Auf dieser Seite: Biokraftstoff  –  Landwirtschaftl. Sozialversicherung

xxx

Top 13: 
Steuerbefreiung von Biokraftstoffen beibehalten
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Änderungsantrag der Abgeordneten des SSW – Drs. 16/613
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – 16/616

Drucksache: 16/576neu
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 17: 
Landwirtschaftliche Sozialversicherung
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 16/585
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Bio-Sprit: Höhe der steuerlichen Förderung umstritten

Kiel (SHL/ 23.02.) Landtag und Landesregierung haben die Berliner Koalition aufgefordert, die Produktion von Biokraftstoffen weiterhin steuerlich zu fördern. Das aus Ölpflanzen wie Raps gewonnene Benzin sei ein Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und habe sich zudem zu einer nennenswerten Einnahmequelle für schleswig-holsteinische Landwirte entwickelt, hieß es unisono. Über die Frage, in welchem Ausmaß die Förderung zukünftig gestaltet werden sollte, traten jedoch unterschiedliche Auffassungen zutage. Grüne, FDP und SSW erteilten in diesem Zusammenhang den Plänen der Bundesregierung eine Absage, den Biosprit ab August mit 10 bis 15 Cent pro Liter zu belasten. CDU und SPD hingegen verwiesen auf eine entsprechende EU-Vorgabe und auf "Mitnahme-Effekte" durch die bisherige Null-Besteuerung und akzeptierten eine "maßvolle" Erhöhung.

Klaus Müller (Grüne) wies darauf hin, dass in diesem Bereich eine neue Wirtschaftsbranche mit hunderten von Arbeitsplätzen entstanden sei. Den "Zick-Zack-Kurs" der Bundesregierung in dieser Frage beklagte Günther Hildebrand (FDP). Hierdurch werde die heimische Wirtschaft verunsichert. Viele neue Betriebe hätten jedoch gerade Investitionen getätigt, ergänzte Lars Harms (SSW). Die Steuer-Befreiung müsse erhalten bleiben, damit die Branche sich am Markt etablieren könne.

SPD:  Steuer-Ausfälle in Höhe von 77 Millionen Euro

Die EU-Harmonisierung bedinge, dass es keine vollständige Freistellung mehr geben könne, hielt Frank Sauter (CDU) dagegen. Anna Schlosser-Keichel (SPD) wies darauf hin, dass es durch die Steuer-Befreiung eine Überförderung und dadurch Steuer-Ausfälle in Höhe von 77 Millionen Euro gegeben habe. Umweltminister Christian von Boetticher berichtete, dass gemeinsam mit den Umweltressorts der anderen Bundesländer gerade ein Konzept für eine bessere Förderung von Biokraftstoffen entwickelt werde.

Biokraftstoff setzt im Gegensatz zu fossilen Energieträgern bei der Verbrennung nur sehr geringe Mengen Kohlendioxid, Kohlenwasserstoff und Schwefel frei. Dieser Umwelt-Gesichtspunkt sowie die hohen Kraftstoffpreise haben die Nachfrage in jüngster Zeit steigen lassen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer hat sich die Anbaufläche in Schleswig-Holstein im Vorjahr auf 110.000 Hektar ausgedehnt. Mit vier bis 4,5 Tonnen pro Hektar werden im Lande die höchsten Rapserträge in Deutschland erreicht. Bundesweit wurden im Jahr 2004 nach Medienangaben etwa 1,2 Millionen Tonnen Biodiesel abgesetzt. Seit zwei Jahren mischen die großen Mineralölkonzerne bis zu fünf Prozent Biodiesel in ihren herkömmlichen Treibstoff.

