Auf dieser Seite: Raumordnung - Bürokratieabbau

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Top 17: 
Raumordnungsbericht 2003
Bericht der Landesregierung

Drucksache: 15/3070
-Plenarprotokoll-
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Top 23: 
Weniger Bürokratie, mehr Bürgernähe
Antrag der Fraktion der CDU - Drucksache 15/2993
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsaus-
schusses (Ausschussüberweisung am 14. November 2003)
Drucksache: 15/3194
-Plenarprotokoll-
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Den Raum ordnen
Geteiltes Echo auf Regierungsbericht 

Kiel (SHL). Der von der Landesregierung am Mittwoch, 18. Februar 2004, vorgelegte Raumordnungsbericht für das vergangene Jahr ist im Landtag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Innenminister Klaus Buß (SPD) zeigte sich im Großen und Ganzen zufrieden mit den Entwicklungen im Land.  Als besonders positive hob Buß hervor, dass die Einwohnerverluste der letzten Jahre in den Städten gestoppt werden konnten. Die Opposition kritisierte den Bericht als bloße Materialsammlung ohne die nötigen Schlussfolgerungen.

Nach Auffassung der CDU zeige der Bericht "das kollektive Unvermögen der Landesregierung, die Herausforderungen der Landesentwicklung anzunehmen". Gesamtkonzept und Analyse fehlten. Zudem seien die Zahlen nicht aktuell. Aus den Reihen der FDP verlautete die Sorge um die Entwicklung in den Städte zu vernehmen. Diese stießen an ihre Grenzen und seien zunehmend auf die interkommunale Zusammenarbeit angewiesen, um eine harmonische Entwicklung zu ermöglichen. In diesem Punkt fanden die Liberalen auch die Zustimmung der Sozialdemokraten.

Die Grünen lenkten den Blick auf das Problem des Flächenverbrauchs für Verkehrsmaßnahmen. Dieser sei im Berichtszeitraum um knapp zehn Prozent gestiegen. Der SSW stellte die Struktur des Raumordnungsberichts in Frage und schlug eine großflächigere Auswertung und Erhebung vor.

Lebensraum der Bürger fördern

Aufgabe des Staates, der Länder und der Gemeinden in Deutschland ist es unter anderem, eine Raumentwicklung zu fördern, die möglichst viele Ansprüche der Bürger an ihren Lebensraum erfüllt. Übergeordnete Ziele sind dabei, diesen Lebensraum mit Blick auf seine Nutzung und Entwicklung zu ordnen, eine nachhaltige Raumentwicklung, die auch künftigen Generationen erstrebenswerte Lebensbedingungen sichert, zu fördern sowie gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen Deutschlands herzustellen. Die einmal pro Legislaturperiode vorgelegten Raumordnungsberichte der Landesregierung sollen einen Überblick über die aktuelle Situation im Land geben.

Hauptredner: Martin Kayenburg (CDU), Maren Kruse (SPD), Günther Hildebrand (FDP), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)

Hintergrund:
 
Einmal in jeder Legislaturperiode legt die Landeregierung dem Landtag einen Raumordnungsbericht vor. Er enthält Angaben über die Entwicklung der Einwohnerzahlen, der Arbeitsplätze, des Wohnungsbaus und der Flächennutzung. Einige der Kernaussagen des Berichts 2003:
* Die schleswig-holsteinische Bevölkerung ist bis Ende 2002 auf 2,816 Millionen gestiegen. Ein besonders starker Anstieg war im Hamburger Rand zu verzeichnen. Auch in den ländlichen Räumen stieg die Bevölkerungszahl, während sie in den großen Städten zurückging.
* Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist landesweit zwischen 1997 und 2001 angestiegen. Ein besonders starkes Plus war in den Hamburger Randgemeinden zu verzeichnen. Auch die großen Städte konnten leicht zulegen, während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in ländlichen Gegenden fast unverändert blieb.
* Die Baufertigstellungszahlen sind nach einer Boomphase Mitte der 90er Jahre landesweit zurückgegangen –besonders stark in den großen Städten, etwas weniger in den Stadtrandgemeinden, vor allem im Hamburger Rand.
* Ein Großteil der Landesfläche wird nach wie vor für die Landwirtschaft genutzt. Dennoch ist die Agrar-Fläche seit 1988 um 28.200 Hektar (rund 2,4 Prozent) zurückgegangen. Diese Flächen wurden einer Nutzung als Gebäude, Siedlungs- und Verkehrsflächen zugeführt, insbesondere im Umkreis großer Städte.

