Die Pläne seien „Gift für die heimische
Solarwirtschaft" und könnten einen „massiven
Arbeitsplatzabbau in Schleswig-Holstein" mit sich bringen,
meinte Detlef Matthiessen (Grüne). Er griff damit Befürchtungen
aus der Solarbranche auf, die bundesweit tausende Arbeitsplätze
in Gefahr sieht. Als „eine gefährliche ökologische wie
wirtschaftliche Geisterfahrt" und „Klientelpolitik",
wertete Olaf Schulze von der SPD die geplante Reduzierung. Der
technologische Fortschritt werde behindert, Klimaziele würden
erst später erreicht.
Langfristig werde die Kürzung der Vergütung den
Solarstandort Deutschland zurückwerfen, schloss sich Lars Harms
vom SSW an. Wenn schon über eine Absenkung nachgedacht werde,
dann dürfe dies nur mit Augenmaß geschehen und nicht mit der
Brechstange, meinte Harms. Auch Ranka Prante (Linke) hielt die
Kürzung für ein „falsches Signal" in der Energiepolitik.
Koalition: So bleiben die
Strompreise bezahlbar
CDU und FDP begrüßten dagegen die Kürzungen und
die gleichzeitig geplante Anhebung des Förderzuschlags für den
Eigenverbrauch von Strom aus Dachsolaranlagen. Damit blieben die
Strompreise für den Bürger bezahlbar und die Akzeptanz in der
Bevölkerung für Solarenergie erhalten, betonten Jens-Christian
Magnussen (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP). „Solarenergie ist
nicht die Günstigste", meinte Magnussen. Hohe Strompreise
würden Familien belasten und den Standort Deutschland schwächen.
Kumbartzky erinnerte zudem daran, dass die Preise für Solarmodule
und die Installationskosten für Solaranlagen im vergangenen Jahr
um durchschnittlich 30 Prozent gesunken seien. „Die Kürzung der
Subventionen kann für die Branche ein Anreiz sein, stärker zu
forschen, um die Effizienz der Module noch weiter zu
verbessern", meinte er.
Für Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) wird
mit der Kürzung „eine Fehlsteuerung" abgestellt, die zu
einer zwölffachen Übervorteilung von Windenergie durch
Solarenergie geführt habe. „Es muss in Zukunft vermieden
werden, dass in der Solarbranche Mitnahmeeffekte eintreten",
sagte de Jager. Die hohe Vergütung habe den deutschen
Solarzellen-Herstellern nicht genutzt. Vielmehr hätten viele
Investoren die Teile aus China oder Indien importiert, um ihren
Gewinn weiter zu maximieren.