Auf dieser Seite: Zwangsprositution  –  Behindertenpolitik

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Top 10: 
Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Rote Karte für Zwangsprostitution
Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD, FDP und der Abgeordneten des SSW

Drucksache: 16/568
-Plenarprotokoll-
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Top 26: 
Landesplan für Menschen mit Behinderung - Gesamtkonzept einer Politik für Menschen mit Behinderung
Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 16/424
Änderungsantrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/446
Behindertenpolitisches Gesamtkonzept
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drucksache 16/462
Bericht und Beschlussempfehlung des Sozialausschusses
(Ausschussüberweisung am 16. Dezember 2005)
Drucksache: 16/530
-Plenarprotokoll-
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Gemeinsam gegen Zwangsprostitution während
der Fußball-WM

Kiel (SHL/23.02.) Schleswig-Holstein soll vor und während der Fußball-WM in diesem Sommer Aufklärungskampagnen unterstützen, die auf das Problem der Zwangsprostitution hinweisen. Diese Vorgabe hat der Landtag in einem überfraktionellen Antrag geschlossen an die Landesregierung gerichtet. Konkret geht es um die Initiative des Netzwerkes "Stoppt Zwangsprostitution" und des Deutschen Frauenrates, die am 8. März, dem internationalen Frauentag, gestartet werden soll. Hier sind unter anderem Broschüren und Informations-Hotlines für Betroffene geplant.

Es sei zu erwarten, hieß es parteiübergreifend, dass die organisierte Kriminalität das sportliche Großereignis zur verstärkten "Verschleppung" und "Versklavung" vor allem ausländischer Frauen ausnutzen werde, um diese zur Arbeit auf dem Strich zu nötigen. Hierdurch würden die Zuhälter Schätzungen zufolge einen Profit von bis zu 100 Millionen Euro erwarten. Bei der Zwangsprostitution handele sich um kein Kavaliersdelikt, sondern um ein "verabscheuungswürdiges Verbrechen", betonten alle Redner. Auch wenn in Schleswig-Holstein keine WM-Spiele stattfinden, sei dennoch mit einer Verschärfung des Problems im Lande zu rechnen.

Zur WM werden bis zu drei Millionen Besucher in Deutschland erwartet – in erster Linie Männer. Deswegen sollten potenzielle Freier angesprochen und sensibilisiert werden, forderten die Abgeordneten. Auch die in Aussicht gestellte Mitwirkung des Deutschen Fußballbundes (DFB) sei dabei besonders wichtig, weil die Nationalspieler für viele Männer Vorbilder darstellten. Einigkeit herrschte zudem darüber, dass Zwangsprostitution über die WM hinaus ein Problem bleibe.

Der Innen- und Rechtsausschuss wird sich weiter mit dem Thema befassen.

Hauptredner: Anne Lütkes (Grüne), Peter Lehnert (CDU), Ingrid Franzen (SPD), Heiner Garg (FDP), Anke Spoorendonk (SSW), Innenminister Ralf Stegner (SPD)

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Hintergrund:
  Auf Grundlage eines Antrages der Grünen fordert das Parlament interfraktionell eine Kampagne gegen Zwangsprostitution im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer. Sie befürchten, dass zu diesem Anlass vermehrt Frauen durch kriminelle Menschenhändler ins Land geschleust und zur Prostitution gezwungen werden. Dem Antrag zufolge soll der Landtag einen entsprechenden Aufklärungsfeldzug des Netzwerkes "Stoppt Zwangesprostitution" und des Deutschen Frauenrates unterstützen, der sich vor allem an potenzielle Freier richtet.
  Nach Angaben von KOK (Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V.) werden in Europa jedes Jahr 500.000 Frauen Opfer von Menschenhandel.

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Disput um Landesplan für Menschen mit Behinderungen

Opposition will eindeutige Zielvorgaben / Schwarz-Rot bevorzugt behindertenpolitisches Gesamtkonzept 

Kiel (SHL/23.02.). Die Regierungsfraktionen haben der Forderung von Liberalen und Grünen nach einem auf Zahlen und Daten basierenden Landesplan für die Behindertenpolitik eine Absage erteilt. CDU und SPD votierten gegen einen entsprechendem Antrag der beiden Oppositionsparteien. Der von der FDP und den Grünen für die Juni-Tagung angeforderte Plan, der eindeutige Zielvorgaben umreißen soll, sei zu "starr" und helfe in der Behindertenpolitik nicht weiter, hieß es aus den Reihen der Großen Koalition. Es gehe vielmehr darum, einen langwierigen Prozess in Gang zu setzen. Christ- und Sozialdemokraten brachten deshalb mit ihrer Mehrheit einen eigenen Antrag durch, der keinen Zeitfaktor beinhaltet und die Bestrebungen der Landesregierung zur Erstellung eines Behindertenpolitischen Gesamtkonzepts unterstützt.

