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Entwicklungsperspektive des Flughafens Lübeck-Blankensee

Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr – Drucksache 17/238

Breite Kritik am Lübecker Flughafenkonzept

Kiel (SHL/26.02.) An der Ausgangslage hat sich auch nach einer erneuten Aussprache im Landtag zum Flughafen Lübeck-Blankensee nichts geändert: Nur wenn die Stadt Lübeck tragfähige Rahmenbedingungen präsentiert, will sich das Land mit bis zu 75 Prozent an den Investitionskosten für den Ausbau des Regionalairports beteiligen. Dies hat Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) in einem von SPD und vom SSW beantragten Bericht deutlich gemacht. Zugleich kritisierten Schwarz-Gelbe im Landtag das Lübecker Konzept zum Ausbau des Flughafens scharf: Es weise keine nachhaltige Wirtschaftlichkeit nach.

De Jager hob erneut hervor: Voraussetzung für die Bewilligung der Gelder seien ein klares Bekenntnis der Lübecker Bürgerschaft zum Flughafen, die Bewilligung der finanziellen Mittel für das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Landebahn sowie die Verpflichtung der Fluggesellschaft Ryanair zur Einrichtung einer Base.

In der anschließenden Debatte untermauerten die Regierungsfraktionen und die Opposition ihre Positionen. CDU und FDP forderten die Stadt Lübeck erneut auf, ihre Hausaufgaben zu machen und das Geld für das notwendige Planfeststellungsverfahren zu genehmigen. Erst dann könne man über eine mögliche finanzielle Unterstützung durch das Land sprechen. Dagegen lehnten Grüne und Linke jedwede Hilfe für den Airport mit Blick auf die leere Landeskasse ab. Der SSW sprach sich für eine Veröffentlichung sämtlicher Daten und Fakten zum Ausbau des Flughafens aus, damit die Lübecker sich für den anstehenden Bürgerentscheid umfassend informieren können.

  De Jager: Wir haben keine
  „keine rosarote Brille" auf

Die Sozialdemokraten, die wie CDU und FDP grundsätzlich den Ausbau befürworten, übten harsche Kritik am Regierungsbericht. Das Papier liefere keine Antworten auf die Frage, welche Ideen die Landesregierung zum Erhalt des Flughafens habe und stelle den Ausbauplänen eher ein schlechtes Zeugnis aus. Dem widersprach der Verkehrsminister: Man habe das vorgelegtes Take-Off-Konzept lediglich nüchtern und differenziert betrachtet. Gleichwohl habe man „keine rosarote Brille" auf. Dazu gehöre beispielsweise ein vernünftiger Business-Plan mit einem „Best- und Worst-Case-Szenario".

Der Entwicklungsplan für den Airport setzt darauf, die Landebahn zu verlängern und die Zahl der abgefertigten Passagiere von 700.000 im letzten Jahr auf 2,2 Millionen im Jahr 2015 aufzustocken. Wenn dies gelingt, würde der zurzeit defizitäre Flughafen Gewinne abwerfen.

Hauptredner: Hans-Jörn Arp (CDU), Regina Poersch (SPD), Christopher Vogt (FDP), Andreas Tietze (Grüne), Antje Jansen (Linke), Lars Harms (SSW)


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