Das
Wirtschaftsministerium hat im vergangenen Jahr seine
Breitbandstrategie vorgestellt. Grundlage hierfür war der
"Masterplan Breitband", den das Potsdamer
Beratungsunternehmen ITCcon erstellt hat. Das 150 Seiten
starke Papier stellt fest, dass insbesondere der
ländliche Raum „massiv" unter einer
Unterversorgung leide. Aber auch in den Städten müsse im
Laufe der nächsten zehn Jahre nachgebessert werden, da
ansonsten „Versorgungsengpässe mit erheblichen
Beeinträchtigungen der Standortattraktivität und
Lebensqualität" drohten.
Gutachter
beziffern die Ausbaukosten auf
ein bis zwei Milliarden Euro
Vor diesem
Hintergrund hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt,
bis Ende dieses Jahres eine „weitgehend flächendeckende
Grundversorgung" mit Übertragungsraten von
mindestens einem Megabit pro Sekunde zu erreichen. Bis
2020 soll dann in einem zweiten Schritt vor allem durch
den Ausbau des Glasfasernetzes eine Versorgung mit
Hochgeschwindigkeitsleitungen von 100 Megabit pro Sekunde
sichergestellt werden. Die Kosten für diesen
Modernisierungsschub beziffert das Potsdamer Gutachten auf
ein bis zwei Milliarden Euro. Hiervon entfallen rund 70
Prozent auf den Tiefbau.
Das Land
setzt neben seiner eigenen Förderpolitik vor allem auf
„marktwirtschaftliche Instrumente". Um gute
Startbedingungen für Investoren zu schaffen, wurde ein
"Breitband-Kompetenzzentrum" als zentrale
Anlaufstelle eingerichtet. Land, Kommunen und Wirtschaft
kommen zu einem "Runden Tisch Breitband"
zusammen. Und: Die Daten über die bereits vorhandene
Infrastruktur sowie die Baustellen, bei denen parallel
auch neue Netzkabel verlegt werden können, werden zentral
erfasst.
Aktuell:
Nach Angaben der Landesregierung aus der letzten Woche hat
die EU-Kommission die öffentlichen Fördermöglichkeiten
für den Breitband-Ausbau erweitert. Nun können Kommunen
in unterversorgten Regionen Leerrohre verlegen und diese
den Netzbetreibern zur Breitbandversorgung mit
Glasfaserleitungen zur Verfügung stellen. Die Kommunen
erhalten 75 Prozent Zuschuss für diese Baumaßnahmen.