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Frauentag wird
kein
gesetzlicher Feiertag
Kiel (SHL/24.02.) Frauen
sind in der Gesellschaft in vielen Bereichen gegenüber Männern
noch immer benachteiligt – das war im Plenum unstrittig. Ein
Antrag der Linken, vor diesem Hintergrund den internationalen
Frauentag am 8. März in Schleswig-Holstein zum gesetzlichen
Feiertag zu machen, wurde aber fraktionsübergreifend abgelehnt.
Das sei bloße Symbolpolitik und nütze einer tatsächlichen
Gleichberechtigung nicht, argumentierten Redner von CDU, SPD, FDP,
Grünen und SSW.
„Es gibt neben Schleswig-Holstein nur noch vier
Bundesländer, die nur neun Feiertage pro Jahr haben", hatte
Antje Jansen zuvor den Vorstoß ihrer Linken-Fraktion begründet.
Außerdem sei der internationale Frauentag, der im kommenden Jahr
sein 100-jähriges Jubiläum feiert, bereits in vielen Ländern
der Erde Feiertag. Das Jubiläum sei ein idealer Anlass, der
Frauenbewegung in Schleswig-Holstein die Bedeutung und Anerkennung
zu geben, die ihr gebühre, so Jansen.
Der 8. März ist weltweit in 26 Staaten ein
gesetzlicher Feiertag, darunter in Russland, die Ukraine,
Weißrussland und Zypern.
Weitere Stimmen aus dem Plenum:
Katja Rathje-Hoffmann (CDU):
Frauen brauchen keinen besonderen Gedenktag. Um Defizite
auszugleichen, braucht man konkrete Maßnahmen und die richtigen
Impulse und keine neuen Feiertage, die im Übrigen auch eine Menge
Geld kosten.
Siegrid Tenor-Alschausky (SPD):
Wichtiger als ein Feiertag sind Entgeltgleichheit und gleiche
Karrierechancen für Frauen und Männer, Schutz vor Armut und
unsicheren Arbeitsverhältnissen, vor Gewalt und Altersarmut.
Kirstin Funke (FDP):
Das ist der Versuch, ein wenig Ostalgie in den Norden zu holen.
Wer einen gesonderten Feiertag erhält, kann nicht
gleichberechtigt sein. Frauen brauchen eine dauerhafte
Anerkennung, nicht nur an einem Tag des Jahres.
Marret Bohn (Grüne):
Feiern können wir dann, wenn wir das Ziel der Gleichberechtigung
erreicht haben. Die Einführung eines weiteren Feiertags ist
teuer. Die entstehenden Kosten sind einzelbetrieblich wie
volkswirtschaftlich enorm.
Silke Hinrichsen (SSW):
Der internationale Frauentag muss in seiner jetzigen Form
beibehalten werden. Wir brauchen keinen Feiertag, der nur
Symbolcharakter hat. Außerdem wird die Bedeutung dieses Tages als
Feiertag nicht gerecht.
Hintergrund:
Die Linken wollen den 8. März, den internationalen
Frauentag, in Schleswig-Holstein zum gesetzlichen Feiertag
erklären. Angesichts „fortbestehender
Gleichberechtigungsdefizite" sei es von „hohem
symbolischen Wert", den Gleichberechtigungsanspruch
des Grundgesetzes durch einen Feiertag zu untermauern.
Zudem gebe es in Schleswig-Holstein bundesweit die
wenigsten Feiertage.
Der 8. März
ist weltweit in 26 Staaten ein gesetzlicher Feiertag,
darunter Russland, die Ukraine, Weißrussland und Zypern. In
China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei. Der Anlass
für die Wahl dieses Datums ist umstritten. Zum Einen fand
am 8. März 1917 (nach russischem Kalender am 23. Februar)
in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, ein Streik von
Arbeiter- und Soldatenfrauen statt, der ein Auslöser für
die Februarrevolution und das Ende des Zarenreiches war.
1921 erklärte eine kommunistische Frauenkonferenz in Moskau
deswegen diesen Tag zum Gedenktag. Eine andere Herleitung
bezieht sich auf einen Streik New Yorker Textilarbeiterinnen
am 8. März 1857.
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