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Auf dieser Seite: "European Clean Ship" 

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Top 18:
Innovationsoffensive "European Clean Ship" Für eine saubere und gesunde Ostsee und saubere und gesunde Meere in Europa
Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Abgeordneten des SSW
Drucksache: 16/1219
-Plenarprotokoll-

"Dicke Pötte" sollen weniger
Abgase produzieren

Döring: Schleswig-Holstein kann EU-Linie mitbestimmen

Kiel (SHL/ 22.02.) Landtag und Regierung haben erneut konkrete Maßnahmen gegen die Abgase aus Schiffs-Dieselmotoren gefordert. In einem fraktionsübergreifenden Antrag wurde die EU aufgerufen, Forschungsprojekte in diesem Bereich zu unterstützen. Zudem sollen die Brüsseler ihre Förderbestimmungen entsprechend neu ausrichten. Ein Hauptaugenmerk legten die Schleswig-Holsteiner dabei auf die Stromversorgung von Schiffen, die im Hafen liegen. An der Kaimauer lassen die "dicken Pötte" ihre Hilfsmotoren laufen und verschmutzen so die Umgebung. Hier herrsche dringender Handlungsbedarf, hieß es unisono im Plenum.

Das so in Häfen verfeuerte Schweröl ist nach Experten-Schätzungen beispielsweise in Travemünde für 95 Prozent der Schwefel-Emissionen, 78 Prozent des Stickoxids und 65 Prozent des Feinstaubs verantwortlich. Durch leistungsstarke Stromanschlüsse an Land, so schätzen Forscher, könnten die in den Häfen anfallenden Schiffs-Emissionen um bis zu 75 Prozent vermindert werden. Lübeck arbeitet bereits im Rahmen der Initiative New Hansa an einem Forschungsprojekt in diesem Bereich. Diese Kompetenz im Lande gelte es weiter auszubauen, forderten die Abgeordneten. Zudem müssten auch die Hersteller von Schiffsmotoren umdenken.

Ansatzpunkt der schleswig-holsteinischen Initiative ist die Ostseeparlamentarierkonferenz, die im August in Berlin stattfindet. Dort sollen dann alle Parlamente der Region die Forderungen unterstützen und so Druck auf die EU ausüben.

"Schleswig-Holstein kann an dieser Stelle europäische Politik gestalten", verwies Europaminister Uwe Döring auf die derzeitige deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Er habe sich bereits an den schwedischen Außenminister Carl Bild, der zurzeit dem Ostseerat vorsteht, sowie an den deutschen Außenamtschef Frank-Walter Steinmeier gewandt, so Döring. Auch forderte er von der Bundesregierung eine Steuerbefreiung für den Landstrom.

Hauptredner: Manfred Ritzek (CDU), Astrid Höfs (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne) Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
  Fraktionsübergreifend fordert der Landtag ein konsequenteres Vorgehen gegen die Schadstoffe aus Schiffsmotoren. Deswegen schlagen die fünf europapolitischen Sprecher einen Forderungskatalog vor, der in den Entschließungsentwurf für die Ostseeparlamentarierkonferenz im August in Berlin einfließen soll. Hierdurch wollen die Abgeordneten entsprechende Ergänzungen im EU-Grünbuch für eine gemeinsame Meerespolitik erreichen.
  Die Forderung bezieht sich insbesondere auf Schiffe, die im Hafen liegen und die ihren Strombedarf durch ihre Hilfsdiesel an Bord decken. Das hierbei verfeuerte Schweröl ist nach Experten-Schätzungen beispielsweise in Travemünde für 95 Prozent der Schwefel-Emissionen, 78 Prozent des Stickoxids und 65 Prozent des Feinstaubs verantwortlich. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass weltweit 16 Prozent aller Schwefel-Emissionen aus dem Mineralölverbrauch von Schiffen stammen. Durch Stromanschlüsse an Land könnten, so schätzen Forscher, die in den Häfen anfallenden Schiffs-Emissionen um 40 bis 60 Prozent vermindert werden. Anfang des Monats hat Europaminister Uwe Döring in einem Schreiben an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (beide SPD) gefordert, dass dieser Landstrom für Schiffe steuerfrei sein sollte. Dies solle europaweit gelten.
  Die Abgeordneten fordern zudem, Forschungsprojekte zur Reduzierung von Schiffsemissionen künftig verstärkt zu fördern. Lübeck etwa engagiert sich bereits, gemeinsam mit anderen Ostseeanrainern, im Projekt New Hansa gegen die Verschmutzung. Auch beim Ausbau des Kieler Hafens, der bis April abgeschlossen sein soll, werden entsprechende Vorrichtungen eingeplant. Das Problem: Ein großes Kreuzfahrtschiff hat nach Angaben des Kieler Seehafens einen Strombedarf von zehn bis 15 Megawatt, der an Land zusätzlich produziert werden müsste.
  Außerdem wollen die Abgeordneten das EU-Grünbuch durch die Verpflichtung der Reeder zur Verwendung von schwefelarmem Treibstoff ergänzen und Schiffsmotorenhersteller zum Bau von Motoren mit moderner Filtertechnik verpflichten.
  Über diesen Themenkomplex hat der Landtag bereits im November debattiert.

mehr Informationen: November 2006 (Stromversorgung in Häfen)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2006/
texte/31_stromversorgung_in_aefen.htm)

Dezember 2006
(saubere Meere)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2006/texte/22_saubere_meere.htm)
Oktober 2006
(Meerespolitik/Grünbuch)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/oktober2006/texte/20_meerespolitik.htm)

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