Auf dieser Seite: Grüne Berufe  -  Entkoppelung

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Top 34: 
Berufliche Situation insbesondere der Frauen im länd-
lichen Bereich und in den so genannten "grünen Berufen"

Landtagsbeschluss vom 12. November 2003 - Drs. 15/2994
Bericht der Landesregierung

Drucksache: 15/3208
-Plenarprotokoll-
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Top 35: 
Entkoppelung von Prämien in der Landwirtschaft
Bericht der Landesregierung
       neu: ohne Aussprache
Drucksache: 15/3209
-Plenarprotokoll-
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"Grüne Berufe" weiter eine Männerdomäne
Landtag: Moderne Agrarpolitik soll sich stärker  auf Frauen ausrichten

Kiel (SHL).  Frauen sind in Berufen der Land- und Forstwirtschaft, den sogenannten "Grünen Berufen", stark unterrepräsentiert – das geht aus einem Bericht der Landesregierung hervor, den der Landtag am Freitag, den 20. Februar behandelt hat. So schlossen laut dem Bericht zufolge im Ausbildungsjahr 2001/02 etwa 5.200 Männer aber nur 500 Frauen eine Ausbildung zum Landwirt ab. Auch bei den eigenen Hof- und Gartenbaubetrieben klafft die Zahl im gleichen Zeitraum auseinander: 16.400 Männer stehen hier 1.500 Frauen gegenüber. Bei den 6.039 ausgebildeten Gärtnern betrug der Frauenanteil 32 Prozent. Unter den Landtagsparteien herrschte Einigkeit darüber, dass es ein wichtiges Ziel moderner Agrarpolitik sei, den Frauenanteil in den "Grünen Berufen" zu heben.

Während Landwirtschaftsminister Klaus Müller (Grüne) darauf verwies, dass mittlerweile verschiedene Förderprogramme für Frauen in der Landwirtschaft angeboten werden, beschied die Opposition, die im Bericht genannten Chancen beruhten vor allem auf "Eigeninitiative". Die Redner stimmten darin überein, dass die Frauenrolle in der Agrarwirtschaft von traditionellen Vorstellungen geprägt sei und die Politik hier gegensteuern müsse. Auch seien die Frauen vom Strukturwandel im ländlichen Raum besonders betroffen. Allgemein gelobt wurde die Arbeit von verschiedenen Berufsbildungs-Initiativen für Frauen in "Grünen Berufen", insbesondere die Arbeit des Landfrauen-Verbandes.

Der Bericht wurde einstimmig an den Agrarausschuss überwiesen.

Stimmen aus der Debatte

Landwirtschaftsminister Klaus Müller (B.90/Grüne): Die Landwirtschaft entwickele sich immer mehr zu High-tec-Branche, was insbesondere den Frauen zugute komme. Dennoch sei die Berufstätigkeit in der Landwirtschaft nach wie vor Männerdomäne. Auch der Frauenanteil im akademischen Bereich sei "unangemessen gering". Da Frauen weiterhin einer Doppelbelastung von Familie und Beruf ausgesetzt seien, sei moderne Landwirtschaftspolitik gefordert.

Ursula Sassen (CDU): "Die klassische Reihenfolge des Interesses der Mädchen von der Barbiepuppe über die Pferdenärrin hin zum Partner, der sicher gerne einen Reiterhof in die Beziehung einbringen darf, scheint immer noch aktuell zu sein."

Maren Kruse (SPD): Die Landwirtschaft bleibe auf den ersten Blick Männerdomäne, doch würden viele Tätigkeiten in der Landwirtschaft, wie etwa im Haushalt, statistisch nicht erfasst, obwohl sie für das Funktionieren der Landwirtschaft unerlässlich seien. Aber noch heute hätten Frauen in der Hofnachfolge nur dann eine Chance, wenn kein männlicher Nachfolger existiere. "Ein Wandel in der Frauenrolle bedingt immer auch ein Wandel in der Männerrolle."

