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Auf
dieser Seite: Natura
2000 - Forstbericht
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Top 10:
Natura 2000 oder
Infrastruktur und Wirtschaftswachstum
Antrag der Fraktion
der FDP
Antrag der Fraktionen von SPD und B`90/Grüne - Drs. 15/3236 |
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Top 36:
Sechster
Forstbericht - Berichtszeitraum 1998-2002
Bericht der
Landesregierung |
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Natura 2000
erhitzt die Gemüter
auch im Plenarsaal
Rot-Grün weist Vorwurf
der
Wirtschaftsfeindlichkeit zurück
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Kiel (SHL). Der Naturschutz droht das
Wirtschaftswachstum in Schleswig-Holstein auszubremsen - das
befürchtet die Opposition im Kieler Landtag. Am Donnerstag, 19.
Februar 2004, hat die FDP deshalb die Landesregierung
aufgefordert, über mögliche Konflikte zwischen Wirtschaft und
Ausweisung der neuen Natura 2000-Gebiete zu berichten.
Umweltminister Klaus Müller (Grüne)
bekräftigte dabei erneut den Vorsorgegedanken von Natura 2000,
der bei einer zügigen Flächenausweisung für Rechts- und
Planungssicherheit sorge. Die dabei entstehenden Zielkonflikte
seien nichts Neues. Abhilfe würde das Instrument der
Verträglichkeitsprüfung schaffen. Es sei
"absurd" zu glauben, dass die Europäische Union mit
ihren Richtlinien Wirtschaft, Wohlstand und Wachstum gefährde,
so Müller.
Besonders umstritten ist
seit Monaten nach wie vor die geplante Ausweisung großer Teile
der Nordsee-Halbinsel Eiderstedt (Nordfriesland) als
Vogelschutzgebiet. Außerdem sieht der Unternehmensverband
Unterelbe-Westküste den seit Jahren geforderten mehrspurigen
Ausbau der Bundesstraße 5 und des Husumers Hafens gefährdet.
Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU verpflichtet das
Umweltministerium, Natura 2000-Gebiete auszuweisen – ansonsten
drohen Bußgelder und der Verlust von EU-Fördermitteln.
FDP: "Grüne Ideologie-Parks"
vernichten
Arbeitsplätze
Angesichts der Rekordarbeitslosigkeit im Land
brauche Schleswig-Holstein vor allem Wachstum, sagte der
FDP-Abgeordnete Heiner Garg in der zeitweise überaus emotional
geführten Debatte und warf der Regierung vor, einseitige
Politik zugunsten des Naturschutzes zu betreiben. Umweltminister
Klaus Müller plane, Schleswig-Holstein unter dem Deckmantel von
EU-Richtlinien zu einem "grünen Musterländle"
auszubauen und gefährde durch "grüne
Ideologie-Parks" tausende Arbeitsplätze. Mit der
Ausweisung der Natura-Gebiete wolle Müller vor allem Infra-Strukturprojekte
verhindern, argwöhnte auch Oppositionsführer Martin
Kayenburg (CDU). So sei unter anderem eine Ausweisung in der
Kremper Marsch geplant, wo nach dem Bau der zweiten Elbquerung
die A20 hindurch führen soll. Auch die Erweiterungsflächen der
chemischen Industrie in Brunsbüttel sollten FFH-Gebiet werden.
"Sie machen Umweltschutz gegen die Menschen", rief
Kayenburg der Regierungsbank zu. Und: Das Ausweisungsverfahren
sei "dilettantisch".
Auch der SSW reihte sich mit dem Abgeordneten
Lars Harms in die Reihe der Kritiker ein: Der Umweltminister
habe das Ziel des Ausgleichs zwischen Ökonomie und Ökologie
aus den Augen verloren. So lasse die Ausweisung der Flächen
für den geplanten Offshore-Windhafen Husum als FFH-Gebiet
vermuten, dass "da doch das eine oder andere Projekt"
verhindert werden solle. In Schleswig-Holstein rede das
Wirtschafts- nicht mit dem Umweltministerium, bedauerte Harms.
Rot-Grün: Opposition spielt mit Ängsten der Bevölkerung
Als Beispiele dafür, dass auch nach einer
fest gestellten Unverträglichkeit Genehmigungen im
ökonomischen Interesse möglich sind, nannte der
SPD-Abgeordnete Konrad Nabel die Wakenitz-Brücke bei Lübeck
und das Mühlenberger Loch. Genauso könne ein Wal-Schutzgebiet
im Fehmarn-Belt nicht die geplante feste Querung verhindern.
