Der
Entwicklungsplan für den Airport setzt darauf, die
Landebahn zu verlängern und die Zahl der abgefertigten
Passagiere von 700.000 im letzten Jahr auf 2,2 Millionen
im Jahr 2015 aufzustocken. Wenn dies gelingt, würde der
zurzeit defizitäre Flughafen Gewinne abwerfen. Die
Betreiber hoffen zudem, dass die irische Fluglinie Ryanair,
Hauptnutzer der Anlage, eine Base zur Stationierung von
Flugzeugen in Blankensee errichtet.
Ministerium
skeptisch: Will und kann die
Hansestadt den Ausbau weiterverfolgen
Dies ist
laut dem Regierungsbericht aber erst dann möglich, wenn
die Lübecker Bürgerschaft das Geld für den
Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau freigibt. Im
vergangenen November hat es die Stadtvertretung aber
abgelehnt, die hierfür erforderlichen vier Millionen Euro
bereitzustellen. An diesem Punkt setzt die Kritik des
Ministeriums an: „Es ist derzeit unklar, ob der
Alleingesellschafter der FLG, die Hansestadt Lübeck, den
Ausbau weiterverfolgen will und kann", heißt es in
dem Papier. Ohne die vier Millionen hat die
Planfeststellung für den Ausbau nach Überzeugung der
Landesregierung vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig
keine Chance. Dort klagen Anwohner gegen die
Blankensee-Erweiterung.
Der Bericht
enthält weitere Kritikpunkte. So bestehe „der
schwerwiegendste Mangel des Take-off-Konzepts" darin,
„dass es weder den Willen noch die Fähigkeit erkennen
lässt, den gesamten Planfeststellungsbeschluss
umzusetzen". Die vier Millionen Euro wären lediglich
ein erster Schritt. Und: „Die optimistische
Einschätzung der Entwicklung der Passagierzahlen im
Konzept wird so nicht geteilt."
Dennoch
erklärt das Regierungspapier eine „grundsätzliche
Förderbereitschaft" für Investitionen: Eine
Übernahme von bis zu 75 Prozent der Kosten sei denkbar.
Dies könne beispielsweise für die die Startbahn, den
Tower, Abfertigungshallen oder Hangars gelten. So genannte
„Anlaufbeihilfen" für neue Fluglinien seien jedoch
mit Blick auf das Wettbewerbsrecht kaum zu begründen, und
eine Beteiligung des Landes an der FLG wird kategorisch
„ausgeschlossen".
Ryanair streicht drei seiner
zehn Linienverbindungen
Zur
Vorgeschichte: Der Flughafen in der Hansestadt ist in die
finanzielle Schieflage geraten, seitdem der
neuseeländische Investor Infratil, der zuvor einen
90-Prozent Anteil an der Betreibergesellschaft gehalten
hat, sich aus Lübeck zurückgezogen hat. Die Stadt ist
mit über drei Millionen Euro in die Bresche gesprungen
und hat damit den Betrieb bis Oktober 2010 abgesichert –
auch um das Ergebnis eines Bürgerentscheids zur Zukunft
des Flughafens abzuwarten. Damit ist die Stadt
hundertprozentige Eigentümerin des Airports. Unterdessen
hat Ryanair Anfang des Monats drei seiner bislang zehn
Linien gestrichen. Künftig werden Dublin, Alghero auf
Sardinien sowie Hahn in Rheinland-Pfalz nicht mehr von
Lübeck aus angesteuert.