plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Kommunalwahlen

xxx

Top 7
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Wahlen in den Gemeinden und Kreisen in Schleswig-
Holstein (Gemeinde- und Kreiswahlgesetz - GKWG)

Gesetzentwurf der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/1256 
Änderungsantrag der Fraktion des SSW – Drs. 17/1318
Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE – Drs. 17/1319

Grüner Gesetzentwurf zu Kommunalwahlen findet keinen Zuspruch im Plenum

Kiel (SHL/24.02.) Die Grünen sind mit ihrem Gesetzentwurf zur Änderung des Kommunalwahlrechts auf große Skepsis gestoßen. Die Debatte um eine von den Grünen geforderte Verringerung der Wahlkreise und um neue Regelungen zum Ausgleich der Überhangmandate auch auf Kommunalebene sei zwar nötig, so der einhellige Tenor. CDU, FDP und SPD kritisierten aber, der Entwurf greife zu kurz, er sei nicht vollständig und verlagere Entscheidungen weiter vom Bürger weg. FDP, SSW und Linke forderten zusätzlich die Festlegung auf eine Wahlauszählung nach dem Verfahren Sainte-Laguë.

Hintergrund: Sowohl im Landtag wie auch in einigen Kreistagen und Stadträten ist die Zahl der Sitze durch Überhang- und Ausgleichsmandate zum Teil weit über die vorgesehene Sollstärke angestiegen. So hat die Lübecker Bürgerschaft derzeit 60 statt der vorgesehenen 49 Mitglieder, der Ostholsteiner Kreistag gar 65 statt der vorgeschriebenen 49 Mitglieder. In einigen Kommunen wurden alle Überhangmandate einer Partei durch Ausgleichssitze für die anderen Parteien vergolten, in anderen jedoch nicht.

Die Grünen wollen deshalb mehr Kommunalpolitiker über die Parteilisten wählen lassen. Auch dieser Schritt soll aufgeblähte Kommunalvertretungen verhindern und damit die „ohnehin knappen Kommunalfinanzen" entlasten. „Mit unserem Gesetzentwurf wollen wir Rechtssicherheit schaffen und schlagen deswegen eine landesweit klare, einheitliche und vor allem verfassungsgemäße Regelung vor", so Thorsten Fürter (Grüne).

Plädoyer für „ganzheitliche Reform" 
des Kommunalwahlrechts

Die anderen Fraktionen mochten sich dieser Einschätzung nicht anschließen. Wenn sich die Gemeinden künftig zu größeren Strukturen zusammenschließen, „dann wird die Größe der neuen Kommunalvertretungen nicht in dem Umfang mitwachsen, wie insgesamt die Gemeindevertreter wegfallen", gab Petra Nicolaisen von der CDU zu bedenken. Günther Hildebrand (FDP) wandte sich gegen „punktuelle Schnellschüsse". Vielmehr sei eine „ganzheitliche Reform" des Kommunalwahlrechts nötig.

Auch Ulrich Schippels (Linke) forderte eine einheitliche Lösung für Kommunalparlamente im Land. Dabei könnte sich seine Fraktion auch ein Panaschieren (das Verteilen mehrerer verfügbarer Stimmen durch den Wähler auf Kandidaten unterschiedlicher Wahllisten bei einer Wahl mit Personen-Mehrstimmenwahlsystem) oder ein Kumulieren (das Abgeben von mehreren Stimmen an einen Kandidaten) vorstellen.

Innenminister Schlie favorisiert„maßvolle 
Reduzierung der Kommunalmandate"

Thomas Rother (SPD) forderte eindeutigere Formulierungen in dem Gesetzentwurf. So ließen die Grünen unter anderem außer Acht, dass einige Parteien und Wählervereinigungen Schwierigkeiten hätten, alle Wahlkreise zu besetzen. Auch die Frage, ob angesichts einer größeren Anzahl von Fraktionen eine neue Untergrenze in größeren Städten zur Fraktionsbildung eingeführt werden sollte, werde nicht geregelt, so Rother.

Und Silke Hinrichsen (SSW) mahnte: Unterschiedliche Auslegungen des Wahlgesetzes dürfe es bei der Kommunalwahl 2013 nicht wieder geben. „Denn Gesetze wie Gemeindeordnung, Kreisordnung und auch Gemeinde- und Kreiswahlgesetz sind Gesetze, die auch jedem Laien verständlich und nachvollziehbar sein müssen", sagte Hinrichsen.

Innenminister Klaus Schlie sprach sich für eine „maßvolle Reduzierung der Kommunalmandate" aus. Dies trage zu einer besseren Arbeit bei. Den Entwurf der Grünen nannte er „kein schlüssiges Konzept".

