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"Selbstständige
Schulen" kein Thema
CDU, SPD und FDP
lehnen Vorstoß der Grünen ab
Kiel (SHL/24.02.) Der
Landtag hat einen Vorschlag der Grünen, in Schleswig-Holstein die
"Selbständige Schule" als Modellversuch einzuführen,
abgelehnt. Der Vorstoß zielte darauf, den Schulen unter anderem
mehr Autonomie bei der Stundenplangestaltung, der Auswahl der
Lehrkräfte und der Finanzplanung einzuräumen – und
gegebenenfalls die Trennung der Schularten aufzuheben. Karl-Martin
Hentschel (Grüne) verwies in diesem Zusammenhang auf die positiven
Erfahrungen in anderen Bundesländern sowie auf die guten Ergebnisse
der Regionalen Bildungszentren in Schleswig-Holstein.
Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD) bezeichnete den Vorstoß als "Sponti-Politik"
der Grünen. Sie betonte, dass die Schulen im Land bereits "ein
hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten haben und diese auch
nutzen". Auch die Bildungsexpertin der CDU, Sylvia Eisenberg,
verwies auf die bereits in Gang gesetzte Stärkung der
Eigenverantwortung der Schulen und verwies in diesem Zusammenhang
auf die diesbezüglich vorgesehene Novellierung des Schulgesetzes.
Während der SPD-Abgeordnete Detlef Buder eine "Anything
goes"-Mentalität in dem Antrag der Grünen kritisierte,
beschied Ekkehard Klug (FDP): "Der grüne
Modellversuchsenthusiasmus ist ein ferner Widerhall aus dem
alternativen Kinderladen von Anno 1968."
Anke Spoorendonk (SSW)
begrüßte eine größtmögliche Eigenverantwortlichkeit der Schulen
im Grundsatz, warnte jedoch vor wachsenden Qualitätsunterschieden
zwischen den Bildungseinrichtungen, falls die
Gestaltungsmöglichkeiten künftig zu groß würden.
Hintergrund:
Die Grünen fordern die Landesregierung auf, den
rund 1.000 allgemein bildenden Schulen im Lande im Rahmen
eines Modellversuchs eine weit reichende Autonomie
anzubieten. Als "Selbständige Schule" sollen
sie zum Beispiel Stundenpläne und Tagesrhythmus frei
gestalten können und dabei auch die Trennung zwischen den
Schularten aufheben oder jahrgangsübergreifenden
Unterricht einführen dürfen. Die Grünen wollen den
Schulen zudem im Rahmen eines Globalbudgets Finanzhoheit
gewähren, ihnen die Entscheidung über Neueinstellungen
überlassen und eine größere Freiheit bei der inneren
Organisation – etwa der Schul- und Lehrerkonferenzen
oder der Schülervertretung – gestatten. Einzige
Bedingung soll eine "Output-Kontrolle" sein, um
die Qualität der Ergebnisse zu überprüfen. Die Grünen
versprechen sich hierdurch "wichtige Erkenntnisse zur
Verbesserung des Schulsystems" und verweisen auf
ähnliche Projekte in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen,
Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.
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