Auf dieser Seite: Altersgerechtes Wohnen

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Wohnen im Alter
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drucksache 16/427
Wohnen im Alter und bei Pflegebedürftigkeit
Antrag der Fraktionen von FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abgeordneten des SSW – Drucksache 16/454
Bericht und Beschlussempfehlung des Sozialausschusses
(Ausschussüberweisung am 14. Dezember 2005)
Drucksache: 16/531
-Plenarprotokoll-

Disput um Trennung von "Pflege" und "Wohnen im Alter"

Opposition und Koalition streiten um ähnlich
lautende Berichtsanträge

Kiel (SHL/23.02.). Mit den Stimmen von Schwarz-Rot hat der Landtag die Landesregierung aufgefordert, bis zur Tagung Anfang Mai einen schriftlichen Bericht zum Thema "Wohnen im Alter" vorzulegen. CDU und SPD wollen unter anderem wissen, mit welchen ressortübergreifenden Strategien das schwarz-rote Kabinett die Schleswig-Holsteinischen Kommunen unterstützen will, um den Lebens- und Wohnbedürfnissen der steigenden Zahl älterer Menschen gerecht zu werden und wie barrierefreie Wohnformen realisiert werden können.

Ein inhaltlich ähnlich gelagerter Antrag der Opposition von FDP, Grünen und SSW mit dem Titel  "Wohnen im Alter und bei Pflegebedürftigkeit" wurde dagegen abgeschmettert. CDU und SPD machten an der Vorlage eine "Gleichsetzung" der Begriffe aus. Dies sei "stigmatisierend", hieß es im regierungstragenden Lager, da viele ältere Menschen, die Interesse an einer barrierefreien Wohnung hätten, von Pflege nichts würden wissen wollen. Die Opposition konnte der Argumentation nicht folgen: Beides – Wohnen und Pflege – seien nicht voneinander zu trennen. Ältere Menschen würden, auch wenn sie pflegebedürftig werden, in ihren eigenen vier Wänden verbleiben wollen.

Prognosen zufolge werden in Schleswig-Holstein im Jahr 2015 rund 131.000 über 80-Jährige leben. Das wären 32.000 Personen dieser Altersgruppe mehr als 1999. Auch die Zahl der über 60-Jährigen dürfte erheblich steigen: Waren es 1999 noch 633.000 Menschen in diesem Alter, werden es im Jahre 2015 wohl rund 753.000 sein. Vor diesem Hintergrund kreist die öffentliche Diskussion um die Frage, wie der wachsenden Zahl der Senioren je nach Grad körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit ein möglichst optimales Wohn- und Lebensumfeld geboten werden kann. Ein neues Modell jenseits der gängigen Altenheime sind beispielsweise Generationen übergreifende Wohnprojekte.

Stimmen aus dem Plenum:

Torsten Geerdts (CDU): Die ältere Generation verlangt nach Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und zwar im Zentrum der Städte. Das ist auch eine Chance für die Innenstädte.

Siegrid Tenor-Alschausky (SPD): "Wohnen im Alter" ist ein echtes Zukunftsthema. Denn die Gruppe der über 60-Jährigen wird bis zum Jahr 2050 bundesweit von derzeit einem Viertel der Gesamtbevölkerung auf mehr als 30 Prozent anwachsen.

Heiner Garg (FDP): Es geht nicht nur um immer mehr Wohnraum für ältere Menschen. Es geht um das "Zuhause". Und ",Zuhause", das ist Geborgenheit, das ist zu wissen, wo man hingehört.

Monika Heinold (Grüne): "Pflege" und "Wohnen im Alter" sind nicht voneinander zu trennen. Die Menschen wollen auch dann in ihren vier Wänden bleiben, wenn sie pflegebedürftig werden. Es gilt deshalb, neue Wohnformen mit hohem Pflegeanteil zu fördern.

Lars Harms (SSW): Auch das Altenparlament fordert die Förderung alternativer Wohnangebote. Dazu zählen zum Beispiel genossenschaftliche Modelle des Zusammenlebens oder Alterswohngemeinschaften.

Wohnungsbauminister Ralf Stegner (SPD): Der Anteil der Senioren wird 2030 um 42 Prozent höher liegen als heute. Das bedeutet: Schleswig-Holstein ist auf dem Weg zu einer Gesellschaft eines langen Lebens. Wenn die Städte den damit zusammenhängenden demografischen Wandel nutzen wollen, brauchen sie altengerechte Wohnangebote.

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Hintergrund:
  In der Mai-Sitzung soll die Landesregierung einen Bericht zum Thema "Wohnen im Alter" vorlegen. Das sieht ein Antrag von CDU und SPD vor, den der Sozialausschuss dem Parlament mit Koalitionsmehrheit zur Annahme empfiehlt. Ein ähnlich gelagertes Papier von FDP, Grünen und SSW fand im Ausschuss keine Mehrheit. Thema des Berichtes soll unter anderem sein, mit welchen Strategien Schleswig-Holsteins Landesregierung die Kommunen unterstützt, der steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen gerecht zu werden. Auch das Älterwerden und die Bildung von Wohngemeinschaften in ländlicher Region steht für die Abgeordneten auf der Agenda.
  In Schleswig-Holstein – so die Prognose – werden 2015 rund 131.000 über 80-Jährige leben. Das wären 32.000 Personen dieser Altersgruppe mehr als 1999. Auch die Zahl der über 60-Jährigen dürfte erheblich steigen: Waren es 1999 noch 633.000 Menschen in diesem Alter, werden es im Jahre 2015 wohl rund 753.000 sein. Vor diesem Hintergrund kreist die öffentliche Diskussion um die Frage, wie der wachsenden Zahl der Senioren je nach Grad körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit ein möglichst optimales Wohn- und Lebensumfeld geboten werden kann. Ein neues Modell jenseits der gängigen Altenheime sind beispielsweise Generationen übergreifende Wohnprojekte.

mehr Informationen: plenum-online, November 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2004/
texte/22_24_pflege_seniorenwohnen.htm)

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