Auf dieser Seite: Verlässliche Grundschule

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Ausgestaltung des Regierungsprogramms "Einführung der Verlässlichen Grundschule"
Antrag der Fraktion der FDP
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Drucksache: 15/2430
-Plenarprotokoll-
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Verfahren zur verlässlichen Grundschule
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen von SPD und B´90/GRÜNEN - Drs. 15/2488
Antrag (Ergänzung) der Fraktion der CDU - Drs. 15/2492
Drucksache: 15/2439

Schulen: Suche nach Verlässlichkeit
Konzept der Landesregierung ist umstritten

Kiel (lno) - Das Regierungskonzept für die so genannte Verlässliche Grundschule in Schleswig-Holstein bleibt umstritten. Die Opposition im Landtag befürchtet zu starre Regelungen und letztlich weniger Unterricht statt mehr. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) versicherte am Mittwoch, 19. Februar, dass das Land nur den Rahmen vorgebe, vor Ort aber die Schulkonferenz entscheide. Die Verlässliche Grundschule soll feste Unterrichtszeiten garantieren und dazu beitragen, dass weniger Unterricht ausfällt.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Sylvia Eisenberg, warf der Ministerin "Täuschungsversuche" vor: Die vorgesehenen Lehrerstunden reichten weder aus, um den notwendigen Unterricht sicherzustellen, noch um die Zeit für Fördermaßnahmen zu erweitern. Es gebe eine lange Liste von Ungereimtheiten: "Ich nenne nur den Einsatz von teuer und gut ausgebildeten Lehrern zum Frühstückessen", sagte Eisenberg.

Der Erlass zur Einführung der Verlässlichen Grundschule, dessen inzwischen inhaltlich teilweise korrigierter Entwurf viel Kritik ausgelöst hatte, soll zum 1. August in Kraft treten. Zunächst wird das Konzept an gut 100 Schulen im Hamburger Randgebiet getestet. Das Land will dafür statt der zunächst geplanten 50 Lehrerstellen nun 75 bereitstellen.

Dies sei nur ein Bruchteil dessen, was etwa in Hamburg eingesetzt wurde, monierte FDP-Bildungspolitiker Ekkehard Klug. Ohne wesentlich mehr Personal könne ein starrer Zeitrahmen von 8.00 bis 12.00 Uhr beziehungsweise 8.00 bis 13.00 Uhr an den Grundschulen durch Lehrer überhaupt nicht abgedeckt werden. Selbst in Schulen mit Klassen ab 23 Schülern müssten alle Stunden für Fördermaßnahmen wie Deutsch für Ausländer oder Hilfen für Legastheniker gestrichen werden, sagte Klug voraus. Zudem fielen alle Arbeitsgemeinschaften weg.

Weder das zeitliche Konzept noch der Einsatz der Lehrer würden starr gehandhabt, versicherte die Bildungsministerin. "Die Verlässliche Grundschule ist ein Rahmen für Verlässlichkeit, den die Schulen so eigenverantwortlich wie möglich ausfüllen sollen." Der Zeitrahmen werde nun so flexibilisiert, dass auch eine Betreuung parallel zum Unterricht und nach 14.00 Uhr möglich sei. Das Land wolle keinem Betreuungsangebot die Förderung entziehen, sagte Erdsiek-Rave zu. Hintergrund: Viele Betreuungsvereine sahen sich durch das Angebot des Landes in ihrer Existenz gefährdet und befürchteten Nachteile für berufstätige Eltern. Denen sichern im Konzept der schon bestehenden "Betreuten Grundschulen" meist private Träger eine Betreuung ihrer Kinder zwischen 7.00 und 14.00 Uhr zu.

Obwohl es viele gut funktionierende "betreute Grundschulen" gebe, krankten viele dieser Angebote an organisatorischen Schwierigkeiten, merkte die SPD-Abgeordnete Birgit Herdejürgen an. Eltern hätten jedoch dringenden Bedarf an verlässlichen Betreuungszeiten, die durch die Regierungspläne sicher gestellt werden könnten. Dennoch könne aber eine verlässliche Halbtagsschule kein Ersatz für Betreuungsangebot am Nachmittag sein, betonte Herdejürgen

Angelika Birk von den Grünen lobte die angestrebte Aufhebung des starren 45-Minuten-Taktes für den Unterricht: "Welch eine Chance für spannende Vormittage, nicht nur für Kinder". Die SSW-Abgeordnete Anke Spoorendonk (SSW) zeigte Verständnis für die Sorge, dass die Pläne der Regierung mit bereits vorhandenen Betreuungsangeboten kollidieren könnten. Es stelle sich auch nach der Erklärung der Ministerin, dass die verlässliche Grundschule keine Konkurrenz zur betreuten Grundschule darstelle, die Frage, wie die beiden Konzepte sinnvoll verbunden werden könnten, so Spoorendonk.

Die Anträge 15/2492 und 15/2430 sowie der mündliche Bericht der Landesregierung wurden an den Bildungsausschuss zur weiteren Beratung überwiesen. .

Hauptredner: Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Birgit Herdejürgen (SPD), Sylvia Eisenberg (CDU), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

Hintergrund
 
 Die Landesregierung plant nun die Einführung so genannter "Verlässlicher Grundschulen", in denen für die 1. und 2. Klasse ein fester Unterrichtsblock von 8 bis 12 Uhr, für die 3. und 4. Klasse von 8 bis 13 Uhr garantiert werden soll. Die Schulen erhielten dafür pro Klasse mit 22 Schülern 1,1 Lehrerstunden zusätzlich. Vorerst soll das Projekt zum Schuljahr 2003/04 nur im Hamburger Randgebiet eingeführt werden, innerhalb der nächsten fünf Jahre jedoch Flächen deckend Anwendung finden.
 Kritiker befürchten die Überschneidung der beiden Konzepte und damit das Aus für die "betreuten Grundschulen".

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