"Geld kann man nicht essen und wir brauchen auch noch Luft
zum Atmen", betonte Konrad Nabel (SPD) jedoch zugleich die
Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung. "Sie schaffen das
Ziel Naturschutz einfach ab", warf Detlef Matthiessen
(Grüne) der schwarz-gelben Opposition vor. Die Landesregierung
arbeite ordentlich und werde das Land nicht dem Risiko von
Strafgeldern der EU wegen Vertragsbruches aussetzen.
Beschlussfassung:
Eine schnelle Ausweisung der Natura
2000-Gebiete schaffe für alle Beteiligten die nötige
Planungssicherheit, stellte der Landtag abschließend mit den
Stimmen der rot-grünen Regierungsmehrheit und des SSW fest. Der
Antrag der Liberalen, der die Besorgnis des Parlaments über die
Ausweisungen ausdrücken sollte, wurde hingegen gegen die
Stimmen von FDP und CDU abgelehnt.
Hintergrund:
Im Rahmen des 1992 beschlossenen Programms
"Natura 2000" haben sich die Mitgliedsstaaten
der Europäischen Union verpflichtet, Naturschutzgebiete
im Sinne der "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH)
und der Vogelschutz-Richtlinie auszuweisen. Dies, so die
EU-Kommission, sei in Schleswig-Holstein bislang nicht in
ausreichendem Maße geschehen. Brüssel fordert daher
Nachbesserung und droht mit Geldbußen.
Im Lande sind zurzeit 123 Gebiete mit einer
Gesamtgröße von 59.200 Hektar als FFH-Gebiete
ausgewiesen. Nach Willen der Landesregierung sollen
weitere 240 Gebiete mit rund 51.000 Hektar Fläche
hinzukommen. In diesen Arealen befinden sich Strandseen,
Salzwiesen, Binnendünen, Sümpfe und Moorwälder.
Geschützt werden sollen beispielsweise Fischotter,
Neunaugen, Strand-Sellerie und Schmetterlinge.
Im Dezember hat das Kabinett mit den Anhörungen
zur Festlegung der Vogelschutzgebiete begonnen. Dabei
steht insbesondere die Halbinsel Eiderstedt im Blickpunkt.
Umweltminister Klaus Müller (Grüne) plant, das gesamte
30.000 Hektar große Gebiet bis auf wenige Ausnahmen zur
Schutzfläche zu erklären. Sein Argument: Hier leben
fünf Vogelarten, die auf der EU-Schutzliste stehe,
darunter die Trauerseeschwalbe und der Goldregenpfeifer.
Eiderstedter Landwirte befürchten hierdurch
wirtschaftliche Nachteile. Sie kritisieren insbesondere
das so genannte "Verschlechterungsverbot", das
den Ausbau ihrer Betriebe erschwert. (mehr
Infos: plenum-online,
Dezember 2003)
Die FDP im Landtag fordert von der Landesregierung
einen Bericht über die Auswirkungen der
Naturschutzmaßnahmen auf das Wirtschaftswachstum und die
Infrastruktur.
mehr
Informationen: Natura
2000 (Info-Seiten Umweltministerium S-H)
(www.natura2000-sh.de)
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Der Wald
atmet noch nicht richtig auf
Regierung legt
Forstbericht 2003 vor
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Kiel (SHL) Die Lage in Schleswig-Holsteins Wäldern ist
ernst – die Fraktionen des schleswig-holsteinischen Landtags
stellten einhellig Handlungsbedarf fest. Im Jahr 1999 waren die
Schäden in den über 10. 000 Forsten im Land so groß wie seit
1984 nicht mehr. Seither hat sich die Situation im mit 9,9
Prozent Waldfläche waldärmsten Flächenland der Republik
(Bundesdurchschnitt: 30 Prozent) nur geringfügig verbessert.
Das geht aus dem sechsten Forstbericht der Landesregierung für
den Zeitraum 1998 bis 2002 hervor, den Umweltminister Klaus
Müller (Grüne) dem Parlament am Freitag, 20. Februar,
vorlegte. Gleichzeitig stellte das Land mit Hilfe des Bundes und
der EU im Berichtzeitraum Mittel in Höhe von 21,1 Millionen
Euro zur Verfügung, um die naturnahe Waldentwicklung und die
Forstbetriebe in Schleswig-Holstein
zu fördern. Dadurch konnten über 1.500 Hektar neuer Wald
geschaffen werden. Die Gesamtwaldfläche im Land liegt bei
155.000 Hektar. Erklärtes Regierungsziel ist es, die Wälder
bis 2012 auf zwölf Prozent der
Landesfläche aufzuforsten.
