Knackpunkt der Diskussion ist die Hamburger
Sparkasse (Haspa), die zum Beispiel Interesse an der Sparkasse
Südholstein haben soll. Es bleibt im Landtag umstritten, ob die
Haspa aufgrund ihres besonderen rechtlichen Status ein
öffentlich-rechtliches Institut ist. Falls nicht, könnte ihr
Einstieg zur Folge haben, dass sich auch andere, private
Geldhäuser bei den Sparkassen einklagen, so Monika Heinold
(Grüne). Sie hielt es vor diesem Hintergrund für „fahrlässig,
ein Gesetz zu verabschieden, dessen Folgen nicht absehbar
sind", und sie appellierte an die Koalition: „Spielen Sie
nicht mit den Sparkassen russisches Roulette."
Innenminister Schlie:
Öffentlich-rechtlicher
Charakter der Kassen bleibt bestehen
Diesen Befürchtungen trat Innenminister Klaus
Schlie (CDU) entgegen. Er habe „keinen Zweifel", dass der
öffentlich-rechtliche Charakter der Kassen auch nach
Verabschiedung des Gesetzes bestehen bleibt. Und der
Unions-Abgeordnete Tobias Koch (CDU) wies darauf hin, dass auch
nach der Reform eine Mehrheit von 74,9 Prozent bei den
Träger-Kommunen bleibe. Zudem seien bereits vier andere
Bundesländer diesen Weg gegangen, ohne dass dies ein „Einfallstor
für eine Privatisierung" gewesen wäre.
Thomas Rother (SPD) nahm insbesondere die FDP ins
Visier, die er als treibende Kraft hinter den Beteiligungsplänen
vermutet. „Stoppen Sie das Zerstörungswerk der
Hyper-Liberalen", forderte Rother die CDU zu einer stärkeren
Einflussnahme auf ihren Koalitionspartner auf. Ansonsten würde
bundesweit die „Erosion des gesamten öffentlich-rechtlichen
Bankensektors eingeläutet". Und Heinz-Werner Jezewski
(Linke) merkte an, die Koalition sei dabei, mit einer hauchdünnen
Mehrheit im Landtag ein „unumkehrbares" Regelwerk zu
beschließen.
FDP-Abgeordnete Loedige: „Es gibt
kein
‚Du musst’, aber ein ‚Du darfst’"
Katharina Loedige (FDP) ging auf Gegenkurs. Die
Koalition strebe lediglich eine „moderate Weiterentwicklung des
bestehenden Systems" an, die für den Erhalt des
Sparkassensektors „unabdingbar" sei. „Wir schaffen ein
faires Gesetz", so Loedige: „Es gibt kein ‚Du musst’,
aber ein ‚Du darfst’, wenn es nötig ist."
Ein zweiter Streitpunkt war die Absicht der
Koalition, bei den Sparkassen Stammkapital einzuführen und den
Trägern – etwa den Kreisen – die Möglichkeit zu geben,
Anteile davon zu veräußern. „Hier droht die Verscherbelung der
Sparkassen, bei der sich kurzfristig ein Bürgermeister ins
Fäustchen lacht und langfristig die regionale Wirtschaft leiden
wird", mahnte Lars Harms (SSW). Auch in diesem Punkt war die
Liberale Loedige anderer Auffassung: „Trauen wir doch unseren
Kollegen in den Kreistagen zu, dass sie verantwortungsbewusst
genug sind, nicht einfach nur Cash zu machen, sondern ihre Häuser
zur Stärkung ihres Standortes zu fördern."
Der Entwurf wird nun federführend im Innen- und
Rechtsausschuss und mitberatend im Wirtschafts- und im
Finanzausschuss weiter beraten.