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Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung
Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1217
-Plenarprotokoll-

Wie schnell muss die Aus- und Weiterbildung der Lehrer
umgestaltet werden?

Landtag sieht generell Handlungsbedarf

Kiel (SHL/22.02.) Im Zuge der jüngst verabschiedeten Schulreform soll auch die Lehrerausbildung im Land ein neues Gesicht erhalten. Hierüber herrschte Einigkeit im Plenum. Allerdings gingen die Meinungen auseinander, wie weit und mit welchem Tempo diese Neu-Konzeptionierung vorangehen soll. Die Grünen forderten, der Landtag solle bis Anfang Juni ein entsprechendes Konzept erarbeiten und vorlegen. Doch vor allem Schwarz-Rot bremste das Anliegen mit der Begründung, es habe bereits umfassende Reformen gegeben, so dass man nichts überstürzen müsse. Der Antrag wurde an den Bildungsausschuss überwiesen.

Die Grünen-Abgeordnete Angelika Birk untermauerte den Antrag ihrer Fraktion: "Weder in der Ausbildung noch in der Fortbildung wird bisher auf die neuen Schul- und Unterrichtsformen vorbereitet." Stattdessen werde wie "vorgestern Haupt-, Real- und Gymnasialunterricht gelehrt". Deshalb müsse mehr Geld in die Lehrerbildung umgeschichtet werden, folgerte Birk. Anke Spoorendonk (SSW) sah als zentrale Forderung des Grünen-Antrages die Einrichtung eigener Fortbildungsbudgets an den Schulen. Da die Lehrerzahlen erstmalig seit Jahren stagnieren würden, sei dies ein wichtiges Anliegen, so die SSW-Abgeordnete.

Auf wenig Gegenliebe stieß das Vorhaben der Grünen beim Liberalen Ekkehard Klug. Sein Hauptkritikpunkt: Die Grünen würden die Bedeutung der fachwissenschaftlichen Komponente vernachlässigen. "Ohne Fachkompetenz können Lehrer auch keine Vermittlungskompetenz haben", so der FDP-Bildungsexperte.

Die Christdemokratin Susanne Herold räumte zwar ein, dass eine noch engere Verzahnung von Theorie und Praxis bereits im Studium anzustreben sei. Gleichzeitig stellte sie aber klar, dass Lehrer weiterhin auf ihre Schulart ausgebildet werden müssten: "Einheitslehrer wird es mit der CDU nicht geben." Unterstützung erhielt sie von ihrem SPD-Kollegen Detlef Buder. Er sah in dem Grünen-Antrag "unrealistische Forderungen". Buder betonte, man müsse nicht von heute auf morgen neue Lehrämter erfinden. Zudem erwecke der Vorstoß den Eindruck, es habe sich in den letzten Jahren überhaupt nichts getan. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) erklärte, es sei zunächst wichtig, das neue Schulgesetz umzusetzen. Dabei dürfe nichts überstürzt werden. 

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Hintergrund:
  Vor dem Hintergrund der im Januar vom Landtag beschlossenen Schulreform fordern die Grünen eine Neuausrichtung der Lehrerbildung im Lande. So sollen angehende Pädagogen nach Willen der Oppositionsfraktion gezielt auf die neuen Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen hin ausgebildet werden. Auch sollen Lehramtsstudenten an der Universität verstärkt auf neue Unterrichtsformen wie die individuelle Förderung von Schülern in Lerngruppen mit großen Leistungsunterschieden oder das fächerübergreifende Unterrichten vorbereitet werden. Die Landesregierung soll bis Juni ein Konzept hierzu vorlegen.
  Nach Angaben des Statistikamts Nord arbeiten im Lande rund 29.100 Lehrer, davon 24.600 an allgemeinbildenden und 4.500 an berufsbildenden Schulen. Sie werden im laufenden Schuljahr 2006/2007 insgesamt knapp 490.000 Unterrichtsstunden erteilen.

mehr Informationen: plenum-online, Mai 2006 (Lehrerbildung)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai1-2006/
texte/14_20_konfliktschulen_lehrer.htm)
Januar 2007 (Schulgesetz)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2007/texte/02_19_schulreform.htm)

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