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Auf dieser Seite: Solarförderung 

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Solarförderung erhalten
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/258
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – 17/313

Solarenergie: Koalition verteidigt Berliner Pläne für Kürzung der Einspeisevergütung

CDU und FDP betonen Schutz vor höheren Strompreisen / Opposition fürchtet Arbeitsplatzverluste und ökologischen Schaden

Kiel (SHL/25.02.) Die Grünen sind mit ihrer Forderung, die von der Bundesregierung angestrebte Kürzung der Vergütungssätze für Solarstrom zurückzunehmen, bei CDU und FDP abgeblitzt. Während die gesamte Opposition im Landtag den Grünen-Antrag unterstützte, befürchteten Redner der Koalition und Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) steigende Strompreise, weil die Subventionskosten auf den Verbraucher umgelegt würden. Die Bundesregierung hatte angekündigt, ab Juli die Einspeisevergütung für Solaranlagen auf Dächern und auf Freiflächen um zusätzlich 11 bis 16 Prozent zu kürzen; die Förderung auf Ackerflächen soll komplett gestrichen werden.

Die Pläne seien „Gift für die heimische Solarwirtschaft" und könnten einen „massiven Arbeitsplatzabbau in Schleswig-Holstein" mit sich bringen, meinte Detlef Matthiessen (Grüne). Er griff damit Befürchtungen aus der Solarbranche auf, die bundesweit tausende Arbeitsplätze in Gefahr sieht. Als „eine gefährliche ökologische wie wirtschaftliche Geisterfahrt" und „Klientelpolitik", wertete Olaf Schulze von der SPD die geplante Reduzierung. Der technologische Fortschritt werde behindert, Klimaziele würden erst später erreicht.

Langfristig werde die Kürzung der Vergütung den Solarstandort Deutschland zurückwerfen, schloss sich Lars Harms vom SSW an. Wenn schon über eine Absenkung nachgedacht werde, dann dürfe dies nur mit Augenmaß geschehen und nicht mit der Brechstange, meinte Harms. Auch Ranka Prante (Linke) hielt die Kürzung für ein „falsches Signal" in der Energiepolitik.

   Koalition: So bleiben die Strompreise bezahlbar

CDU und FDP begrüßten dagegen die Kürzungen und die gleichzeitig geplante Anhebung des Förderzuschlags für den Eigenverbrauch von Strom aus Dachsolaranlagen. Damit blieben die Strompreise für den Bürger bezahlbar und die Akzeptanz in der Bevölkerung für Solarenergie erhalten, betonten Jens-Christian Magnussen (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP). „Solarenergie ist nicht die Günstigste", meinte Magnussen. Hohe Strompreise würden Familien belasten und den Standort Deutschland schwächen. Kumbartzky erinnerte zudem daran, dass die Preise für Solarmodule und die Installationskosten für Solaranlagen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 30 Prozent gesunken seien. „Die Kürzung der Subventionen kann für die Branche ein Anreiz sein, stärker zu forschen, um die Effizienz der Module noch weiter zu verbessern", meinte er.

Für Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) wird mit der Kürzung „eine Fehlsteuerung" abgestellt, die zu einer zwölffachen Übervorteilung von Windenergie durch Solarenergie geführt habe. „Es muss in Zukunft vermieden werden, dass in der Solarbranche Mitnahmeeffekte eintreten", sagte de Jager. Die hohe Vergütung habe den deutschen Solarzellen-Herstellern nicht genutzt. Vielmehr hätten viele Investoren die Teile aus China oder Indien importiert, um ihren Gewinn weiter zu maximieren.

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Hintergrund:
Die Grünen sperren sich gegen die von der Berliner Koalition angekündigte Kürzung bei der Solarstrom-Förderung und fordern die Landesregierung auf, per Bundesratsinitiative gegen die Pläne vorzugehen. Die Pläne seien „Gift für die heimische Solarwirtschaft" und könnten einen „massiven Arbeitsplatzabbau in Schleswig-Holstein" mit sich bringen, so die Befürchtung der Oppositionsfraktion. Nach Angaben Grünen der hat die Solarbranche bundesweit 60.000 Beschäftigte und einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro.

Laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten die Betreiber von Solaranlagen je Kilowattstunde Strom einen Zuschuss von derzeit 43 Cent. Dieses Geld wird von den Stromverbrauchern über eine Umlage aufgebracht. Durch das Extra-Geld soll der umweltfreundlichen, aber noch kostenintensiven Sonnen-Technologie unter die Arme gegriffen werden.

  Minister: Sonnenkraft soll sich aus 
  eigener Kraft am Markt durchsetzen

Nun will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Subventionen schrittweise herunterfahren. Hintergrund ist eine weltweit positive Marktentwicklung für Solarstrom sowie sinkende Preise für die Solarsysteme. Nach Röttgens Meinung muss die Sonnenkraft in absehbarer Zeit aus eigener Kraft am Markt bestehen können.

Die konkreten Pläne sind in der Berliner Koalition laut Medienberichten noch umstritten. Im Gespräch ist es, die bereits zu Jahresbeginn in Kraft getretene neunprozentige Kürzung im Frühjahr auf ein Minus von 24 Prozent auszuweiten. Von Juli an sollen die Zuschüsse für Anlagen auf Freiflächen und auf Äckern um weitere 15 beziehungsweise 25 Prozent zusammengestrichen werden.

Während die Solarbranche den Vorstoß wie die Grünen vehement ablehnt, haben Verbraucherverbände das Vorhaben wegen der sinkenden Belastungen für den Endkunden begrüßt.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
September 2009 (Energiedebatte)
plenum-online
Januar 2008 (Erneuerbare-Wärme-Gesetz)

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Nachhaltigkeit

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