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Wie schnell muss
die Aus- und Weiterbildung der Lehrer
umgestaltet werden?
Landtag sieht
generell Handlungsbedarf
Kiel (SHL/22.02.) Im
Zuge der jüngst verabschiedeten Schulreform soll auch die
Lehrerausbildung im Land ein neues Gesicht erhalten.
Hierüber herrschte Einigkeit im Plenum. Allerdings gingen die
Meinungen auseinander, wie weit und mit welchem Tempo diese Neu-Konzeptionierung
vorangehen soll. Die Grünen forderten, der Landtag solle bis Anfang
Juni ein entsprechendes Konzept erarbeiten und vorlegen. Doch vor
allem Schwarz-Rot bremste das Anliegen mit der Begründung, es habe
bereits umfassende Reformen gegeben, so dass man nichts
überstürzen müsse. Der Antrag wurde an den Bildungsausschuss
überwiesen.
Die
Grünen-Abgeordnete Angelika Birk untermauerte den Antrag ihrer
Fraktion: "Weder in der Ausbildung noch in der Fortbildung wird
bisher auf die neuen Schul- und Unterrichtsformen vorbereitet."
Stattdessen werde wie "vorgestern Haupt-, Real- und
Gymnasialunterricht gelehrt". Deshalb müsse mehr Geld in die
Lehrerbildung umgeschichtet werden, folgerte Birk. Anke Spoorendonk
(SSW) sah als zentrale Forderung des Grünen-Antrages die
Einrichtung eigener Fortbildungsbudgets an den Schulen. Da die
Lehrerzahlen erstmalig seit Jahren stagnieren würden, sei dies ein
wichtiges Anliegen, so die SSW-Abgeordnete.
Auf wenig Gegenliebe stieß das Vorhaben der
Grünen beim Liberalen Ekkehard Klug. Sein Hauptkritikpunkt: Die
Grünen würden die Bedeutung der fachwissenschaftlichen Komponente
vernachlässigen. "Ohne Fachkompetenz können Lehrer auch keine
Vermittlungskompetenz haben", so der FDP-Bildungsexperte.
Die Christdemokratin Susanne
Herold räumte zwar ein, dass eine noch engere Verzahnung von
Theorie und Praxis bereits im Studium anzustreben sei. Gleichzeitig
stellte sie aber klar, dass Lehrer weiterhin auf ihre Schulart
ausgebildet werden müssten: "Einheitslehrer wird es mit der
CDU nicht geben." Unterstützung erhielt sie von ihrem
SPD-Kollegen Detlef Buder. Er sah in dem Grünen-Antrag "unrealistische
Forderungen". Buder betonte, man müsse nicht von heute auf
morgen neue Lehrämter erfinden. Zudem erwecke der Vorstoß den
Eindruck, es habe sich in den letzten Jahren überhaupt nichts
getan. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) erklärte, es sei
zunächst wichtig, das neue Schulgesetz umzusetzen. Dabei dürfe
nichts überstürzt werden.
Hintergrund:
Vor dem Hintergrund der im
Januar vom Landtag beschlossenen Schulreform fordern die
Grünen eine Neuausrichtung der Lehrerbildung im Lande. So
sollen angehende Pädagogen nach Willen der
Oppositionsfraktion gezielt auf die neuen Regionalschulen
und Gemeinschaftsschulen hin ausgebildet werden. Auch
sollen Lehramtsstudenten an der Universität verstärkt
auf neue Unterrichtsformen wie die individuelle Förderung
von Schülern in Lerngruppen mit großen
Leistungsunterschieden oder das fächerübergreifende
Unterrichten vorbereitet werden. Die Landesregierung soll
bis Juni ein Konzept hierzu vorlegen.
Nach Angaben des Statistikamts Nord arbeiten im
Lande rund 29.100 Lehrer, davon 24.600 an
allgemeinbildenden und 4.500 an berufsbildenden Schulen.
Sie werden im laufenden Schuljahr 2006/2007 insgesamt
knapp 490.000 Unterrichtsstunden erteilen.
mehr Informationen: plenum-online,
Mai
2006 (Lehrerbildung)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai1-2006/
texte/14_20_konfliktschulen_lehrer.htm)
Januar
2007 (Schulgesetz)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2007/texte/02_19_schulreform.htm)
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