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Mehr Frauen in Führung

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2485neu
Protokoll


Absage an Quoten-Frauen 
in Führungspositionen

Kiel (SHL/26.2.) Es gibt in Deutschland zu wenige Frauen in Führungspositionen. In diesem Grundsatz war sich das Plenum überfraktionell einig. Ein Forderungskatalog der Grünen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, stieß jedoch auf breite Skepsis. Für Diskussionsstoff – und einhellige Ablehnung – sorgte insbesondere eine geforderte Frauenquote von 40 Prozent für Führungsposten in Aktiengesellschaften.

„Besonders dort, wo in Unternehmen Entscheidungen mit Breitenwirkung getroffen und hohe Einkommen erzielt werden, sind Frauen kaum zu finden", begründete die Grünen-Politikerin Angelika Birk den Antrag. Als positives Gegenbeispiel nannte sie Norwegen, wo Aktiengesellschaften gesetzlich vorgeschrieben einen Frauen-Anteil von 40 Prozent im Aufsichtsrat vorweisen müssten.

Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine Angleichung der Gehälter hätten sich hierzulande in den letzten Jahren deutlich verbessert, hielt Frauenministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) dagegen. Im Landesdienst gebe es seit 2003 mehr Frauen als Männer, hob sie hervor. Im höheren Dienst habe der Frauenanteil fast die 50 Prozent-Marke erreicht, und inzwischen seien 35 Prozent aller Abteilungsleiter weiblichen Geschlechts. Die Ministerin kündigte einen ebenfalls von den Grünen angemahnten Gleichstellungsbericht noch für diese Wahlperiode an.

Der Antrag wurde an den Sozialausschuss überwiesen.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Jutta Scheicht (CDU): Karrieren kann man nicht per Erlass vorschreiben, Frauen in Chefetagen auch nicht. Im Gegensatz zu den Forderungen im Antrag der Grünen setzt die CDU bei den Maßnahmen auf Freiwilligkeit.

Sandra Redmann (SPD): Einkommen von Frauen liegen in Deutschland nach wie vor weit unter denen von Männern. Das schleswig-holsteinische Gleichstellungsgesetz muss deshalb vollständig umgesetzt werden, und dazu ist auch die Landesregierung verpflichtet. 

Günther Hildebrand (FDP): Wer so viele Unterstellungen und Behauptungen in seinen Antrag hineinschreibt, ist in der Realität noch nicht angekommen. Wir lehnen alle Versuche, die Wirtschaft mit mehr Frauen zu beglücken, ab. Wir brauchen keine Quoten, sondern flexible Arbeitszeitmodelle.

Anke Spoorendonk (SSW): Notwendige Rahmenbedingungen sind gleicher Lohn für gleiche Arbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Erst wenn dieses realisiert ist, kann die Gleichstellungspolitik in Zukunft vorangetrieben werden.

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Hintergrund:
Die Grünen fordern von der Landesregierung, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Führungsebene von Behörden und Unternehmen voranzutreiben. Die Regierung soll bei der Besetzung von Vorstands- und Aufsichtsratsgremien durch das Land Frauen einen Vorrang einräumen, solange in diesen Gremien mehr Männer als Frauen vertreten sind. Auf Bundesebene soll sich die Landesregierung für eine Frauenquote von 40 Prozent für Führungsposten in deutschen Aktiengesellschaften einsetzen. Eine entsprechende Regelung im Aktienrecht gebe es bereits in Norwegen.

In Deutschland ist bisher nur jeder sechste Posten in der Chefetage durch eine Frau besetzt, bei Großunternehmen ist die Zahl noch geringer. Das zeigen jüngste Studien. Große Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt es auch beim Einkommen. So verdienten im Jahr 2007 laut Statistischem Bundesamt Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als ihre männliche Kollegen.

In Schleswig-Holstein liegt der Frauenanteil in der Führungsebene der Landesverwaltung laut dem letzten Gleichstellungsbericht der Landesregierung teilweise unter zehn Prozent. Dieses Papier hat der Landtag im Januar 2004 debattiert (plenum-online, Januar 2004). Die Oppositionsfraktion kritisiert, dass die Landesregierung seitdem keinen Bericht zur Gleichstellung mehr vorgelegt hat, obwohl sie gesetzlich verpflichtet ist, einmal in jeder Wahlperiode ein solches Papier zu erstellen..

Große Anfrage zu Frauenpolitik: plenum-online, Februar 2008

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

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Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

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1. Lesung:
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Landes-Entwicklungsplan

Polizei: Strategie / Reviere

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F i n a n z e nt

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Föderalismus / Entschuldungsfonds
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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

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Fehmarnbelt / Schiffahrt
Frauen / Karriere
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S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

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Berichte:

Krebstherapie-Zentrum Kiel

AKW-Stillegung
(ohne Aussprache)

Betreuung Demenzkranker 
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Pflegestützpunkte
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 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:

Tierschutz / Verbands-
klagerecht
Große Anfrage:
Küstenschutz
Anträge:
Solares Dachflächenkataster
Ölförderung im Wattenmeer

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

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Kulturelle Entwicklung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Bericht:

EU-Dienstleistungsrichtlinie
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