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Top 45:
Sicherung des Landestheaters Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktionen von SPD, B´90/DIE GRÜNEN und SSW – Drucksache 17/280
Änderungsantrag der Fraktion die Linke – Drs.17/304
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – 17/330

Landestheater soll
Einsparpotenziale prüfen

Kiel (SHL/26.02.) Das finanzgebeutelte Schleswig-Holsteinische Landestheater hat nicht den erhofften Rückenwind von der Landespolitik bekommen. Die Koalition lehnte einen Vorstoß von SPD, Grünen und SSW, den nach eigenem Bekunden von der Insolvenz bedrohten zwölf Bühnen mit weiteren öffentlichen Mitteln kurzfristig unter die Arme zu greifen, ab. Stattdessen forderten CDU und FDP von dem Landestheater unter anderem mit der Aufstellung eines "Business-Plans", Einsparpotenziale zu prüfen. Die Erhebung soll Aufschluss über Kostenplanungen, personelle Entscheidungen und weitere wesentliche Strukturentscheidungen geben und Grundlage für weitere Verhandlungen zwischen den Gesellschaftern, kommunalen Spitzenverbänden und der Landesregierung sein.

Angesichts der angespannten Finanzlage seien die Vorschläge der Opposition nicht zu verantworten, hieß es aus den Reihen von Schwarz-Gelb. Schon jetzt werde jede Eintrittskarte mit rund 130 Euro bezuschusst. Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) stellte in der Debatte unmissverständlich klar, dass das Landestheater nicht mit zusätzlichen Mitteln rechnen könne. Vielmehr machte er deutlich, dass die „Neuausrichtung der Theaterstrukturen mit schmerzhaften Entscheidungen verbunden sein" werde.

Die Landeszuweisungen für Theater und Orchester sind seit 2009 bei 36,7 Millionen Euro pro Jahr eingefroren. Damit ist die zuvor übliche "Dynamisierung" entfallen. SPD, Grüne und SSW hatten sie zumindest für die nächsten drei Jahre wieder einführen wollen. Bis 2008 waren die Zuschüsse des Landes jährlich um drei Prozent gestiegen, um Kostensteigerungen und Tariferhöhungen aufzufangen. Das Landestheater geht davon aus, dass im nächsten Jahr wegen gestiegener Personalkosten die Insolvenz droht. Auch eine Entlassung von 80 bis 90 der insgesamt 380 Mitarbeiter steht im Raum.

Das Theater selbst verlangt eine dauerhafte Dynamisierung. Der Betriebsrat überreichte am Morgen Landtagspräsident Torsten Geerdts ( mehr als 29 000 Unterschriften für den Erhalt des Landestheaters. Das Ensemble spielt an zwölf Bühnen im Norden und an der Westküste Schleswig-Holsteins.

Stimmen aus dem Plenum:

Hans Müller (SPD): Spartenschließungen würden die Attraktivität des Landestheaters schmälern. Und sie würden bedeuten, dass diejenigen, die in den letzten drei Jahren auf Einkommen verzichtet haben, für diesen Verzicht nun mit der Entlassung belohnt würden.

Wilfried Wengler (CDU): In den letzen vier Jahren hat das Landestheater keine Konzepte entwickelt. Jetzt vom Land mehr Geld zu fordern, ist zu einfach und zu billig.

Kirstin Funke (FDP): Es geht hier nicht um Streichungen, sondern um den Erhalt des Status Quo. Dafür müssen alle Theater im Land neue Wege gehen und ihre Ressourcen gemeinsam nutzen.

Rasmus Andresen (Grüne): Der neue Intendant des Landestheaters, Peter Griesbach, hat vielversprechende Konzepte zur Erweiterung der Zielgruppe und des Angebots vorgelegt. Ihm das Wasser abzugraben, bevor er seine Arbeit begonnen hat, macht keinen Sinn.

Heinz-Werner Jezewski (Linke): Wenn dem Landestheater nicht geholfen wird, müssen die 85 Mitarbeiter des Musiktheaters entlassen werden. Dies würde dem Theater ein großes Maß an Handlungsfähigkeit rauben.

Silke Hinrichsen (SSW): Die Deckelung der Kosten für das Landestheater im kommunalen Finanzausgleich hat dazu geführt, dass sich das Theater selbst auffrisst – und das obwohl Mitarbeiter auf Gehalt verzichtet haben.


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