Veronika Kolb (FDP): Die Landwirtschaft solle durch Entwicklung neuer Standbeine breitere Basis bekommen, da das Höfe-Sterben weitergehe. "Frauen scheinen ihren Beruf und ihren Bildungsweg noch nach klassischen Mustern auszuwählen.". Auch falle es vielen Kreditinstituten es schwer, Innovationen von Frauen in der Landwirtschaft richtig einzuschätzen. Es sei Aufgabe der Politik, hier unterstützend mitzuhelfen und bürokratische Hemmnisse abzubauen.

Irene Fröhlich (B.90/Grüne): Frauen seien durch Strukturwandel im ländlichen Raum doppelt betroffen und könnten in den seltensten Fällen auf einen Lebenspartner mit eigenem Einkommen zurückgreifen. Dennoch nutzen Frauen die Agrarkrise erfreulich positiv und seien eine "starke und wichtige Säule in der ländlichen Entwicklung".

Lars Harms (SSW): Es sei auch die Frage, wie sinnvoll es sei, "Grüne Berufe" sektoral zu betrachten, da sich durch den Strukturwandel die Grenzen zwischen den Berufen verschieben würden. Es gäbe im ländlichen Raum Alternativen zu "Grünen Berufen", die weiter genutzt werden müssten.

Hintergrund:
  Ein Regierungsbericht belegt, dass es bei so genannten "Grünen Berufen" starke Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. So wurden im Zeitraum von 1992 bis 2002 insgesamt 5.229 Männer als Landwirt ausgebildet, aber nur 500 Frauen. 460 männlichen Forstwirten standen lediglich 18 weibliche gegenüber, und unter 358 Teichwirten befanden sich nur acht Frauen. Bei den 6.039 ausgebildeten Gärtnern betrug der Frauenanteil 32 Prozent. 2001 hatten 1.500 Frauen, aber 16.400 Männer ihren eigenen landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Betrieb.
  Ganz anderes das Bild bei den Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschaftern: Hier befand sich ein Mann unter 450 Frauen.
  Die Landesregierung versucht, dieses Ungleichgewicht aus der Welt zu schaffen. So wird die Beratungseinrichtung "Perspektiven für Bäuerinnen" der Landwirtschaftskammer jährlich mit rund 45.000 Euro gefördert.

mehr Informationen: Infos der Landesregierung
(www.landesregierung.schleswig-holstein.de/coremedia/generator/
Aktueller_20Bestand/MUNL/Brosch_C3_BCre_20_2F_20Publikation/
Gr_C3_BCne__Berufe.html)

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Entkoppelung: 
EU-Prämien gehen zurück

Kiel (SHL). Ohne Aussprache hat der Landtag am Freitag, 20. Februar 2004, einen vom SSW angeforderten Bericht der Landesregierung zur Entkoppelung von Prämien in der Landwirtschaft an den Agrarausschuss zur weiteren Beratung überwiesen. Dem Bericht zufolge muss Schleswig-Holstein mit einem Rückgang der jährlichen EU-Prämien von zurzeit rund 375 Millionen Euro um knapp fünf Prozent rechnen. Hintergrund: Nach EU-Vorgaben  sollen die Bauern nach einer mehrjährigen Übergangsphase ihre EU-Beihilfen nicht mehr entsprechend der Produktion erhalten. Stattdessen favorisiert die EU-Kommission ein so genanntes "historisches Betriebsmodell", nach dem die Bauern ihre Zahlungen auf Grundlage der Jahresbezüge 2001 bis 2003 erhalten sollen. Die rot-grüne Bundesregierung hingegen spricht sich in einem Gesetzentwurf vom Januar dieses Jahres für eine Bezahlung entsprechend der bewirtschafteten Fläche mittels einer "regionalen Flächenprämie" aus.

Die "Entkoppelung" der Prämien von der Produktion soll einer Überproduktion entgegenwirken und den Strukturwandel im ländlichen Raum fördern, beispielsweise durch die vermehrte Bezuschussung von Umweltschutz- und Infrastrukturmaßnahmen. Insbesondere Mastbetriebe, die bislang auf kleiner Fläche intensiv produzieren, befürchten Einbußen durch die Entkoppelung. 

Mehr informationen:

  plenum-online, November 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november03/
texte/37_32_wassertouri_entkoppelung.htm)
plenum-online, April 2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/april03/
texte/10_28_fischler_hochwasser.htm)

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