Auf dieser Seite: Palliativmedizin

xxx

Top 19:
Weiterentwicklung der palliativmedizinischen Versorgung, Ausbildung und
Forschung am Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 16/587
-Plenarprotokoll-
       Aufruf gemeinsam mit TOP 32
Top 32:
Schleswig-Holstein soll Vorreiter in der Palliativmedizin und Hospizversorgung werden
Landtagsbeschluss vom 10. November 2005 – Teil B der Drucksache 16/357
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/496

Palliativmedizin: Land soll
Vorreiterrolle einnehmen

Ambulante Versorgung soll ausgebaut werden

Kiel (SHL/23.02.) Landtag und Landesregierung haben erneut das gemeinsame Ziel unterstrichen, Schleswig-Holstein zum "Vorreiter" im Bereich der Palliativmedizin auszubauen. Die Palliativmedizin beschäftigt sich mit der auf Schmerzlinderung bedachte Sterbebegleitung bei unheilbar kranken Menschen. Schleswig-Holstein liege auf diesem Gebiet im Bundesvergleich bereits weit vorne,  sagte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) bei der Vorstellung eines entsprechenden Regierungsberichts. Dennoch gebe es noch viel zu tun, etwa bei der Aus- und Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal. Und: Die Öffentlichkeitsarbeit müsse verbessert werden, etwa durch eine "Woche der Palliativmedizin", so Trauernicht. Dem Bericht zufolge schneidet der Norden im Ländervergleich bei der Palliativmedizin und der Hospizversorgung relativ gut ab. Mit 23 stationären Hospizbetten je 1 Million Einwohner werde der Bundesdurchschnitt (15) deutlich übertroffen.

Einigkeit herrschte im Plenum auch darüber, dass die würdige Sterbebegleitung in jedem Fall der aktiven Sterbehilfe vorzuziehen sei. Alle Redner sprachen sich zudem für den Ausbau so genannter ambulanter "Care-Teams" aus, die das Sterben in gewohnter heimischer Umgebung ermöglichen und überflüssige und belastende Krankenhauseinweisungen vermeiden können. 

Die FDP forderte die Landesregierung in diesem Zusammenhang auf, sich um Gelder aus einem Sechs-Millionen-Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur im Bereich Palliativmedizin zu bewerben. Dies soll nun in den Ausschüssen für Soziales und Bildung geprüft werden.

Laut dem Regierungsbericht gibt es in Schleswig-Holstein vier Palliativstationen (im Kieler Uni-Klinikum, im Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster, im St. Elisabeth-Krankenhaus Eutin sowie im Katharinen-Hospiz in Flensburg) mit insgesamt 37 Betten. Zudem kümmern sich 160 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in fünf stationären Hospiz-Einrichtungen in Rendsburg, Lübeck, Elmshorn, Geesthacht und Kiel mit insgesamt 65 Plätzen um Sterbenskranke. Daneben gibt es 38 ambulante Hospiz-Gruppen.

Weitere Stimmen aus der Debatte:

Heiner Garg (FDP): Die Ausschreibung einer Stiftungsprofessur ist eine Chance für die Landesregierung, Forschung und Lehre in diesem Bereich voranzutreiben sowie den Hochschul- und den Gesundheitsstandort zu stärken. Der Norden hat bereits einen Forschungs-Fortschritt, den es auszubauen gilt.

Ursula Sassen (CDU): Palliativmedizin verlangt einen hohen persönlichen Einsatz der Pfleger und Ärzte wie auch der ehrenamtlichen Betreuer. Wichtig ist dabei, die unterschiedlichen Erfahrungen und Schwerpunkte der verschiedenen Berufsgruppen einfließen zu lassen und daraus mit dem Patienten und den Angehörigen ein individuelles Behandlungsziel für jeden Patienten zu finden.

Jutta Schümann (SPD): Das frühere Neben- und Gegeneinander von Hospizbewegung und Palliativversorgung ist durch das Zusammengehen in einen gemeinsamen Hospiz- und Palliativverband in Schleswig-Holstein aufgehoben. Das Land soll per Bundesratsinitiative eine Neuregelung des Sozialgesetzbuch V im Hinblick auf die Finanzierung der ambulanten Palliativversorgung auf den Weg bringen.

Monika Heinold (Grüne): Nach wie vor sterben die meisten Menschen in Krankenhäusern – zumeist allein. Deshalb sollte es an allen Krankenhäusern Palliativstationen geben, wo geschulte Mitarbeiter die Patienten in einer angemessenen Atmosphäre betreuen. Und: bei der Rechtsverbindlichkeit von Patientenverfügungen zum Verzicht auf bestimmte lebensverlängernde Maßnahmen muss schnell Klarheit im Sinne der Patienten geschaffen werden.