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Bürgerfreundlichkeit ist das Ziel
Parteien streiten über eingeschlagenen Weg
der Verwaltungsmodernisierung

Kiel (SHL). Die Parteien des Landtages wollen die Verwaltung in Schleswig-Holstein bürgerfreundlicher und effizienter gestalten. Während an dieser Zielsetzung große Einigkeit herrschte, schieden sich am Weg dorthin allerdings die Geister. So lehnten Rot-Grün und SSW am Mittwoch, 18. Februar, einen CDU-Antrag zur Verwaltungsmodernisierung ab, weil er hinter der aktuellen Entwicklung zurückbliebe. Union und Liberale warfen der Regierung vor, der Bürokratisierung Vorschub zu leisten. Innenminister Klaus Buß betonte, dass sich Rot-Grün insbesondere durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den kommunalen Verbänden des Landes in die richtige Richtung bewege.

Die Forderung des CDU-Abgeordneten Klaus Schlie, die Verwaltung zunehmend auf Kernaufgaben zu beschränken und weitere Aufgaben vom Land auf die Kommunen zu übertragen, sah der SPD-Abgeordnete Klaus Peter Puls im wesentlichen bereits in der Umsetzung. Genau darauf ziele die Politik der Landesregierung ab. Irene Fröhlich stellte fest, dass Schleswig-Holstein schon heute die geringsten Personalkosten in der Verwaltung aufweise. FDP und SSW warnten vor einem Hau-Ruck-Verfahren in dem Prozess. Während der Politiker der Liberalen, Günther Hildebrand, sich gegen eine "von oben" verordneten Verwaltungsmodernisierung aussprach, appellierte die SSW-Vertreterin Silke Hinrichsen, die betroffenen Mitarbeiter in der Verwaltung von der Richtigkeit der Modernisierungsmaßnahmen zu überzeugen. Das Ansinnen der Union auf Überweisung ihres Antrages an den Rechts- und Innenausschuss wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und SSW abgelehnt.

Verwaltungsreform soll 2,1 Millionen Euro einsparen

Hintergrund der Debatte bildet die von der Landesregierung geplante Verwaltungsreform. Danach sollen die Landesbehörden umgestaltet und effizienter gemacht werden. Rot-Grün erhofft sich dadurch Einsparungen von jährlich 2,1 Millionen Euro. Landeskompetenzen, die bislang von unteren Landesbehörden wahrgenommen wurden, sollen an die Kreise und Kommunen abgegeben werden. Dies gilt beispielsweise für die Bereiche Wasserwirtschaft, Regionalentwicklung und Flurneuordnung. Nach der Auflösung der Oberfinanzdirektion soll nun die Zahl der Finanzämter von 21 auf 17 reduziert werden.

Hintergrund:
  Die Landesregierung plant, im Rahmen der Verwaltungsreform die Landesbehörden umzugestalten und effizienter zu machen. Dadurch sollen 2,1 Millionen Euro jährlich eingespart werden.
  Landeskompetenzen, die bislang von unteren Landesbehörden wahrgenommen wurden, sollen an die Kreise und Kommunen abgegeben werden. Dies gilt beispielsweise für die Bereiche Wasserwirtschaft, Regionalentwicklung und Flurneuordnung. Nach der Auflösung der Oberfinanzdirektion soll nun die Zahl der Finanzämter von 21 auf 17 reduziert werden.
  Die staatlichen Umweltämter und die Ämter für ländliche Räume werden aufgelöst und in einem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft mit Sitz in Itzehoe zusammengefasst. Aus dem jetzigen Amt für Natur und Umwelt soll ein Institut zur wissenschaftlichen Grundlagenarbeit werden.
  Auch die CDU strebt eine Übertragung von Landesaufgaben "nach unten" an. Zudem sollen bisherige staatliche Leistungen aus dem Katalog gestrichen werden. Gemeinden sollen finanzielle Anreize für die Zusammenarbeit untereinander und für wirtschaftliches und bürgernahes Handeln geboten werden. Hier sollen drei bis vier kommunale Dienstleistungszentren, so genannte "Regionalämter", als Unterstützung dienen. Der Innen- und Rechtsausschuss empfiehlt dem Landtag mit rot-grüner Mehrheit, diese von der CDU vorgeschlagenen Maßnahmen anzulehnen.

 weitere Informationen: Plenum-online, Dezember 2003

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