Der Bund soll
nach Willen der Grünen eine Obergrenze für die Größe von
Stallbauten ins Baugesetzbuch schreiben. Zudem soll es eine
Kennzeichnungspflicht für Fleisch aus Massenproduktion
geben. Vom Land erwarten die Grünen, dass die
Brandschutzbestimmungen in der Landesbauordnung verschärft
werden, damit die Tiere bei einem Feuer nicht im Stall
gefangen sind und qualvoll verenden. Und: Das Land soll
untersuchen, wie sehr sich Atemwegserkrankungen und
resistente Keime durch die Abfälle aus der Tierhaltung in
der Umgebung verteilen.
Nach Angaben
des Statistischen Landesamts leben in Schleswig-Holstein
1,52 Millionen Schweine und 1,12 Millionen Rinder. Die
Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Die
Anzahl der Betriebe ist hingegen stärker zurückgegangen -
um jeweils knapp fünf Prozent auf 1.300 Schweine-Höfe und
8.900 Rinderfarmen. Das bedeutet: Im Durchschnitt halten die
Höfe mehr Tiere als im Vorjahr.
"Klare
Regelungen" und Schwellenwerte für
die Verabreichung von Antibiotika gefordert
Die SPD
prangert den Einsatz von Antibiotika, vor allem in der
Hähnchenmast, an. Durch die Medikamente sollen die Tiere
auch schneller wachsen. Der Einsatz von Antibiotika ist zwar
seit 2006 EU-weit verboten. Dennoch, so die
Sozialdemokraten, "zeichnet die Wirklichkeit ein
anderes Bild." Das Problem: Die Tiere entwickeln
Resistenzen gegen die Medikamente, die sich dann wiederum
auf den Menschen übertragen können. Hiergegen müsse
Berlin "klare Regelungen" und Schwellenwerte für
die Verabreichung der Medikamente einführen.
Im
Zusammenhang mit der Ausbreitung von resistenten Keimen
warnte erst vor wenigen Tagen das nordrhein-westfälische
Verbraucherschutzministerium davor, Antibiotika ohne Not in
der Hähnchenmast einzusetzen. Eine Studie dazu zeigte, dass
96,4 Prozent der Tiere aus den untersuchten NRW-Betrieben
Antibiotika bekamen - teilweise bis zu acht verschiedene
Wirkstoffe, jedoch nur über eine unzureichend lange
Zeitspanne hinweg. So werden die Bakterien nicht
vollständig abgetötet und können lernen, sich mit dem
Antibiotikum zu arrangieren.