Auf dieser Seite: Finanzämter  -  Wirtschaftsförderung

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Top 37: 
a) Reform der Struktur der Finanzämter
Bericht der Landesregierung - Drucksache 15/3172
b) Strukturreform der Finanzämter
Antrag der Fraktion der CDU - Drucksache 15/3177, Ziffer 3
Bericht und Beschlussempfehlung des Finanzausschusses
(Ausschussüberweisung 105. Sitzung am 22. Januar 2004)
    neu: ohne Aussprache

Drucksache: 15/3215
-Plenarprotokoll-
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Top 29: 
Kontrolle der Wirtschaftsförderung des Landes
Landtagsbeschluss vom 23. Januar 2004 - Drucksache 15/3146
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3203
-Plenarprotokoll-
  zum Text
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Konzept für künftige Steuerverwaltung abgelehnt

Kiel (SHL). Entgegen der ursprünglichen Tagesordnung hat der Landtag eine erneute Debatte über die Strukturreform der Finanzämter im Land ad acta gelegt und ohne Aussprache behandelt. Nach entsprechender Behandlung im Wirtschaftsausschuss nahm das Parlament  einen Regierungsbericht zu den Grundzügen der Reform, demnach die Zahl der Finanzämter in Schleswig-Holstein von 21 auf 17 reduziert werden sollen, zur Kenntnis. Außerdem wurde mit den Stimmen von Rot-Grün und SSW eine Forderung der CDU abgelehnt, demnach die Landesregierung ein Konzept für die künftige Steuerverwaltung vorlegen sollte. Das Konzept sollte beinhalten, wie "die neuen Aufgaben der Finanzverwaltung  unter den Bedingungen eines einfachen und transparenten Steuerrechts mit deutlich weniger Personal und Standorten" erfüllt werden können. Die Liberalen stimmten mit der Union gegen die Ablehnung.

Hintergrund:
  Die Landesregierung plant, die Zahl der Finanzämter im Land von 21 auf 17 zu reduzieren. Kleinere Behörden, die in den Augen des Finanzministeriums unflexibel und weniger wirtschaftlich arbeiten, sollen geschlossen werden. Insgesamt sind 4.100 Mitarbeiter in den schleswig-holsteinischen Finanzämtern beschäftigt.
  Im Zuge der Reform der Finanzverwaltung sollen die Finanzämter in Heide und Eutin geschlossen werden. Die Aufgaben übernehmen die Ämter in Meldorf und Oldenburg beziehungsweise Plön. Die Ämter in Husum und Schleswig werden stark verkleinert und als Nebenstellen der Finanzämter Leck und Eckernförde weiter geführt.
  Die Pläne sollen zum 1. Januar 2005 in Kraft treten. Ausnahme Eutin: Dort kommen die Änderungen erst 2006; derzeit prüft das Finanzministerium noch, ob das Amt in Plön weitere Aufgaben übernehmen kann, um mehr Angestellten aus Eutin eine wohnortnahe Beschäftigung bieten zu können. Zudem bleibt in Eutin noch bis 2009 eine Nebenstelle mit 40 Mitarbeitern erhalten.
  Gegen die Regierungspläne regen sich weiterhin Widerstände: Insbesondere in Heide bezweifeln Kommunalpolitiker den finanziellen Nutzen einer Schließung des örtlichen Amtes zugunsten von Meldorf. Mitarbeiter des Eutiner Finanzamtes haben über 5.000 Unterschriften gegen den Umzug ihrer Behörde nach Oldenburg gesammelt.

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2004/
texte/17_finanzaemter.htm

"plenum-online", November 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november03/
texte/27_34_buerokratie_verwaltung.htm)

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Wirtschaftsförderung: 
Licht oder Schatten
Landtag gespalten in der Bewertung

Kiel (SHL). Eine positive Bilanz hat Wirtschaftsminister Bernd Rohwer am Donnerstag, 19. Februar 2004, in einem von der FDP angeforderten Bericht zur Kontrolle der Wirtschaftsförderung im Land gezogen. Angesichts der Menge der bereitgestellten Mittel müsse auch gesichert werden, dass diese sorgfältig verwendet werden. Über 190 Ansiedlungen mit mehr als 2.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr seien ein deutlicher Beweis für die Effektivität der Förderung. Im Bundesvergleich sei das der zweite Platz  hinter Hamburg bei den Neuansiedlungen. Externe Gutachter, darunter auch die unabhängige Bertelsmann-Stiftung, würden Schleswig-Holstein darüber hinaus auch bescheinigen, auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung überaus aktiv zu sein, so Rohwer.