Lars Harms (SSW): Im palliativmedizinischen Bereich gibt es einen noch nicht gedeckten Bedarf an der Westküste. Die Landesregierung muss sich für ein solches Angebot im Klinikum Nordfriesland in Husum einsetzen. Landesweit gibt es noch weitere Baustellen. So sollte versucht werden, Synergieeffekte zwischen Angeboten der Palliativmedizin und der allgemeinen Schmerztherapie zu schaffen.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  Auf Initiative aller Landtagsparteien berichtet die Landesregierung über die Palliativmedizin und die Hospiz-Versorgung im Lande. Zudem behandelt das Plenum einen FDP-Antrag zum Thema. Palliativmedizin ist Sterbe-Begleitung – die Schmerz-Linderung bei Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer geringen Lebenserwartung. Nach Angaben der Landesergierung gibt es in Schleswig-Holstein vier Palliativstationen (im Kieler Uni-Klinikum, in Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster, im St. Elisabeth-Krankenhaus Eutin sowie im Katharinen-Hospiz in Flensburg) mit insgesamt 37 Betten. Zudem kümmern sich fünf stationäre Hospiz-Einrichtungen in Rendsburg, Lübeck, Elmshorn, Geesthacht und Kiel mit insgesamt 65 Plätzen um Sterbenskranke. Daneben gibt es 38 ambulante Hospiz-Gruppen.
  Das Sozialministerium weist darauf hin, dass die Palliativmedizin bei der Ärzte-Ausbildung an den Unis in Kiel und Lübeck sowie bei der Forschung am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein berücksichtigt wird. Zudem ist der Sterbebegleitung im Rahmen der Pfleger-Ausbildung 2004 ein größerer Raum gegeben worden. Das Ansinnen, im Lande eine eigene Professur mit diesem Schwerepunkt einzurichten, hält die Landesregierung jedoch aus finanziellen Gründen für "wenig Erfolg versprechend".
  Der Forderung nach einer schleswig-holsteinischen Bundesratsinitiative für eine gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen erteilt die Landesregierung ebenfalls eine Absage. Hier seien viele Grundsatzfragen noch umstritten, so dass ein solches Papier nach Ansicht der Regierung wenig Aussicht auf Erfolg hätte. Vor diesem Hintergrund fordern die Liberalen die Landesregierung auf, sich um Gelder aus einem Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe zur Einrichtung von Stiftungsprofessuren und zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen universitären und außeruniversitären palliativmedizinischen Einrichtungen zu bewerben.
  Das Thema "Sterbehilfe" ist im letzten Jahr durch die Aktivitäten der Schweizer Sterbehilfe-Organisation "Dignitas" in Deutschland verstärkt ins öffentliche Interesse gerückt.

mehr Informationen: plenum-online, November 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/
texte/26_27_palliativmedizim_arzneimittel.htm)

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Föderalismusreform

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert:  - - -

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Familienförderung
Armutsbekämpfung
Zwangsprostitution
Arbeitslosenberatung
Kinderbetreuung
(ohne Aussprache)
Integration Behinderte
(ohne Aussprache)
Ambulante Pflege
(ohne Aussprache)
Gesundheitskarte
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)
Lebensmittel-Sicherheit
(ohne Aussprache)
Berichte:
Wohnen im Alter
Behindertenpolitik
Hartz IV / SGB II
Kinderschutz
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Offshore-Hafen Husum
Integrierter Börsengang Bahn
Wirtschaftsraum Brunsbüttel
(ohne Aussprache)
Ostseehäfen
(ohne Aussprache)
Berichte:
Offshore-Hafen Husum
Innovationsstiftung
Mindestlöhne
Öffentl. Auftragswesen

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Anträge:
Palliativmedizin
Bilinguale Bildung
Selbständige Schulen
Berichte:
Palliativmedizin
Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Landwirtschaftliche Sozialversicherung
EU-Programm Ländl. Räume
(ohne Aussprache)
Bericht:
Energiepolitik

I n n e n  / R e c h t

Aktuelle Stunde: zum Thema Föderalismusreform

2. Lesung:
Kostenrechts-Modernisierung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Flurbereinigungs-Gericht
(ohne Aussprache)
Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Rundfunkübertragungskapaz.
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Antrag:
Steuern auf Biokraftstoffe

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Verfassung
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europäische Identität
(ohne Aussprache)