Auf dieser Seite: Vogelgrippe (Regierungserklärung) 

xxx

Regierungserklärung...
zum Thema Vogelgrippe

Vogelgrippe: Landtag warnt
vor Panikmache

Schleswig-Holstein sieht sich gewappnet

Kiel (SHL). Die Landesregierung sieht Schleswig-Holstein für einen möglichen Ausbruch der Vogelgrippe im Land zwischen den Meeren gerüstet: Zentrales Mittel der Seuchenbekämpfung soll "das frühzeitige Erkennen der Vogelgrippe" sein, so Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) in einer Regierungserklärung.Und: und im Fall des Falles sollen – wie im vom Virus heimgesuchten Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern geschehen – um betroffene Regionen herum Schutzzonen ausgewiesen werden. Zudem habe die Landesregierung angesichts der zu erwartenden Ausbreitung der Seuche ein Bürgertelefon eingerichtet und die Untersuchungskapazitäten im zuständigen Neumünsteraner Labor sowie das Monitoring an den Küsten erweitert. Von Boetticher appellierte auch an das Verantwortungsbewusstsein der Geflügeltierhalter: Der Einhaltung der Meldepflicht komme eine besondere Bedeutung zu.

Wie der Minister wandten sich die Vertreter aller Parteien im Rahmen der Debatte unisono gegen Panikmache. Die Vogelgrippe stelle keine Bedrohung für den Menschen dar. Die Sozialdemokraten kritisierten vor diesem Hintergrund, die dramatisierende Berichterstattung in den Medien. Die Union sprach sich für eine Verstärkung der Aufklärungsbemühungen aus. Hauptanliegen – das betonten Vertreter aller Couleur – müsse es sein, zu verhindern, dass das Virus auf das Hausgeflügel übergehe.

Mit Blick auf die anfänglichen Probleme in Mecklenburg-Vorpommern, die Seuche umgehend und effektiv zu bekämpfen, mahnte die Opposition die Behebung von Kommunikationsproblemen zwischen den Behörden an. Die Grünen sahen in dem schleppenden Anlaufen der Seuchenbekämpfung ein Problem der föderalen Struktur. Der SSW betonte, das Virus müsse orts- und zeitnah bekämpft werden. Die Liberalen monierten die bisherige Dauer der Laboruntersuchungen: Die Ergebnisse der so genannten Schnelltests würden viel lange auf sich warten lassen.

Weitere Hauptredner: Axel Bernstein (CDU), Henning Höppner (SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne) und Lars Harms (SSW)

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  Landwirtschafts- und Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) gibt im Landtag eine Regierungserklärung zu den Gefahren durch die Vogelgrippe und seinen Gegenmaßnahmen ab. Die auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe war in der vergangenen Woche bei verendeten Wasservögeln auf der Insel Rügen erstmals in Deutschland aufgetreten. Trotz Desinfektions- und Quarantänemaßnahmen durch die Behörden und die Bundeswehr breitet sich das Virus weiter aus. In Mecklenburg-Vorpommern gilt allen Landkreisen an der Ostseeküsten Katastrophenalarm.
  Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium hat am Montag das Zwischenergebnis der laufenden Untersuchungen toter Vögel im Landeslabor in Neumünster bekannt gegeben. Demnach wurden bisher insgesamt 137 Kadaver untersucht. 136 Proben erbrachten ein negatives Untersuchungsergebnis, das heißt eine Infektion mit Vogelgrippe konnte als Todesursache ausgeschlossen werden. Lediglich bei einer in Ostholstein gefundenen Ente wurde erneut ein so genannter "H-Fall" festgestellt, also ein allgemeiner Virusstamm. Dennoch gilt für Geflügelbesitzer seit vergangenem Freitag die Aufstallungspflicht für ihre Tiere.
  Das aggressive Vogelgrippe-Virus H5N1 ist 1997 erstmals in Hongkong aufgetreten. Seit dem erneuten Ausbruch in Südostasien im Jahr 2003 ist der Erreger nach Angaben der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) in 26 Staaten nachgewiesen worden – seit neustem auch in Mitteleuropa. Bei Menschen wurden nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO bislang rund 170 Infektionen nachgewiesen, mehr als 90 Patienten davon starben. Mehrere Dutzend Millionen Vögel wurden vorsorglich getötet oder sind an einer Infektion gestorben.

mehr Informationen: plenum-online, November 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/texte/25_vogelgrippe.htm)

 

Stichwort: Regierungserklärung
Der Ministerpräsident und die Mitglieder der Landesregierung haben die Möglichkeit, während einer Plenarsitzung des Landtages eine Regierungserklärung, das heißt eine Stellungnahme zu einem aktuellen politischen Thema, abzugeben. Grundlagen dieser Regelung sind Artikel 21 der Landesverfassung und Paragraph 48 der Geschäftsordnung. Der Landtag kann im Anschluss an eine Regierungserklärung eine Aussprache zu diesem Thema vornehmen, deren Dauer im Ältestenrat festgelegt wird.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Föderalismusreform

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert:  - - -

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Familienförderung
Armutsbekämpfung
Zwangsprostitution
Arbeitslosenberatung
Kinderbetreuung
(ohne Aussprache)
Integration Behinderte
(ohne Aussprache)
Ambulante Pflege
(ohne Aussprache)
Gesundheitskarte
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)
Lebensmittel-Sicherheit
(ohne Aussprache)
Berichte:
Wohnen im Alter
Behindertenpolitik
Hartz IV / SGB II
Kinderschutz
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Offshore-Hafen Husum
Integrierter Börsengang Bahn
Wirtschaftsraum Brunsbüttel
(ohne Aussprache)
Ostseehäfen
(ohne Aussprache)
Berichte:
Offshore-Hafen Husum
Innovationsstiftung
Mindestlöhne
Öffentl. Auftragswesen

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Anträge:
Palliativmedizin
Bilinguale Bildung
Selbständige Schulen
Berichte:
Palliativmedizin
Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Landwirtschaftliche Sozialversicherung
EU-Programm Ländl. Räume
(ohne Aussprache)
Bericht:
Energiepolitik

I n n e n  / R e c h t

Aktuelle Stunde: zum Thema Föderalismusreform

2. Lesung:
Kostenrechts-Modernisierung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Flurbereinigungs-Gericht
(ohne Aussprache)
Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Rundfunkübertragungskapaz.
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Antrag:
Steuern auf Biokraftstoffe

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Verfassung
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europäische Identität
(ohne Aussprache)