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Top 10: 
Fahrradverkehr und –tourismus in Schleswig-Holstein
Große Anfrage der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
Antwort der Landesregierung

Top 26: 
Strandbeparkung St. Peter-Ording
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen von SPD und B`90/GRÜNEN - Drs. 15/2489
Drucksache: 15/2440
-Plenarprotokoll-
  zum Text
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Von Boom und Bankrott
Fahrräder: Verkehrsmittel und Tourismusmagnet

Kiel (SHL). Das Fahrrad gewinnt als Verkehrsmittel zunehmend an Bedeutung. Dennoch bedarf es weiterer, innovativer Anreize, um auf kurzen Strecken den Umstieg vom Auto auf das Zweirad zu realisieren. Dies ist eines der Ergebnisse die Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) am Mittwoch, 19. Februar, in seiner Antwort auf eine Große Anfrage der Grünen präsentierte.

Schleswig-Holstein sei, so Rohwer, unter den Flächenländern das "Fahrradland Nr. 1". Das gelte auf jeden Fall für Radwege an Bundes- und Landesstraßen, sagte er. Bei den Kreisstraßen liege Schleswig-Holstein auf dem zweiten Platz hinter Niedersachsen. Der Ausbau der Radwege sei in den vergangenen zehn Jahren mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert worden und diene neben der Verkehrssicherheit vor allem auch dem Tourismus.

Während die Regierungsfraktionen von "sichtbaren Erfolgen" (Karl-Martin Hentschel / B´90Grüne) in der Radverkehrspolitik sprachen und im Fahrradtourismus einen "boomenden Wirtschaftsbereich" (Hermann Benker / SPD) ausmachten, zeigte sich die Opposition von dem Bericht nicht überzeugt.

So sprach der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp von einer "Bankrotterklärung des Fahrradskonzepts der Landesregierung". Für die FDP kritisierte die Abgeordnete Christel Aschmoneit-Lücke, die Landesregierung habe nicht erklärt, welche anderen verkehrspolitischen Ziele hinter der Förderung des Radverkehrs zurücktreten müssten.

Auch der SSW-Abgeordnete Lars Harms bezweifelte die von der Regierung prophezeiten großen wirtschaftlichen Möglichkeiten im Fahrradtourismus.

Am Ende einer kontroversen Debatte einigten sich die Fraktion einstimmig auf die weitere Behandlung des Themas im Wirtschaftsausschuss.

Zitat der Debatte:
"So ein alberner Haufen. Machen Sie doch mal Politik. Das ist ein ernstes Thema"

 Detlef Matthiessen (B´90/Grüne) zu seinen Parlaments-Kollegen während eines Kurzbeitrages

 

Hintergrund:
 Das Fahrrad hat laut Regierungsbericht ein hohes Zukunftspotenzial, sowohl als Verkehrsmittel als auch im Tourismus.
 Insbesondere in Ballungsräumen kann das Fahrrad zur Lösung von Verkehrsproblemen beitragen: Das Rad nimmt beim Parken nur ein Fünftel und beim Fahren nur ein Zehntel des Raumes in Anspruch, den ein Auto benötigt. Ein mit dem Fahrrad zurückgelegter Kilometer kostet die öffentliche Hand nur einen Cent, während ein Personenkilometer im Auto, im Bus oder in der Bahn das zehn- bis 20-fache kostet. Da ein hoher Anteil der PKW-Fahrten in der Stadt über kurze Strecken von bis zu vier Kilometern führt, sieht die Landesregierung hier gute Entwicklungschancen. In Kiel wird beispielsweise die Steigerung des Radverkehr-Anteils am Gesamtverkehrsaufkommen von derzeit 16 Prozent auf 37 Prozent für möglich gehalten.
 Eine Voraussetzung für den Wechsel in den Sattel ist eine intakte Infrastruktur. Bei den Radwegen an den überörtlichen Straßen liegt Schleswig-Holstein laut Landesregierung mit 37 Prozent an zweiter Stelle der deutschen Flächenländer.
 Diese Fernradwege kommen auch Touristen zugute. Hier liegen Chancen für den Fremdenverkehrsstandort Schleswig-Holstein, zumal im Jahre 2001 fast die Hälfte (49,2 Prozent) der Deutschen im Urlaub das Fahrrad nutzten.

