Die Angaben der Ministerin seien „erbärmlich
und peinlich", kritisierte Heiner Garg (FDP). Zum einen
würden die Einnahmeverschiebungen bei einem kreditfinanzierten
Landeshaushalt einen Schaden in Millionenhöhe anrichten. Zum
anderen verwies er auf eine Aussage von Wirtschaftsminister
Dietrich Austermann (CDU). Der hatte schwache Wirtschaftsdaten
für das Land unter anderem damit erklärt, dass allein die
Abschaltung der beiden Kraftwerke seit dem Sommer 2007 das
schleswig-holsteinische Wirtschaftswachstum 0,5 Prozentpunkte
gekostet habe.
Auch Tobias Koch (CDU) befürchtete „gravierende"
Auswirkungen auf den Haushalt: „Jeder Euro, den wir weniger
einnehmen, ist eine Katastrophe." Das eigentliche Problem sei
aber die endgültige Abschaltung – voraussichtlich wird
Brunsbüttel 2010 stillgelegt. Dann würden die bisherigen Steuern
und Abgaben für immer wegfallen. „Schleswig-Holstein ist der
finanzielle Verlierer des Atomausstiegs", so Koch.
Termin für Wiederinbetriebnahme der Reaktoren
offen
Die Anlagen sind seit einer Pannenserie im Juni
des vergangenen Jahres heruntergefahren. Der Betreiber Vattenfall
will Brunsbüttel im März und Krümmel im Mai wieder ans Netz
bringen. Trauernicht kündigte eine intensive Prüfung der AKW an,
sobald Vattenfall die Wiederinbetriebnahme beantragt habe. „Sicherheit
geht vor Wirtschaftlichkeit", betonte die Ministerin.
Die AKW dürften „erst ans Netz wenn die Mängel
beseitigt sind", unterstützte Olaf Schulze (SPD) die
Ministerin. Er verwies auf die „Anfälligkeit" von
Kernkraftwerken. „Die Sicherheit hat Vorrang vor allen anderen
Interessen", stellte auch Detlef Matthiessen (Grüne) klar.
Er warf der CDU vor, die Oberflächenwasserabgabe in der
Vergangenheit bekämpft zu haben und nun ebendiese Einnahmen als
unverzichtbar zu betrachten. „Solange es immer noch
Reparaturarbeiten gibt und Fehler nicht behoben sind, dürfen die
Meiler nicht wieder ans Netz gehen", forderte Anke
Spoorendonk (SSW).
Der Finanzausschuss berät den Bericht
abschließend.