Forschen mit Geld
aus Brüssel
Wissenschaftsminister
hofft auf
300 bis 350 Millionen Euro aus EU-Topf
Kiel (SHL/22.01.)
Schleswig-Holsteins Forschungseinrichtungen und innovative
Unternehmen dürfen auch im Rahmen des EU-Forschungsprogramms für
die Jahre 2007 bis 2013 auf finanzielle Unterstützung aus
Brüssel hoffen. Dies hat Wissenschaftsminister Dietrich
Austermann (CDU) in einem von CDU und SPD beantragten Bericht
deutlich gemacht. Anteilsmäßig könnten Wissenschaftler sowie
innovative Unternehmer aus dem Land zwischen den Meeren in der
Förderperiode 2007 bis 2013 zwischen 300 und 350 Millionen Euro
akquirieren, so der Minister. Allerdings – räumte Austermann
ein – sei "kein EU-Programm so anspruchsvoll wie dieses
für Forschung". Dementsprechend schwierig sei es, die Gelder
einzuwerben. In der vergangenen Förderperiode hätte die EU für
Forschungsvorhaben in Schleswig-Holstein rund 51 Millionen Euro
bewilligt. Zurzeit gäbe es 143 von Brüssel geförderte Projekte
im Land.
In der Debatte lobten Vertreter aller Parteien die
Anstrengungen der EU, Europa in Forschung und Entwicklung
voranzubringen. Allerdings haderten die Abgeordneten aber vor
allem mit dem schwierigen und bürokratisch aufwändigen Verfahren
für die Bewilligung der Fördergelder. Abgeordnete von SPD und
Grünen monierten, dass die Europäische Union bis 2013 allein der
Nuklearforschung 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung stellt.
Laut Regierungsbericht gibt Brüssel zusammen mit
diesem Posten im Zeitraum 2007 bis 2013 rund 55 Milliarden Euro
für die Forschung aus. Neben klassischen Forschungsbereichen wie
Energie, Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt werden auch im
Bereich der Nano- und Biotechnologie sowie der Weltraum-,
Sicherheits- und Kommunikationsforschung Schwerpunkte gesetzt.
Allein 6,1 Milliarden Euro sollen in Forschungsvorhaben fließen,
die sich mit der menschlichen Gesundheit befassen. Neun Milliarden
können die Informations- und Kommunikationstechnologien für sich
verbuchen.
Der Bericht der Landesregierung wurde an den
Wirtschaftsausschuss und mitberatend an den Europaausschuss
überwiesen.
Hauptredner:
Manfred Ritzek (CDU), Rolf Fischer
(SPD), Ekkehard Klug (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Anke
Spoorendonk (SSW)