Der Debatte lagen zwei Anträge von Grünen sowie von Schwarz-Rot sowie ein Änderungsantrag des SSW zugrunde. Der Koalitionsantrag wurde schließlich mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen bei Enthaltung der FDP angenommen.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Die Grünen fordern die Landesregierung auf, sich im Bundesrat für den Erhalt der Steuerbefreiung für Bio-Kraftstoff bis 2009 einzusetzen. Das Bundesfinanzministerium plant, das bisher steuerfreie Biodiesel ab August dieses Jahres mit 10 bis 15 Cent pro Liter zu belasten. Die Grünen im Landtag wie auch Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) befürchten hierdurch negative Folgen für die schleswig-holsteinische Biokraftbranche.
  Das aus Raps gewonnene Biodiesel setzt im Gegensatz zu fossilen Energieträgern bei der Verbrennung nur sehr geringe Mengen Kohlendioxid, Kohlenwasserstoff und Schwefel frei. Dieser Umwelt-Gesichtspunkt sowie die hohen Kraftstoffpreise haben die Nachfrage in jüngster Zeit steigen lassen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer hat sich die Anbaufläche in Schleswig-Holstein im Vorjahr auf 110.000 Hektar ausgedehnt. Mit vier bis 4,5 Tonnen pro Hektar werden im Lande die höchsten Rapserträge in Deutschland erreicht.
  Bundesweit wurden im Jahr 2004 nach Medienangaben etwa 1,2 Millionen Tonnen Biodiesel abgesetzt. Seit zwei Jahren mischen die großen Mineralölkonzerne bis zu fünf Prozent Biodiesel in ihren herkömmlichen Treibstoff. Die Ölfirmen nehmen mittlerweile 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verkauften Biodiesels ab, weitere 40 Prozent gehen an Speditionen und große Fuhrparks, zehn Prozent landen bei den Tankstellen. Etwa 1.900 der knapp 20.000 deutschen Tankstellen bieten Biodiesel an.
  In einem Änderungsantrag fordert der SSW die Landesregierung auf, Ende Mai einen Bericht zum Thema vorzulegen. Dieser soll auch beinhalten, ob es möglich ist, den Beimischungsanteil von Biokraftstoffen auf über fünf Prozent zu erhöhen.
  In einem nachgereichten Antrag unterstützen CDU und SPD die Bestrebungen, den Anteil an Biokraftstoffen weiter zu steigern und sprechen sich dafür aus, eine Steuerbefreiung als "geeignete Maßnahme zur Etablierung auf dem Energiemarkt" zu verfolgen.

zurück zum Seitenanfang

tt

Landtag gegen Zusammenlegung der Landwirtschaftliche Sozialversicherung

Kiel (SHL). Fraktionsübergreifend haben sich die Landtagsparteien für die Weiterentwicklung der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV) ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag der Liberalen wurde einstimmig an den Umwelt- und Agrarausschuss sowie an den Sozialausschuss überwiesen. Hintergrund sind die Pläne der Bundesregierung die LSV und weitere Teile des sozialen Sicherungssystems zu reformieren.

Zur Weiterentwicklung der LSV gehöre eine Senkung der Verwaltungskosten, und bei der Finanzierung müsse das Verhältnis zwischen Ruheständlern und Beitragszahlern stärker berücksichtigt werden, hieß es aus dem Plenum. Allerdings sei die LSV ein soziales Sondersystem für Selbständige und dürfe nicht mit einem auf Arbeitnehmer/Arbeitgeber gestütztes System vermischt werden, betonten Vertreter von CDU, SPD, FDP und SSW. In diesem Punkt gab es Widerspruch von den Grünen: Die gesonderte Versicherung sei unnötige Bürokratie und gehöre deshalb abgeschafft.

Die Parlamentarier warnten zudem vor einer Zusammenlegung der Schleswig-Holsteinischen LSV mit allen anderen regionalen Trägern. Denkbar seien allenfalls weitere regionale Kooperationen. Eine Art bundesweiter LSV-Träger würde laut LSV-Schätzungen für die 20.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein Beitragserhöhungen in Höhe von 20 Prozent bedeuten. Die Ursache: Schleswig-Holsteins Betriebe sind im Bundesvergleich größer, und das Land hat einen höheren Anteil an Vollerwerbsbetrieben als der Süden. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil der Höfe mit 100 und mehr Hektar bei 16 Prozent, während zum Beispiel in NRW nur vier Prozent der Betriebe dieser Größenklasse angehören.

Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) versicherte dem Plenum die Unterstützung der schwarz-roten Koalition. Zwar müsse im Zuge der Reform des Sozialstaates auch über neue Wege im Agrarbereich nachgedacht werden, doch die Vorzüge Schleswig-Holsteins sollten keinesfalls "auf dem Gemeinschaftsaltar geopfert" werden.

Hauptredner: Günther Hildebrand (FDP), Klaus Klinckhamer (CDU), Henning Höppner (SPD), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Die FDP fordert die Landesregierung auf, sich für den Erhalt der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV) in Schleswig-Holstein auszusprechen und gegen die von der großen Koalition in Berlin geplante Verzahnung der LSV mit den allgemeinen Sozialsystemen Stellung zu beziehen. Zur Begründung weist die FDP darauf hin, dass die LSV, die die Landwirte und ihre Familien sowie im Rahmen der Berufsgenossenschaft die Hof-Angestellten betreut, "ein soziales Sondersystem für Selbständige" sei, das "eine Vermischung mit einem auf Arbeitnehmer/Arbeitgeber gestützten System nicht zulässt".
  Auch die vom Bund vorgesehene deutschlandweite Vereinheitlichung der Versicherungsbeiträge lehnen die Liberalen im Landtag ab: Dies könne angesichts der strukturellen Unterschiede in der Landwirtschaft zwischen Nord- und Süddeutschland negative Folgen für den Norden haben. Hintergrund: Schleswig-Holsteins Betriebe sind im Bundesvergleich größer, und das Land hat einen höheren Anteil an Vollerwerbsbetrieben als der Süden. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil der Höfe mit 100 und mehr Hektar bei 16 Prozent, während zum Beispiel in NRW nur vier Prozent der Betriebe dieser Größenklasse angehören. Den höchsten Anteil kleiner Betriebe zwischen zwei und zehn Hektar weist Baden-Württemberg mit 40 Prozent auf. Entsprechend ist nach Angaben der LSV die Sozialabgabenlast im Süden, wo viele Familienbetriebe Landwirtschaft auf kleiner Fläche im Nebenerwerb betreiben, höher. Eine Vereinheitlichung hätte nach LSV-Schätzungen für Schleswig-Holstein Beitragserhöhungen von mindestens 20 Prozent zur Folge.
  Die LSV bietet den Bauern Leistungen in den Bereichen Unfallversicherung, Alterssicherung, Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Unfallverhütung. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen 56.000 Betriebe im Lande. Im Rahmen der Berufsgenossenschaft sind etwa 200.000 Menschen bei der LSV versichert.

zurück zum Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Föderalismusreform

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert:  - - -

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Familienförderung
Armutsbekämpfung
Zwangsprostitution
Arbeitslosenberatung
Kinderbetreuung
(ohne Aussprache)
Integration Behinderte
(ohne Aussprache)
Ambulante Pflege
(ohne Aussprache)
Gesundheitskarte
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)
Lebensmittel-Sicherheit
(ohne Aussprache)
Berichte:
Wohnen im Alter
Behindertenpolitik
Hartz IV / SGB II
Kinderschutz
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Offshore-Hafen Husum
Integrierter Börsengang Bahn
Wirtschaftsraum Brunsbüttel
(ohne Aussprache)
Ostseehäfen
(ohne Aussprache)
Berichte:
Offshore-Hafen Husum
Innovationsstiftung
Mindestlöhne
Öffentl. Auftragswesen

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Anträge:
Palliativmedizin
Bilinguale Bildung
Selbständige Schulen
Berichte:
Palliativmedizin
Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Landwirtschaftliche Sozialversicherung
EU-Programm Ländl. Räume
(ohne Aussprache)
Bericht:
Energiepolitik

I n n e n  / R e c h t

Aktuelle Stunde: zum Thema Föderalismusreform

2. Lesung:
Kostenrechts-Modernisierung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Flurbereinigungs-Gericht
(ohne Aussprache)
Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Rundfunkübertragungskapaz.
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Antrag:
Steuern auf Biokraftstoffe

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Verfassung
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europäische Identität
(ohne Aussprache)