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Mel1
Fakultativprotokoll
/ Staatsvertrag
– Drs. 17/147 ,
17/239
Der Landtag hat den Weg für eine
unabhängige Kommission zur regelmäßigen Kontrolle von Gefängnissen,
dem Polizei-Gewahrsam sowie psychiatrischen Kliniken und Altersheimen
mit geschlossenen Abteilungen freigemacht. Bei Enthaltung der Linken ratifizierten die
Abgeordneten den von der Landesregierung vorgelegten Staatsvertrag der
Bundesländer, den die Regierungen im Juni 2009 in Dresden unterzeichnet
hatten. Hintergrund ist das vor acht Jahren von den Vereinten Nationen beschlossene Abkommen „gegen Folter und grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe", das auf dem sogenannten Fakultativprotokoll basiert.
Mel2
Ärztl. Versorgung Inhaftierter / Staatsvertrag
– Drs. 17/224
Ein Staatsvertrag zwischen Hamburg
und Schleswig-Holstein, der die Unterbringung und Behandlung von
Gefangenen der Landesjustizanstalten im Zentralkrankenhaus der
Untersuchungshaftanstalt Hamburg neu regeln soll, wurde an den Innen-
und Rechtsausschuss sowie an den Sozialausschuss überwiesen. Konkret sieht das Vertragswerk vor,
dass Anstaltsärzte das Justizministerium umgehend über beabsichtigte
Verlegungen und abgelehnte Aufnahmen informieren. Ferner sollen die
Transporte erkrankter Gefangener in das Zentralkrankenhaus,
Rücktransporte in die Justizvollzugsanstalten sowie Transporte in
externe Krankenhäuser Schleswig-Holsteins von Landesbediensteten
durchgeführt werden. Das Land Schleswig-Holstein besitzt kein eigenes
Vollzugskrankenhaus.
Mel3
Gewalt
gegen Polizisten
– Drucksache 17/263
Der Landtag
wird sich in der März-Tagung mit Gewaltdelikten gegen Polizeibeamte
beschäftigen. Grundlage der Debatte soll ein von CDU und FDP
beantragter Bericht der Landesregierung sein, in dem unter anderem eine
Ursachenanalyse für die Gewalt gegen Ordnungshüter vorgenommen werden
soll. Zudem will das Parlament wissen, ob es zusätzliche
Nachsorge-Maßnahmen für verletzte und geschädigte Polizisten gibt.
Angaben des Innenministeriums zufolge wurden in den vergangenen beiden
Jahren jeweils mehr als 700 Beamte im Dienst angegriffen und zum Teil
schwer verletzt.
Mel4
Innenministerkonferenz
– Drucksachen 17/103 ,
17/206
Der Landtag hat einen
Berichtsantrag des SSW zur letzten Innenministerkonferenz, die im
Dezember vergangenen Jahres in Bremen stattfand, für erledigt
erklärt. Gefragt worden war unter anderem nach der sogenannten
Altfallregelung von langjährig geduldeten Ausländern. Dem
Bericht zufolge haben die Innenminister beschlossen, die
"Aufenthaltserlaubnis auf Probe" um zwei Jahre bis Ende
2011 zu verlängern. Ohne diese Verlängerung hätte etwa 30.000
Flüchtlingen der Rückfall in die Duldung und damit
möglicherweise eine Abschiebung gedroht.
Mel 5
Petitionsausschuss
/ Quartalsbericht
– Drucksache 17/249
Der Petitionsausschuss des
Landtages hat seinen Bericht für das vierte Quartal des Jahres 2009
vorgelegt. Demnach gingen in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31.
Dezember insgesamt 80 neue Petitionen ein. In dem Quartal konnten 92
Fälle abschließend behandelt werden. Gut jede vierte Petition habe mit
einem positiven Ergebnis für den Hilfesuchenden abgeschlossen werden
können, teilte die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Katja
Rathje-Hoffmann, mit.
In einer kurzen Vorstellung des Berichts wies die
Ausschussvorsitzende darauf hin, dass einer der Petitionsschwerpunkte
nach wie vor die Erhebung von Rundfunkgebühren ist. Die Zahl der
Eingaben in diesem Bereich sei deutlich angestiegen, weil viele
Einkommensschwache nach In-Kraft-Treten des 8.
Rundfunkänderungsstaatsvertrages nicht mehr von der Gebührenpflicht
befreit würden. Die derzeit geltenden Befreiungstatbestände seien
ausschließlich an die Bewilligung von Sozialleistungen, wie
beispielsweise Arbeitslosengeld II, geknüpft. Andere
Einkommensschwache, wie Geringverdiener oder Studenten, die kein Bafög
erhalten, müssten Gebühren zahlen – auch wenn sie mit genauso wenig,
manchmal sogar mit noch weniger Geld als ein Sozialleistungsempfänger,
auskommen müssten.
„Diese Befreiungsregelungen sind den betroffenen
Bürgern kaum vermittelbar und werden oftmals zu Recht als ungerecht
empfunden", so Rathje-Hoffmann. „Der Ausschuss habe daher
beschlossen, sich im Rahmen seines Selbstbefassungsrechtes intensiv mit
dieser Thematik zu befassen. Die Ausschussvorsitzende kündigte an,
länderübergreifend Gespräche mit den Kollegen aus den anderen
Petitionsausschüssen zu führen.
Mehr Info zum Petitionsausschuss
(Hauptseiten Internetangebot Landtag)
Mel 6
Wahlprüfungsbeschwerde
/ LVerfG – Drucksache 17/295
Der Landtag wird sich in
einer vom Landes-Verfassungsgericht erbetenen Stellungnahme gegen
die von den Linken beim Landesverfassungsgericht eingereichte
Wahlprüfungsbeschwerde aussprechen. Der Landtagspräsident wurde
beauftragt, einen Verfahrensbevollmächtigten zu bestellen. Ein
entsprechender Beschluss kam mit der Mehrheit der CDU/FDP-Koalition
zustande.
Die Linke hatte nach der Landtagswahl im September
vergangenen Jahres gegen die Mandatsverteilung geklagt. Sie
fordert mit Blick auf die CDU-Überhangmandate einen
Vollausgleich. Das würde zum Verlust der Mehrheit von
Schwarz-Gelb im Landtag führen.
Letzte Behandlung des
Themas: plenum-online Januar
2010
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