Eine "falsches Selbstbild" attestierten dagegen CDU und FDP dem Wirtschaftsminister. Nach außen werde behauptet, die Wirtschaftsförderung sei erfolgreich. Die Wirtschaftsdaten, vor allem die Rekord-Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein, zeichneten dagegen ein anderes Bild: Im Bundesvergleich stehe das Land wirtschaftlich schlecht da. Der Minister verwechsle Aktivität mit Erfolg, so die Kritik. Ob Arbeitsplätze im Einzelnen tatsächlich auf Grund einer Förderung erhalten oder neu geschaffen werden konnten, sei zudem nicht geklärt. Die Wirtschaftsförderung im Land schmücke sich mit fremden Federn.

Regierungsfraktionen und SSW verwiesen dagegen auf unabhängige Gutachten, die Schleswig-Holsteins Wirtschaftsförderung durchweg ein gutes Zeugnis ausgestellt hätten. Einzelne Ungenauigkeiten im Bericht des Wirtschaftsministeriums lägen in der Natur der Sache, weil nicht zu allen Bereichen verlässliche Zahlen ermittelt werden könnten. Die Gutachten zeigten aber einen eindeutigen Trend: Die Wirtschaftsförderung im Lande funktioniere, die eingesetzten Mittel würden sinnvoll verwendet, allerdings: Den Strukturwandel in Landwirtschaft und Schiffbau könne auch die beste Wirtschaftsförderung nicht aufhalten.

Der Wirtschaftsausschuss wird sich abschließend mit dem Bericht des Ministers befassen.

Stimmen aus den Fraktionen:

Klaus-Dieter Müller (SPD): Fast 50.000 Arbeitsplätze (...) sind in den letzten 5 Jahren durch die Finanzierungsinstrumente des Landes erhalten oder neu geschaffen worden, das sind fast sieben Prozent der Gesamtbeschäftigung unseres Landes.

Uwe Eichelberg (CDU): Die Bewertung der Kontrollen ist einseitig und geschönt und steht oft in krassem Widerspruch zu den Aussagen des Landesrechnungshofes und des externen Evaluierers "PSL Ramboel Management".

Christel Aschmoneit-Lücke (FDP): Wir wollen nicht wissen, dass die Aktivitäten vielfältig sind, sondern wie das Ergebnis ist. Und das ist leider in Schleswig-Holstein nicht so, wie wir es gerne hätten.

Karl-Martin Hentschel (B‘90/Grüne): Ich glaube, dass die Bewertung der Wirtschaftsförderung außerordentlich systematisch und gut ist. Und das Ergebnis dieser Evaluierung ist: Die Wirtschaftsförderung des Landes Schleswig-Holstein kann sich sehen lassen.

Lars Harms (SSW): Der Bericht zeigt noch einmal eindrucksvoll, dass gerade die regionale Wirtschaftsförderung durchweg zu beachtlichen Erfolgen in den strukturschwachen Regionen geführt hat.

Hintergrund:
  Die Landesregierung legt dem Landtag einen Bericht über ihre verschiedenen Wirtschaftsförderprogramme und über die Kontrolle der Wirksamkeit dieser Maßnahmen vor. In Schleswig-Holstein werden unter anderem EU-Mittel aus den Europäischen Fonds für Regionalentwicklung und Soziales sowie Bundesmittel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur eingesetzt. Diese Gelder werden vom Land kofinanziert. Weitere Landesprojekte sind unter anderem Bürgschaften für Werften und Schifffahrtsunternehmen und Maßnahmen der Technologieförderung. Durch das Land und seine Förderbanken sind nach Regierungsangaben 2003 insgesamt 15.800 Arbeitsplätze gesichert worden. Zudem seien 260 Gründungsvorhaben mit 2.600 Jobs finanziert worden.
  Laut einer Studie der Vereins- und Westbank hinkt der Norden Deutschlands als Wirtschaftsstandort hinter dem Süden her. Bemängelt werden unter anderem geringe Forschungs-Investitionen, Marktferne und die ausbaufähige Verkehrs-Infrastruktur.

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