Der Gesetzentwurf wird nun im Innen- und Rechtsausschuss weiter beraten.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Nicht nur auf Landesebene hat das umstrittene schleswig-holsteinische Wahlrecht für Streit gesorgt. Auch nach der letzten Kommunalwahl 2008 gab es in verschiedenen Kreisen und Städten Unklarheiten über die Zusammensetzung der Kommunalvertretungen, die teilweise sogar vor Gericht endeten. Das Problem: Sowohl im Landtag wie auch in einigen Kreistagen und Stadträten ist die Zahl der Sitze durch Überhang- und Ausgleichsmandate zum Teil weit über die vorgesehene Sollstärke angestiegen. Und: In einigen Kommunen wurden alle Überhangmandate einer Partei durch Ausgleichssitze für die anderen Parteien vergolten, in anderen jedoch nicht – so wie auch im Landtag drei Mehrsitze der CDU „ungedeckt" blieben.

In dieser Situation wollen die Grünen nun in Kreisen, Städten und Gemeinden „Rechtssicherheit schaffen". Sie fordern den „Vollausgleich" aller kommunalen Überhagmandate – was auch im neuen Landeswahlgesetz vorgesehen ist, das der Landtag im März beschließen will. Die Neufassung auf Landesebene war durch das Urteil des Landesverfassungsgerichts vom letzten August notwendig geworden.

   Das Ziel: Aufgeblähte Vertretungen verhindern
  und Kommunalfinanzen entlasten

Zudem wollen die Grünen die Zahl der Wahlkreise absenken und dafür mehr Kommunalpolitiker über die Parteilisten wählen lassen. Dies soll aufgeblähte Kommunalvertretungen verhindern und damit die „ohnehin knappen Kommunalfinanzen" entlasten.

Beispiel Lübeck: Dort hat die Bürgerschaft derzeit 60 statt der vorgesehenen 49 Mitglieder. Ein Grund: 27 Kandidaten wurden über die Wahlkreise direkt gewählt, nur 22 kommen über die Liste ins Rathaus. Das sorgte 2008 für insgesamt elf Überhang- und Ausgleichsmandate. Die Grünen streben hier nur noch 25 Wahlkreise und dafür 24 Listenvertreter an. Diese Aufteilung hätte nach Berechnung der Grünen vor drei Jahren dafür sorgen können, dass 53 statt 60 Kandidaten in die Bürgerschaft einziehen.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
Juli 2008, Februar 2008

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
CO2-Speicherung

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Heinz-Werner Arens

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Beihilfe / Beamtenrecht
(ohne Aussprache)
Schulungspflicht für Aufsichtsräte
(ohne Aussprache)
Sozialgericht / Zuständigkeit
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Untersuchungshaft
Kommunalwahlen
Besoldung / Beamtenversorgung
(ohne Aussprache)
Gemeindeordnung / Bürgerbeteiligung
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Minderjährige Flüchtlinge
Antrag:
Politische Führung
Ausschussempfehlung:

Kommunalverwaltung
(ohne Aussprache)

Bericht:

Petitionsausschuss / Quartalsbericht
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Jobcenter / Grundsicherung
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Krankenhäuser / Finanzen
Große Anfrage:
Alleinerziehende
Ausschussempfehlung:
Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Anträge:
Leiharbeit
Behinderte Menschen / Selbstbestimmung
KiTa-Ausbau
Flächendeckende Gesundheitsversorgung
(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Ältere Arbeitnehmer
(ohne Aussprache)
Freiwilligendienste
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Heimopfer / Entschädigungsfonds

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Aktuelle Stunde:

CO2-Speicherstätten
Ausschussempfehlung:
Offshore-Windkraft
Anträge:
Betriebliche Einzelförderung
Solarenergie
Regierungsberichte:

Breitbandnetz-Ausbau

Stromnetze in S-H

F i n a n z e n

Antrag:
Schuldenabbau / Haushalt

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:

...zur Umsetzung des 
neuen Schulgesetzes
1. Lesungen:
Frauenquote für den
UK S-H-Aufsichtsrat
Medien-Änderungs-
staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Master-Studium
(ohne Aussprache)
Inklusion in der Schule
(ohne Aussprache)
Gedenkstätten-Arbeit
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

UK S-H / Markterkundung

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Regierungsbericht:

Zukunftsprogramm 
Ländlicher Raum

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t e n

Ausschussempfehlung:
Ostseepolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schienenverkehr in Europa
Internet / europ. Netzwerk
Arbeitnehmer-Freizügigkeit