„Eine sachgerechte Entsorgung ist
notwendig", stellte der SSW-Abgeordnete Flemming Meyer fest,
damit die Chemikalien nicht im Grundwasser landen oder von Kindern
verschluckt werden. Alle anderen Fraktionen teilten die Sorge.
Allerdings wollen sich die Abgeordneten zunächst im
Sozialausschuss ein umfassendes Bild der Lage machen. Zudem wurde
die Landesregierung aufgefordert, bis zum Mai einen Bericht über
den Umfang des Problems im Lande vorzulegen. Einig war sich das
Plenum, dass in erster Linie die Pharma-Firmen in der
Entsorgungs-Pflicht seien.
Minister warnt vor Bürokratieaufbau
Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) wehrte
sich allerdings dagegen, „eine neue Bürokratie
aufzubauen". Es gebe mit den kommunalen Abfallentsorgern und
der Restmülltonne immer noch ein funktionierendes Sammelsystem.
Zudem nähmen immer noch viele Apotheker die Alt-Arzneien
entgegen. Sein Fazit: „Auch wenn wir kein einheitliches System
bekommen, ist das nicht problematisch, solange der Schutz vor
unbefugten Zugriffen gewährleistet ist".
Anlass des Vorstoßes: Das von den Herstellern
organisierte Abholsystem VfW Remedica besteht nicht mehr, seit im
letzten Jahr die Verpackungsverordnung geändert wurde. Nun
können auch Verpackungen von Arzneimitteln über die gelbe und
die blaue Tonne sowie über den Glascontainer entsorgt werden.
Damit war das Medikamenten-Sammelsystem, das auf die
Wiederverwertung der Packungen baute, nicht mehr wirtschaftlich
– und wurde abgeschafft.
Weitere
Hauptredner: Ursula Sassen (CDU), Bernd Heinemann (SPD), Anita
Klahn (FDP), Marret Bohn (Grüne), Uli Schippels (Linke)