Die derzeitige Situation sei gekennzeichnet von einer
Verschlechterung der Ertragslage, einem unverändert hohen
Niveau der Gefährdung des Waldes durch Schadstoffe,
Sturmschäden und Wildbiss sowie der zunehmenden
Bedeutung der Forsten als Erholungs-, Schutz- und Lernort,
fasste Umweltminister Klaus Müller (Grüne) die Lage des
schleswig-holsteinischen Waldes zusammen. Insbesondere im
Bereich der Waldpädagogik setze Schleswig-Holstein Maßstäbe
für andere Bundesländer. Positiv hob der Minister auch die
Zusammenarbeit mit den privaten Waldbesitzern hervor: Der
Naturschutz finde nicht nur im Staatswald, sondern auch im
Privatwald statt, lobte der Minister.
Opposition kritisiert Neuwaldbildung
Die Christdemokraten monierten, dass der Bericht mit zweijähriger
Verspätung vorgelegt worden sei. Besonders schmerzhaft sei es,
dass die Neuwaldbildung rückläufig sei. Seit 1997 würden
durchschnittlich weniger als 400 Hektar neu angelegt, nachdem es
1993 noch rund 1.200 Hektar waren. Auch FDP und SSW bedauerten unisono, dass das Ziel der
Landesregierung, einen Waldanteil von zwölf Prozent der Landesfläche
zu erreichen, bislang verfehlt wurde. Jährlich müssten dafür
rund 1.000 Hektar angelegt werden.
Die SPD wandte sich gegen einen weiteren
Personalabbau zur Reduzierung der Kosten für die Landesforsten.
Die Wälder dürften nicht als "finanzpolitischer
Steinbruch" verwendet werden und müssten vor allem ihre Leistungen
für das Gemeinwohl unverändert erfüllen können. Die
Grünen forderten, dem massiven Schaden durch Wildverbiss mit
effizienten Jagdmethoden zu begegnen und hoben die mit mehr als
50 Waldkindergärten bundesweit hervorragende Stellung
Schleswig-Holsteins im Bereich der Schulwälder hervor.
Der Bericht wurde federführend in den Umwelt- und
mitberatend an den Agrarausschuss überwiesen.
Hauptredner:
Umweltminister Klaus
Müller (B`90/Grüne), Claus Ehlers (CDU), Friedrich-Carl Wodarz
(SPD), Günther Hildebrand (FDP), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Der 6. Forstbericht der Landesregierung umfasst
den Zeitraum 1998-2002. Generell ist Schleswig-Holstein
laut Bericht das waldärmste Flächenland in Deutschland:
Während im Bundesdurchschnitt die Waldfläche bei rund 30
Prozent liegt sind es hierzulande knapp zehn Prozent (9,9
Prozent). Dies entspricht einer Gesamtwaldfläche von
155.000 Hektar. Auf jeden Schleswig-Holsteiner kommen so
umgerechnet 590 Quadratmeter Wald. Dafür hat
Schleswig-Holstein mit 53 Prozent überdurchschnittlich
viele Laubbäume in seinen Wäldern und wird nur vom
Saarland übertroffen. Die ausgiebigsten Waldspaziergänge
können in den Kreisen Herzogtum Lauenburg mit seinem
Sachsenwald und Segeberg gemacht werden, wo der Waldanteil
24,6 beziehungsweise 15,1 Prozent beträgt. Die wenigsten
Bäume vor ihrer Haustür haben die Bürger in
Dithmarschen: Hier liegt der Waldanteil bei 3,3 Prozent.
Die Aufforstung neuer Wälder auf zwölf Prozent der
Landesfläche ist das erklärte Ziel der Landesregierung
bis zum Jahr 2010. Demnach müssten rund 1.000 Hektar
jährlich angelegt werden. Doch knappe Finanzen bereiten
hier Probleme. Wurden 1993 noch rund 1.200 Hektar neu
angelegt, so sind es seit 1997 weniger als 400 Hektar pro
Jahr.
Von der rund 155.000 Hektar großen Waldfläche im
nördlichsten Bundesland wird rund die Hälfte (80.000
Hektar/51Prozent) privat bewirtschaftet; 52.000 Hektar (34
Prozent) sind Staatswald und 23.000 (15 Prozent)
Körperschaftswald.
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