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Umweltschutz kontra Tourismus
Parken am Strand von St. Peter- Ording erhitzt Gemüter

Kiel (SHL). Die bestehende Park-Regelung am Strand des Nordseebades St. Peter-Ording soll nach dem Mehrheits-Willen der rot-grünen Koalition im wesentlichen bestehen bleiben. SPD und Grüne sowie die CDU hatten gesonderte Anträge eingebracht, die auf der einen Seite die Beibehaltung der bisherigen Regelung und auf der anderen Seite eine Lockerung des Park-Verbots vorsahen. Während die Regierungskoalition den Umweltschutz in den Vordergrund rückte, argumentierten Opposition und SSW für mehr Flexibilität zugunsten einer bedarfsgerechten am Tourismus orientierten Strandbeparkung auch während der Vor- und Nachsaison.

Eine der Touristenattraktionen des 3.500-Einwohner-Ortes St. Peter-Ording ist die Möglichkeit, mit dem Auto direkt am Strand zu Parken. Land und Gemeinde hatten sich aus Umweltschutzgründen bereits 1999 darauf geeinigt, diesen Service ab 2003 nur noch während der Hauptsaison – also von Mitte Juni bis Mitte September – anzubieten. In diesem Zeitraum dürfen täglich bis zu maximal 2.500 Autofahrer den Blick vom Auto auf die Nordsee genießen. Diese Regelung gilt bis zum Jahr 2022. Mittlerweile befürchtet die Gemeinde St. Peter-Ording aber massive Umsatzeinbußen durch die festgelegten Parkzeiten und fordert deren Ausweitung von Anfang März bis Ende Oktober. Laut Expertenmeinung drohen der Gemeinde Einkommensverluste von über vier Millionen Euro.

Wie ernst die Landtags-Abgeordneten die emotional geführte Debatte nahmen, zeigte die ungewöhnliche Tatsache, dass bis weit nach 18.00 Uhr diskutiert wurde und das Abstimmungsergebnis einzeln ausgezählt werden musste. Ergebnis: Für den rot-grünen Antrag stimmten 32 Abgeordnete, dem Ansinnen der Union folgten 27 Abgeortnete.

Stimmen der Fraktionen:

Ursula Sassen (CDU): Die Gemeinde ist mit den Kosten für die neue Regelung allein gelassen worden. Dadurch seien mehr als 200 Arbeitsplätze gefährdet. "Dieser ganze Kuddel-Muddel bei der Parkerei ist nicht mehr vermittelbar."

Ulf von Hielmcrone (SPD): "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Ort ganz erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt bekommen hat, um die Ausfälle auszugleichen." Und: "Wir wollen eine ordentliche Lösung für die Dauer haben."

Veronika Kolb (FDP): "Wenn das Strandparken so eingeschränkt wird, wie Sie es wünschen, dann vertreiben sie genau die Leute, die den Unterhalt für den Nationalpark Wattenmeer zu großen Teilen mitbezahlen."

Irene Fröhlich (Grüne): "Auch in Zeiten des Kommunalwahlkampfes muss St. Peter endlich lernen, sich mit den Tatsachen abzufinden." Letztendlich schade die andauernde Debatte dem Image des Ortes.

Lars Harms (SSW):  "Das Strandbeparken ist unschädlich. Sperrt man den Strand, schießt man sich selbst ins Knie." Im Sinne Aller sei eine flexiblere Regelung sinnvoll.

Umweltminister Klaus Müller (Grüne): Die Landesregierung sei der Gemeinde St. Peter-Ording bereits weit entgegen gekommen -das Parken auf den schleswig-holsteinischen Stränden schon lange verboten.

Hintergrund:
 Eine der Touristenattraktionen des 3.500-Seelen-Ortes St. Peter-Ording ist die Möglichkeit, mit dem Auto direkt am Strand zu Parken. Land und Gemeinde hatten sich aus Umweltschutzgründen bereits 1999 darauf geeinigt, diesen Service ab 2003 nur noch während der Hauptsaison – also von Mitte Juni bis Mitte September – anzubieten. In diesem Zeitraum dürfen täglich bis zu maximal 2.500 Autofahrer den Blick vom Auto auf die Nordsee genießen. Diese Regelung gilt bis zum Jahr 2022. Mittlerweile befürchtet die Gemeinde St. Peter-Ording aber massive Umsatzeinbußen durch die festgelegten Parkzeiten und fordert deren Ausweitung von Anfang März bis Ende Oktober. Laut Expertenmeinung drohen der Gemeinde Einkommensverluste von über vier Millionen Euro.

Im Internet: St. Peter-Ording (www.st.peter-ording.de)

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ttt

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