Die Oppositionsparteien zeigten wenig Verständnis für das Votum von Schwarz-Rot: Die Liberalen warfen der Großen Koalition vor, dass es ihr nicht um eine vernünftige Behindertenpolitik gehe, sondern um den Gewinn von Abstimmungen im Parlament. Statt selber ein Konzept auf den Weg zu bringen, warte Schwarz-Rot auf Vorschläge der Landesregierung, monierten die Grünen. In dieselbe Richtung argumentierte der SSW: Die Koalitionsparteien würden beim zuständigen Ministerium nicht einmal nach den Rahmendaten fragen.

In Schleswig-Holstein leben nach Angaben des Behindertenbeauftragten der Landesregierung etwa 225.000 schwer behinderte Menschen. Aufgrund des demographischen Wandels mit einem größer werdenden Anteil älterer Menschen sei davon auszugehen, dass diese Zahl in den nächsten Jahren steigen wird. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ist seit 2002 um rund 30 Prozent auf landesweit 5.340 gestiegen.

Stimmen aus dem Plenum:

Heiner Garg (FDP): Schleswig-Holstein braucht in der Behindertenpolitik ein Rahmenkonzept mit klar definierten Eckpfeilern. Dieses Rahmenkonzept muss im Dialog mit den Betroffenen mit Leben gefüllt werden. Die Politik muss definieren, wo sie hin will.

Heike Franzen (CDU): Das Ziel in der Behindertenpolitik ist die schnellstmögliche und sachkundige Hilfe für die Betroffenen aus einer Hand. Dabei kommt es vor allem auf die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Verbänden und behinderten Menschen an.

Wolfgang Baasch (SPD): Die Gleichstellung von Behinderten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie bedarf der ständigen Weiterentwicklung. Ein starres Konzept hilft da nicht weiter.

Monika Heinold (Grüne): Die schwarz-rote Koalition belässt die Behindertenpolitik bei der Landesregierung – nach dem Motto: Die Landesregierung wird es schon richten.

Lars Harms (SSW): Ein aktueller Landesplan für Menschen mit Behinderungen ist notwendig. Das zeigt auch nicht zuletzt die Tatsache, dass Behinderte gegenwärtig vom ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD – in Vertretung der Sozialministerin Trauernicht): Die Behindertenpolitik muss weiterentwickelt werden. Dabei wird es vermehrt um die Eingliederungshilfe gehen. Es gilt, verstärkt mit Kommunen, Verbänden und Behinderten zu sprechen.

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Hintergrund:
  Der Landtag beschäftigt sich erneut, wie bereits im Dezember 2005, mit der Situation der Menschen mit Behinderung im Lande. Grundlage sind drei Anträge von FDP, Grünen und Schwarz-Rot. Die FDP hatte die Landesregierung aufgefordert, bis zum Juni 2006 ein behindertenpolitisches Gesamtkonzept vorzulegen und ihre Ziele in diesem Bereich darzulegen. Dem schlossen sich die Grünen in einem eigenen Antrag an. In den Beratungen im Sozialausschuss einigten sich die beiden Oppositionsfraktionen dann auf ein gemeinsames Papier.
  CDU und SPD unterstützen in ihrem Antrag "ausdrücklich" die Bestrebungen der Landesregierung, ein behindertenpolitisches Gesamtkonzept zu erstellen. Landtag und Öffentlichkeit sollen über die wesentlichen Schritte bei der Erarbeitung "aktuell und jeweils zeitnah" informiert werden. Diesen Antrag empfiehlt der Sozialausschuss dem Landtag mit CDU/SPD-Mehrheit zur Annahme – FDP und Grüne waren mit ihrem Vorstoß an der Koalitionsmehrheit gescheitert.
  In Schleswig-Holstein leben nach Angaben des Behindertenbeauftragten der Landesregierung etwa 225.000 schwer behinderte Menschen. Aufgrund des demographischen Wandels mit einem größer werdenden Anteil älterer Menschen sei davon auszugehen, dass diese Zahl in den nächsten Jahren steigen wird. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ist seit 2002 um rund 30 Prozent auf landesweit 5.340 gestiegen.

mehr Informationen: plenum-online, Dezember 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/
texte/24_22_weihnachtsgeldpflege_behinderte.htm)

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