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Top 30: Flächendeckende hausärztliche Versorgung sicher stellen Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/261(neu) Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/311 |
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Rezeptsuche: Sorge um flächendeckende medizinische Versorgung eint Parlament Kiel (SHL/25.02.) Angesichts des sich abzeichnenden Mangels an niedergelassenen Ärzten in Schleswig-Holstein sehen Fraktionen aller Couleur raschen Handlungsbedarf. Insbesondere im ländlichen Raum sei die Situation mittlerweile so kritisch, dass zügige Maßnahmen für eine Sicherung der medizinischen Versorgung auf hohem Niveau unumgänglich seien, hieß es aus dem Plenum. Ein von CDU und FDP vorgelegter Appell an die Landesregierung, einem Versorgungsengpass entgegenzuwirken, wurde zunächst an den Sozialausschuss überwiesen. Außerdem soll die Regierung bis zur Mai-Tagung einen Bericht vorlegen, wie sie tätig werden will. Hintergrund sind aktuelle Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH). Demnach geht bis 2015 fast die Hälfte aller Hausärzte des Landes in den Ruhestand. Bereits jetzt seien 22 Prozent der niedergelassenen Mediziner über 60 Jahre alt, jedoch nur fünf Prozent jünger als 40. Demgegenüber werden die Patienten aufgrund des demographischen Wandels immer älter und benötigen eine intensivere Betreuung. Minister warnt vor staatlichem
„Zentralismus" Sozialminister Heiner Garg (FDP) nahm in der Debatte den ihm von den Fraktionen zugespielten Ball dankbar auf und warb für eine Abkehr vom staatlichen „Zentralismus" und „Dirigismus" in der Gesundheitspolitik. Künftig sei jede Form der Kooperation wie etwa bei den medizinischen Versorgungszentren zu unterstützen. Ferner, so Garg weiter, müsse die Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Bereichs vorangetrieben werden. Die CDU setze auf eine starke Kassenärztliche Vereineinigung, auf Kooperationsmodelle und auf die Erfahrungen effizienter Ärztenetzwerke in Schleswig-Holstein, zielte Ursula Sassen (CDU) in dieselbe Richtung wie Garg. Anita Klahn (FDP) nahm die derzeitige Bedarfsplanung seitens des Bundes ins Visier: Es werde nicht überprüft, „ob eine Region dem niedergelassenen Arzt noch ausreichend Patienten bietet", kritisierte die Liberale. Es bleibe unberücksichtigt, wie sich die Region verändert hat – beispielsweise durch Neubaugebiete mit jungen Familien oder durch Seniorenwohnanlagen. SPD sieht auch Abwanderung Der SPD-Abgeordnete Bernd Heinemann diagnostizierte an seinem Geburttag nicht den Ärztemangel als ursächliches Problem, sondern dass der Großteil des Nachwuchses ins Ausland gehe oder ein Angestelltenverhältnis suche. Heinemann schlug deshalb vor, junge Mediziner schon während des Studiums „gezielt auf eine verbindliche Niederlassung" einzuschwören. Mehr Flexibilität mahnte Marret Bohn (Grüne) an: Es sei darüber nachzudenken, ob die in einem medizinischen Versorgungszentrum übernommenen Kassensitze in Sitze mit selbstständiger Tätigkeit umgewandelt werden können. Dies gäbe jungen Ärztinnen die Chance, während der Kindererziehung als Angestellte zu arbeiten. Für Björn Thoroe (Linke) sei eine bedarfsgerechte Versorgung auf Dauer unmöglich, da sich im gegenwärtigen Gesundheitssystem „alles am Profit" orientiere. Um die Patienten nicht „zum Spielball der Interessen" werden zu lassen, warb er auch für eine bessere Förderung des Nachwuchses und eine bessere Bezahlung. Flemming Meyer (SSW) rief Regierung und Parlament auf, die Sicherung des Versorgungsniveaus zu steuern. Überlasse man Planung und Durchführung ausschließlich den Marktkräften, werde es „abseits der Ballungsräume zu massiven Engpässen kommen". |
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