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Sprachförderung:
Ausdifferenzierung und Isolierung kein "Königsweg"
Regierung soll
per Bericht für Überblick sorgen
Kiel (SHL/22.02.)
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) hat ihr Vorhaben
verteidigt, die drei eigenständigen Sprachförderschulen im Land
an benachbarte allgemeinbildende Schulen anzugliedern. Damit
reagierte sie auf einen Antrag der Liberalen, die die
Landesregierung auffordern wollen, die regionalen Förderangebote
für Schüler mit Sprach- und Kommunikationsstörungen zu erhalten
und weiterzuentwickeln. "Die Zahl der Schüler an den
Sprachförderschulen ist seit etlichen Jahren rückläufig",
sagte die Ministerin. Die neue Formel laute Integration: "Ausdifferenzierung
und Isolierung ist nicht mehr der Königsweg", so
Erdsiek-Rave.
Das Thema wurde vom Plenum an die Ausschüsse für Bildung und
Soziales überwiesen. Zugleich wurde die Landesregierung auf
Antrag von CDU und SPD aufgefordert, im Juli über die Entwicklung
der Sprachheilförderung im Land zu berichten.
"Es wäre
nicht zu rechtfertigen, wenn in einzelnen Teilen des Landes
regionale Angebote zur intensiveren sprachheilpädagogischen
Förderung ersatzlos wegfielen, während ein solches Angebot in
Dithmarschen neu geschaffen wird", begründete
FDP-Bildungsexperte Ekkehard Klug den Antrag seiner Fraktion in
Anspielung auf das Projekt "lautstark" in Meldorf, wo
eine teilstationäre Intensivbetreuung von Kindern mit
Sprachdefizit neu geschaffen wurde.
Im Plenum wurde
grundsätzlich auf zahlreiche, schon in Kindergärten vorhandene
Angebote zur Sprachförderung verwiesen. Diese müssten zunächst
evaluiert werden, um Erkenntnisse für Verbesserungen zu erhalten,
hieß es.
Neben Preetz gibt es
Sprachförderschulen in Bad Schwartau mit 60 und in Lübeck mit
100 Kindern. Außerdem existiert das Sprachheilinternat in Wentorf
mit ebenfalls 100 Schülern.
Weitere
Hauptredner: Heike Franzen (CDU), Henning
Höppner (SPD), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die FDP fordert die Landesregierung auf,
"regionale Förderangebote für Schülerinnen und
Schüler mit Sprach- und Kommunikationsstörungen zu
erhalten". Die Liberalen kritisieren damit die Pläne
der Landesregierung, die drei Sprachförderschulen im
Lande in Preetz (zurzeit 12 Schüler), Lübeck (100) und
Bad Schwartau (60) an benachbarte Schulen anzugliedern.
Das Bildungsministerium plant, Kinder mit
Sprechdefiziten verstärkt integrativ in ihren jeweiligen
Grundschulen zu unterrichten. Gerade für Kinder mit
Förderbedarf, so Ministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)
vergangenen November im Bildungsausschuss des Landtages,
sei das sprachliche Vorbild der Kinder ohne Förderbedarf
besonders wichtig.
Demgegenüber betonen die Liberalen die Bedeutung
eigener Einrichtungen für Kinder, "bei denen
präventive Fördermaßnahmen und/oder integrative
Förderung in Grundschulklassen nicht ausreichen".
Die Bildungsministerin verweist darauf, dass Kinder
mit diesem Handicap in Schleswig-Holstein seit zehn Jahren
bereits vor der Einschulung in den
Kindertageseinrichtungen gefördert würden.
Dementsprechend sei die Zahl der Kinder mit sprachlichen
Auffälligkeiten bei der Einschulung stetig
zurückgegangen. Dies habe zur Schließung dieser
besonderen Schulen geführt, ohne dass es dadurch zu
Qualitätseinbußen gekommen sei.
Die FDP macht sich in ihrem Antrag zudem für die
in Dithmarschen praktizierte teilstationäre
Intensivbetreuung von Kindern mit Sprachdefizit stark, die
unter dem Namen "Lautstark" läuft.
In einem kurz vor der Sitzung vorgelegten Antrag
fordern CDU und SPD zu dem Thema einen ausführlichen
Regierungsbericht zur Juli-Tagung an.
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