Auf dieser Seite: Mindestlöhne  –  Auftragswesen

xxx

Top 30: 
Branchenspezifische Mindestlöhne und Ausweitung des Entsendegesetzes
Antrag der Fraktion von B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/20
Bericht und Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses
(Ausschussüberweisung am 27. Mai 2005)

Drucksache: 16/588
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 35: 
Öffentliches Auftragswesen in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 11. November 2005 – Drs. 16/349
Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr
        Neu: ohne Aussprache
Drucksache: 16/579
  zum Text
t

Erneut Diskussion um Mindestlöhne

Ausweitung auf alle Branchen umstritten

Kiel (SHL/23.02.) Die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen über die Baubranche hinaus bleibt weiterhin umstritten. Hintergrund der Debatte war ein Antrag der Grünen an die Landesregierung, die Mindestlöhne und das Entsendegesetz auf alle Wirtschaftsbranchen auszuweiten. Das war den Abgeordneten im Wirtschaftsausschuss und Sozialausschuss zu weit gegangen. Beide Ausschüsse hatten vor der Tagung dafür plädiert, das Entsendegesetz nur "schrittweise" auszuweiten – unter anderem zunächst auf die Gebäudereinigung – und eine Ausdehnung auf weitere Branchen intensiv zu prüfen. Das Plenum zeigte sich mit dieser Empfehlung einverstanden. Lediglich die FDP stimmte dagegen.

Klaus Müller (Grüne) betonte, dass ihm die Beschlussempfehlung zwar nicht weit genug gehe, in diesem Fall aber "der Spatz in der Hand, der Taube auf dem Dach vorgezogen" werde. Der CDU-Abgeordnete Johannes Callsen (CDU) sah generell keine Notwendigkeit für eine branchenübergreifende Ausweitung des Entsendegesetzes, da dadurch die Arbeitslosigkeit verstärkt werden könne. Und: "Mindestlöhne sind kein Allheilmittel, sondern Arzneimittel mit Nebenwirkungen." Sein Koalitionskollege Olaf Schulze von der SPD bezeichnete hingegen die Ausweitung des Entsendegesetzes auf andere Branchen für nützlich. So sei der Beschluss des Wirtschaftsausschusses ein erster Schritt, sich gegen Lohndumping und für ein gesichertes Einkommen einzusetzen.

Justizminister Uwe Döring (SPD) warnte davor, dass "Arbeitslöhne im Niedriglohnsektor nicht durch Dumpinglöhne ausländischer Konkurrenten gefährdet werden" dürften. Die Lohnfindung müsse "vorrangig Aufgabe der Tarifpartner bleiben, weshalb Döring für "einen branchenspezifischen, relativen Mindestlohn" plädierte. Heiner Garg (FDP) hob auf Grundlage der Rede des Ministers hervor, dass dessen neues und innovatives Konzept "äußerst diskussionswürdig" sei. Allerdings war das Konzept dem Liberalen, der vehement gegen jegliche Einführung von Mindestlöhnen argumentierte, noch nicht zustimmungswürdig. Lars Harms (SSW) wandte sich strikt gegen "Working-Poor", das heißt, gegen das Problem, dass Menschen von ihrem  Erwerbseinkommen nicht leben können.

Das Entsendegesetz hat der Bundestag 1996 zum Schutz der Baubranche vor Billiglohnkonkurrenz beschlossen. Es schreibt auf deutschen Baustellen den Mindesttarif auch für die von ausländischen Firmen entsandten Arbeitnehmer vor. Außer auf dem Bau gilt das Entsendegesetz auch im Maler-, Lackierer- und Dachdeckerhandwerk, im Abbruch- und Abwrackgewerbe und in der Seeschifffahrt.
Mindestlöhne gibt es in 18 der 25 EU-Mitgliedländer, in Deutschland jedoch nicht. Befürworter verweisen darauf, dass die Beschäftigten hierdurch mit ihrer Arbeit mindestens ihr Existenzminimum sichern könnten. Gegner befürchten die Abwanderung von Arbeitsplätzen, deren Produktivität unterhalb des Mindestlohns liegt.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Auf Basis eines Grünen-Antrags legt der Wirtschaftsausschuss dem Plenum eine vorsichtig-positive Stellungnahme zur Einführung von Mindestlöhnen in bestimmten Branchen und zum Entsendegesetz des Bundes vor. Insbesondere im Bausektor, so der Ausschuss mit schwarz-rot-grüner Mehrheit, seien Mindestlöhne auf "eine hohe Akzeptanz" gestoßen und hätten zum Erhalt von Arbeitsplätzen beigetragen. In anderen Branchen hingegen gebe es "große Bedenken". Beim Entsendegesetz empfiehlt der Ausschuss die Ausweitung auf weitere Branchen, etwa auf die Gebäudereiniger.
  Das Entsendegesetz hat der Bundestag 1996 zum Schutz der Baubranche vor Billiglohnkonkurrenz beschlossen. Es schreibt auf deutschen Baustellen den Mindesttarif auch für die von ausländischen Firmen entsandten Arbeitnehmer vor. Außer auf dem Bau gilt das Entsendegesetz auch im Maler-, Lackierer- und Dachdeckerhandwerk, im Abbruch- und Abwrackgewerbe und in der Seeschifffahrt.
  Mindestlöhne gibt es in 18 der 25 EU-Mitgliedesländer, in Deutschland jedoch nicht. Befürworter verweisen darauf, dass die Beschäftigten hierdurch mit ihrer Arbeit mindestens ihr Existenzminimum sichern könnten. Gegner befürchten die Abwanderung von Arbeitsplätzen, deren Produktivität unterhalb des Mindestlohns liegt.

