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Größere
Windmühlen? Schwarz-Rot warnt vor Schnellschüssen
Kiel (SHL/21.02.)
Auf Druck der CDU/SPD-Koalition, die vor "Schnellschüssen
warnte", hat der Landtag einen Entschließungsantrag des SSW
zur Forcierung der Windenergie im Land zunächst an die
Ausschüsse für Inneres und Recht, Umwelt- und Agrar sowie
Wirtschaft überwiesen. Der SSW hatte die Landesregierung
auffordern wollen, Flächenpläne sowie Höhenbegrenzungs- und
Abstandsregelungen für Windenergieanlagen zu überarbeiten. Vor
allem sollen alte Anlagen durch größere und leistungsstärkere
ersetzt werden. Außerdem sollen die Kommunen die Freiheit
bekommen, künftig selbstständig neue Windparks auszuweisen.
Hintergrund des von FDP und Grünen unterstützten Antrags: In Schleswig-Holstein
sind die ausgewiesenen Eignungsgebiete für die Windenergie-Nutzung mittlerweile weitestgehend belegt.
Und: Die heute
genutzten Anlagen seien nicht mehr auf dem neuesten technischen
Stand, konstatierte der SSW-Abgeordnete Lars Harms (SSW). Durch
das sogenannte Repowering sollten grundsätzlich keine "Windenergiemonster"
geschaffen werden. Allerdings, so Harms, diene die Gewinnung von
Windenergie dem Klimaschutz, schaffe Einkommen in den einzelnen
Regionen und unterstütze mit den zu erwartenden Steuereinnahmen
die Sanierung der kommunalen Haushalte.
"Wind ist
Luft, die es eilig hat – der SSW hat es zu eilig",
hielt Innenminister Ralf Stegner (SPD) dagegen. Die Ziele
des SSW seien grundsätzlich zu unterstützen, aber "mit den
geltenden Rahmenbedingungen nicht zu erreichen". Die
CDU-Abgeordnete Ursula Sassen kritisierte den Antrag als "völlig
ungeeignet zur nachhaltigen Entwicklung der Windenergie".
Ihre Koalitionskollegin von der SPD, Regina Poersch, warnte vor
Schnellschüssen. Sie forderte die Landesregierung auf, zunächst
beim Netzbetreiber E.ON einzuwirken, entsprechend der Vorgabe des
Energieeinspeisegesetzes ein leistungsfähiges Netz vorzuhalten.
In die gleiche
Kerbe schlug Detlef Matthiessen von den Grünen. "Die
Windmüller sind dem Netzbetreiber hilflos ausgeliefert",
kritisierte er das Verhalten der Landesregierung, die sich
generell viel zu wenig für die Windenergiebranche einsetze.
Auch die Liberalen stellten sich hinter den
SSW-Vorstoß. Repowering dürfe nicht durch überalterte
Vorschriften verhindert werden, so Heiner Garg.
In Schleswig-Holstein sind etwas
mehr als 120 Quadratkilometer für die Nutzung von Windenergie
ausgeschrieben. Das entspricht rund einem Prozent der Landesfläche.
Hintergrund:
Der SSW fordert die Landesregierung auf, die
Flächen-Ausschreibungen für Windkraftf-Anlagen in
Schleswig-Holstein neu auszurichten. Hintergrund ist das
so genannte Repowering, also die Ersetzung alter Anlagen
durch größere und leistungsstärkere. Hier sollen, falls
nötig, Flächen neu zugeschnitten werden, wobei auch der
Landschaftsschutz beachtet werden soll. Außerdem sollen
Kommunen die Freiheit erhalten, selbständig neue
Windparks auszuweisen.
In Schleswig-Holstein sind rund 0,75 Prozent der
Landesfläche, etwa 120 Quadratkilometer, als
Eignungsgebiete für die Windenergie-Nutzung ausgewiesen.
Diese Flächen sind mittlerweile weitestgehend belegt. Ein
weiterer Ausbau erfolgt vornehmlich durch das Repowering
und dem Bau von Off-Shore-Anlagen auf dem Meer.
In den letzten Jahren wurden viele kleinere
Altanlagen durch neue größere Windräder ersetzt. 2006
gab es im Lande 2.576 Windanlagen. Die Gesamtleistung hat
sich durch die neuen leistungsstärkeren Anlagen auf 2.290
Megawatt gesteigert. Damit beläuft sich die
durchschnittliche Leistung einer einzelnen Windkraftanlage
auf 889 Kilowatt. Die neuen Großanlagen können bis zu
fünf Megawatt (MW) Leistung erbringen.
Nach neuester Schätzung der Landesregierung
können auf den ausgewiesenen Windeignungsflächen unter
Berücksichtigung der Höhenbegrenzung und unter
Einhaltung der Abstandsregelungen etwa 3.400 MW
Windenergieleistung installiert werden. Darüber hinaus
sind weitere 300 MW Windleistung durch Repowering von
Anlagen außerhalb der Eignungsflächen möglich. Damit
kann die installierte Leistung der Windenergieanlagen
nahezu verdoppelt werden.
mehr Informationen: plenum-online,
Februar
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2006/texte/37_energiepolitik.htm)
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