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Entwurf eines Gesetzes zur Neustrukturierung der Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale, zur Verselbständigung der Investitionsbank und zur Verwaltung der Landesliegenschaften
Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 15/2448
-Plenarprotokoll-

"Nordbank" nimmt Gestalt an
Einmütige Zustimmung zur Fusion der Landesbanken

Kiel(SHL). Der Landtag hat einmütig sein Einverständnis zur Fusion der Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale mit der Hamburgischen Landesbank bekundet. Die Abgeordneten diskutierten einen entsprechenden Gesetzentwurf der Landesregierung am Donnerstag, 20. Februar, in Erster Lesung. Regierungsfraktionen und Opposition sahen darin einen notwendigen Schritt angesichts des härter werdenden Wettbewerbs. CDU und FDP kritisierten lediglich, dass die Landesliegenschaften künftig aus der Investitionsbank herausgelöst und auf eine neue Liegenschaftsverwaltung Schleswig-Holstein übertragen werden sollen. Nach Ausschussberatung und Zweiter Lesung soll der Zusammenschluss zur Aktiengesellschaft "HSH Nordbank" nach Regierungs-Zeitplan am 1. Juni dieses Jahres in Kraft treten. Auch die Hamburger Bürgerschaft muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) und Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatten den Fusions-Staatsvertrag bereits am 4. Februar in Hamburg unterzeichnet. Jetzt ist die Zustimmung der Parlamente noch notwendig. Grund für die Landesbanken-Reform waren grundsätzliche Bedenken der EU-Kommission gegen das öffentlich-rechtliche Kreditsystem in Deutschland. Landesbanken (LBs) und Sparkassen, so der Vorwurf, könnten wegen staatlicher Haftungsgarantien bessere Finanzierungs-Bedingungen anbieten als rein privatwirtschaftliche Institute. Konsequenz: Die LBs müssen sich dem Wettbewerb stellen. Die Fusion und die gleichzeitige Ausgliederung der Landesinvestitionsbank sollen nun den neuen Vorgaben gerecht werden. Ein weiterer Punkt der Gesetzesvorlage: Das Liegenschaftsvermögen der Investitionsbank soll an eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts übergehen.

Möller: "Keine Kündigungen"

Der scheidende Finanzminister Claus Möller (SPD) sah in der Fusion einen "Meilenstein", der auf "große öffentliche Zustimmung", auch bei EU und Bundesregierung, treffe. Angesichts der viel zitierten "Bankenkrise" wies er darauf hin, dass beide Partner finanziell gesund seien. Es habe einen "fairen Interessensausgleich" zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg gegeben – vor allem bei den Arbeitsplätzen. Möller versprach in seiner letzten großen Rede als Landesfinanzminister, dass es keine Kündigungen geben werde. Darüber hinaus sagte er "Synergieeffekte" von 100 Millionen Euro pro Jahr voraus.

Auf ungeteilte Zustimmung stieß der Minister bei der rot-grünen Koalition. Der SPD-Abgeordnete Wolfgang Fuß und Monika Heinold (Grüne) betonten, der neuen Bank böten sich Wettbewerbsvorteile, zum Beispiel im Ostseeraum. Der Fusions-Prozess verlaufe "reibungslos" und werde auch von der Wirtschaft im Lande begrüßt.

Opposition kritisiert Umgang mit Landes-Immobilien

Auch CDU und FDP signalisierten grundsätzliche Zustimmung. "Das hätten wir Ihnen nicht zugetraut", lobte der Unions-Abgeordnete Rainer Wiegard den Finanzminister. Dennoch sah er Nachbesserungsbedarf: Vor allem der Umgang mit der Immobilienverwaltung des Landes sei in den letzten Jahren kompliziert und teuer gewesen.

Heiner Garg (FDP) stieß ins gleich Horn: Die Übertragung der Zuständigkeit für Landes-Immobilien gehe "hoffentlich in die letzte Runde". Positiv beurteilte er Insbesondere die Umwandlung in eine AG. Dies, so Garg, sei zeitgemäß und sollte auch auf die Sparkassen ausgeweitet werden. Als nächsten Schritt forderte er die "schnellstmögliche" Veräußerung der Landesanteile auf dem Kapitalmarkt.

Die Opposition mahnte zudem eine Neuregelung bezüglich der Landesanteile an den sechs schleswig-holsteinischen Spielbanken an.

Die SSW-Vorsitzende Anke Spoorendonk bedauerte die Brüsseler Vorgaben, die die LB-Reform erst notwendig gemacht haben. Angesichts der neuen Herausforderung habe die Landesregierung aber den "richtigen Weg" eingeschlagen.

Der Gesetzentwurf wurde federführend an den Finanzausschuss überwiesen.

Hintergrund
 Am 9. September 2002 ist die Fusion der Landesbank Kiel und der Hamburgischen Landesbank beschlossen worden. Mit diesem Schritt will die Landesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der LB Kiel sichern. Dazu legte sie einen Gesetzentwurf vor, der notwendige Neustrukturierungen wie etwa die Abspaltung der Investitionsbank Schleswig-Holstein von der LB Kiel enthält.
 Mit dem Zusammenschluss der beiden Banken zur "HSH Nordbank" entsteht das zwölftgrößte Finanzinstitut Deutschlands mit einer Bilanzsumme von rund 180 Milliarden Euro und mehr als 4.000 Mitarbeitern. Damit die Verschmelzung wie geplant am 1. Juni 2003 in Kraft treten kann, müssen noch die Hamburger Bürgerschaft und das schleswig-holsteinische Landesparlament zustimmen.
 Größter Anteilseigner der "HSH Nordbank" wird Hamburg mit 32,69 Prozent, gefolgt von der West LB mit 26,86 Prozent. Schleswig-Holstein und der Sparkassen- und Giroverband halten je 16,86 Prozent der Anteile. Experten versprechen sich von der Fusion Einsparungen von 150 Millionen Euro.

mehr Informationen: Landesbank Kiel (www.lb-kiel.de)

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