form gekippt. Die Richter urteilten, ein EU-Land dürfe zwar den freien Dienstleistungsverkehr und die Niederlassungsfreiheit grundsätzlich beschränken, wenn dies dem Allgemeinwohl diene. Deutschland unterlaufe dieses Ziel jedoch unter anderem durch zu viel Werbung für Glücksspiele. Auch die Genehmigung einer Vielzahl von privaten Spielhallen steigere die Suchtgefährdung, so der EuGH.

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Hintergrund:
CDU und FDP preschen bei der Liberalisierung des Glücksspielmarktes vor und legen eine weitreichende und bundesweit bislang einmalige Neuregelung vor. Zwei Änderungen streben Christdemokraten und Liberale im Kern an: Zum Einen wollen sie am staatlichen Lotto-Monopol festhalten, den Vertrieb jedoch auch für private Anbieter öffnen, etwa an der Tankstelle oder per Internet. Zum Anderen sollen staatliche Konzessionen für Sportwetten vergeben werden. Wettbüros, die zurzeit von Großbritannien oder Österreich aus den deutschen Markt bedienen, sollen sich nach dem Willen von CDU und FDP auch in Deutschland niederlassen dürfen – und hier eine Sportwettenabgabe entrichten. Die Koalition erhofft sich Mehreinnahmen für den Landeshaushalt, dem Vernehmen nach bis zu 60 Millionen Euro jährlich.

Kritiker befürchten hingegen, dass die Unternehmen das Geld der Spieler in Steueroasen ableiten. Zudem könne Schleswig-Holstein bei einem Alleingang aus dem deutschen Lotto-Block ausgeschlossen werden, heißt es. Die Grünen haken zudem nach, wie viel Geld aus der neuen Wett-Abgabe in die Suchtprävention fließen soll, wie viele Spielsüchtige es im Lande gibt und welche Erfahrungen andere Länder mit einem freien Wettmarkt gemacht haben. Hierzu soll die Landesregierung bis Februar Zahlen liefern.

  Europäischer Gerichtshof hat staatliches
  Monopol scharf kritisiert

Rückenwind für die schwarz-gelben Pläne kommt aus Luxemburg. Dort hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September das im deutschen Glücksspielstaatsvertrag festgeschrieben Monopol scharf kritisiert: Ein EU-Land dürfe zwar den freien Dienstleistungsverkehr und die Niederlassungsfreiheit grundsätzlich beschränken, wenn dies dem Allgemeinwohl diene, etwa der Bekämpfung von Spielsucht. Deutschland unterlaufe dieses Ziel jedoch unter anderem durch zu viel Werbung für Glücksspiele. Auch könne der Gesetzgeber dann nicht die vielen privaten Spielhallen erlauben und damit eine Suchtgefährdung einfach hinnehmen. „Unter diesen Umständen ist ein staatliches Monopol nicht mehr gerechtfertigt", heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

Vor diesem Hintergrund laufen derzeit Verhandlungen zwischen den Bundesländern über eine Reform des Glücksspielwesens. CDU-geführte Länder machen sich für eine Liberalisierung des Spiel- und Wettmarkts stark, SPD-Regierungen wollen hingegen das staatliche Monopol noch strenger ausgestalten, um die EuGH-Vorgaben zu erfüllen. Dies könnte zum Beispiel durch ein noch strikteres Werbeverbot geschehen. Am 15. Dezember wollen die Landeschefs bei ihrem Treffen in Berlin nach einer Lösung suchen.

Der jetzt vom EuGH verworfene Glücksspielstaatsvertrag ist Anfang 2008 in Kraft getreten und hat die Werbung für Glücksspiel – zum Beispiel für Lotto-Jackpots – bereits stark eingeschränkt. Der derzeitige Vertrag läuft Ende 2011 aus, wenn nicht mindestens 13 Bundesländer die Verlängerung beschließen. Falls dies geschieht und das Monopol weiter besteht, wollen CDU und FDP in Schleswig-Holstein 2012 im Alleingang den Markt öffnen und von Herbst 2011 an Lizenzen vergeben, heißt es.

  Öffentliche Glücksspiele verzeichnen
  Umsatzrückgang / Landeskasse leidet

Unterdessen gehen die Wetteinsätze bei öffentlichen Glücksspielen nach der Verschärfung des Monopols zurück, wie die Landesregierung im vergangenen Jahr in einem Bericht dargestellt hat: Das NordwestLotto Schleswig-Holstein verzeichnete demnach zwischen 2006 und 2008 einen Umsatzrückgang von 314 auf 241 Millionen Euro. Beispielsweise brachen die Umsätze beim Samstagslotto von 138 auf 108 Millionen ein. Die Landesregierung erklärt sich diesen Trend auch dadurch, dass die Spiel-Vermittlung im Internet nicht mehr erlaubt ist.

Die Einbrüche haben negative Auswirkungen auf die Landeskasse. So sanken die Einnahmen aus der Lotteriesteuer von 2006 bis 2008 von 56 auf 47 Millionen. Die Zweckabgaben, mit denen zum Beispiel der Sport, der Naturschutz, Kultur- und Jugendprojekte oder der Kampf gegen Spielsucht finanziert werden, brachen ebenfalls ein: von 68 auf 59 Millionen.

Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
Oktober 2010

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

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Studienplätze in Schleswig-Holstein

Abschiebehaft Rendsburg

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

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Vermessungs- und Katasterwesen
(ohne Aussprache)
Geodaten-Infrastruktur
(ohne Aussprache)
Marktüberwachung bei Bauprodukten
(ohne Aussprache)
Verwaltungsvorverfahren Anwälte, Notare
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
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Ausschussempfehlung:
Maßregelvollzug BVerfG
(ohne Aussprache)
Anträge:

Blutprobenentnahme

Vertrauensleute für Richterwahl
(ohne Aussprache)
Berichtsantrag:

Hafen Lübeck / Transport radioaktiven Materials

Regierungsberichte:

Blutprobenentnahme

Sicherheitsbericht

F i n a n z e n

1. Lesung / 2. Lesung / Anträge:

Haushalt 2011/2012
1. Lesungen / Antrag:
Glücksspielgesetz
Altersgrenze beim LRH
(ohne Aussprache)
Ausschussempfehlungen:
LRH / Haushalt
(ohne Aussprache)
Haushaltsrechnung 2008
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Haushaltsrechnung 2009
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

GMSH / Überprüfung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Kinderschutz / Verfassungsänderung
Ausschussempfehlung:
Kontrazeptiva
Anträge:
Ausbildungsqualität
Asylbewerber

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

2. Lesung:

Tariftreuegesetz
Große Anfrage:
Wirtschaftliche Bedeutung der Uni Lübeck
Ausschussempfehlung:
Flughafen Lübeck
Regierungsbericht:

Fehmarnbelt-Querung

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

2. Lesung:

Umweltverträglichkeits- Prüfung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Forstliche Versuchsanstalt
(ohne Aussprache)
Landeswald-Gesetz
(ohne Aussprache)
Landesfischerei-Gesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Pelztier-Farmen
Biomasse
Berichtsantrag:

Gemeinsame Agrarpolitik
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Dringlichkeit:

Studienplätze in Schleswig-Holstein
2. Lesung:
Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag
Ausschussempfehlungen:
Kooperationsverbot im Bildungsbereich
(ohne Aussprache)
Landeszentrale für 
Politische Bildung

(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

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