mehr Informationen: plenum-online, Mai 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2005/
texte/15_27_mindestlohn_euverfassung.htm)

zurück zum Seitenanfang

tt

Land will Auftragsvergabe weiter vereinfachen

Kiel (SHL/24.02.)Der Landtag hat einen von CDU und SPD angeforderten Bericht der Landesregierung über das öffentliche Auftragswesen in Schleswig-Holstein ohne Aussprache an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. Dem Bericht zufolge plant die Landesregierung im laufenden Jahr die Vergabe von öffentlichen Aufträgen mit einem Gesamtvolumen von 721,4 Millionen Euro. Hiervon fällt der Löwenanteil (445,8 Millionen) in den Bereich des Wirtschaftministeriums. Diese Summe verteilt sich vor allem auf den Straßenbau (348,4 Millionen) und den Hochschulbau (95,5 Millionen). Weitere große Auftragsbereiche sind die Hochbaumaßnahmen des Landes (98 Millionen) und die Auftragsvergabe durch die Polizei (58,2 Millionen).

Grundsätzlich spricht sich die Landesregierung für eine Vereinfachung bei der Auftragsvergabe aus. Aufgrund eines Bundesgesetzes aus dem Jahr 1999 steht unterlegenen Bietern Rechtsschutz zu, das heißt sie können die Rechtmäßigkeit der Auftragsvergabe an einen Konkurrenten vor dem Oberlandesgericht prüfen lassen. Diese Praxis, so der Regierungsbericht, könne zu Hemmnissen in der Abwicklung führen.

Das Wirtschaftsministerium hat deswegen im vergangenen November die Vergabe-Verordnungen geändert: Die Grenzen für eine so genannte "Freihändige" Vergabe durch öffentliche Auftraggeber wurden hochgesetzt, etwa im Baubereich von 5.000 auf 30.000 Euro. Dies soll insbesondere für die Kommunen Verwaltungsvereinfachung bringen.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund: 

mehr Informationen: plenum-online, November 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/texte/meldungen2.htm)

zurück zum Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Föderalismusreform

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert:  - - -

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Familienförderung
Armutsbekämpfung
Zwangsprostitution
Arbeitslosenberatung
Kinderbetreuung
(ohne Aussprache)
Integration Behinderte
(ohne Aussprache)
Ambulante Pflege
(ohne Aussprache)
Gesundheitskarte
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)
Lebensmittel-Sicherheit
(ohne Aussprache)
Berichte:
Wohnen im Alter
Behindertenpolitik
Hartz IV / SGB II
Kinderschutz
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Offshore-Hafen Husum
Integrierter Börsengang Bahn
Wirtschaftsraum Brunsbüttel
(ohne Aussprache)
Ostseehäfen
(ohne Aussprache)
Berichte:
Offshore-Hafen Husum
Innovationsstiftung
Mindestlöhne
Öffentl. Auftragswesen

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:
Vertretungsfonds für Schulen

Anträge:
Palliativmedizin
Bilinguale Bildung
Selbständige Schulen
Berichte:
Palliativmedizin
Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Regierungserklärung:
Vogelgrippe

Anträge:
Landwirtschaftliche Sozialversicherung
EU-Programm Ländl. Räume
(ohne Aussprache)
Bericht:
Energiepolitik

I n n e n  / R e c h t

Aktuelle Stunde: zum Thema Föderalismusreform

2. Lesung:
Kostenrechts-Modernisierung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Flurbereinigungs-Gericht
(ohne Aussprache)
Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Rundfunkübertragungskapaz.
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Antrag:
Steuern auf Biokraftstoffe

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Verfassung
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europäische Identität
(ohne Aussprache)