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Auf dieser Seite: Schienenverkehr in Europa und Lärmschutz

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Top 18
Güter- und Schienenpersonenverkehr in Europa

Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/998
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Top 22
Lärmschutz im Schienenverkehr

Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/1274

Plädoyer für Gleichberechtigung
im Schienenverkehr

Kiel (SHL/24.02.) Mit breiter Mehrheit hat sich der Landtag für eine gleichberechtigte Behandlung von Personenverkehr und Güterverkehr auf der Schiene ausgesprochen. Selbst die Abgeordneten von SPD, Grünen und SSW folgten bei diesem Thema einem entsprechenden Antrag der CDU/FDP-Koalition. Hintergrund des Vorstoßes ist der Beschluss des EU-Parlamentes „grenzübergreifende Güterverkehrskorridore" einzurichten und diesen Vorrang gegenüber dem Personennahverkehr einzuräumen. Einer der von Brüssel geplanten Korridore, der Schleswig-Holstein betrifft, ist die Achse Stockholm-Hamburg-Palermo.

Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) stellte in der Debatte klar, dass auf das Problem mittlerweile reagiert wurde und es „Spielregeln" gebe, die gewährleisten würden, dass der Personennahverkehr nicht auf der Strecke bleibe. So bestünde die Möglichkeit, bis 2015 gültige Verträge über bestehende Taktungen bei der Personenbeförderung abzuschließen. De Jager zeigte sich indes grundsätzlich damit einverstanden, zunehmende Güterströme „im steigenden Maße" über die Schiene abzuwickeln. Allerdings müsse eine „vernünftige Balance zwischen beiden Interessen" gefunden werden.

Koalition fordert lärmabhängiges 
Trassenpreissystem

In den Wirtschaftsausschuss überwiesen wurde ein zweiter Vorstoß der Koalition, der sich für ein lärmabhängiges Trassenpreissystem ausspricht. „Es gibt heute Möglichkeiten, die Lärmemissionen direkt an den Schienenfahrzeugen zu reduzieren", sagte Hans-Jörn Arp (CDU). Um auch ausländische Bahnunternehmen zu erreichen, sollen wirtschaftliche Anreize eine lärmreduzierende Umrüstung, beispielsweise an den Bremssystemen, fördern. „Moderne Güterzüge erhalten so einen Kostenvorteil. Es wäre das gleiche System, das bei der LKW-Maut bereits zum Einsatz von schadstoffärmeren Fahrzeugen geführt hat", so Arp..

Weitere Hauptredner: Anette Langner (SPD), Oliver Kumbartzky (FDP), Andreas Tietze (Grüne), Björn Thoroe (Linke), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
Der Landtag wirft den Blick auf den geplanten Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene – und die Frage, wie sich dies auf Mensch, Umwelt und andere Verkehrsträger auswirkt. Zwei Probleme stehen im Blickpunkt:

   Thema Fehmarnbelt

Wenn die feste Fehmarnbeltquerung fertig ist, könnten täglich mehrere hundert Güterzüge durch den Kreis Ostholstein nach Dänemark rollen – und damit auch zu einer erheblichen Lärmbelastung in den Ferienorten an der Lübecker Bucht führen. In der Region wird deswegen befürchtet, das wachsende Verkehrsaufkommen könnte Touristen vergraulen. Vor diesem Hintergrund setzen sich CDU und FDP für strengere Lärmgrenzwerte im Schienenverkehr ein.

Konkret wollen die beiden Koalitionsfraktionen den sogenannten Schienenbonus schrittweise absenken. Dieser Bonus gesteht Zügen derzeit zu, mehr Lärm zu verursachen als der Straßenverkehr. Und: Bahnunternehmen sollen nach dem Willen von CDU und FDP zukünftig mehr für die Nutzung der Trassen zahlen, je lauter ihre Loks und Waggons sind. Dies schaffe Anreize für die Unternehmen, in neue Techniken zu investieren, etwa in moderne Bremsen.

Ostholsteinische Tourismusorte wie Timmendorfer Strand, Niendorf, Scharbeutz, Sierksdorf oder Neustadt fürchten eine stark steigende Lärmbelastung durch den geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke. Hier führt die Bahnlinie unmittelbar am Ort entlang. Die Zahl der Züge würde sich von derzeit 22 auf bis zu 220 pro Tag verzehnfachen, so die Sorge. Vor allem die Güterzüge, ihre Zahl wird auf 160 pro Tag geschätzt, würden stören, da sie hauptsächlich nachts fahren. Die Tourismus-Orte fordern, eine neue Trasse für den Fern- und den Güterverkehr zu bauen und den Regionalverkehr weiter auf der alten Strecke laufen zu lassen. Für dieses Anliegen macht sich auch die Landesregierung stark. (Debatte zu dem Thema: plenum-online Juni 2009)

   Thema EU-Güterverkehrskorridore

Der Ausbau des europaweiten Güterverkehrs auf der Schiene darf nicht zulasten von Regionalzügen und S-Bahnen gehen. Auch das fordern CDU und FDP.

Sie kritisieren damit einen Beschluss des Europäischen Parlaments, das die Mitgliedsstaaten im vergangenen Jahr aufgerufen hat, sogenannte „grenzübergreifende Güterverkehrskorridore" einzurichten. Der Knackpunkt: Dem Güterverkehr wird innerhalb der Korridore ein Vorrang gegenüber dem Personenverkehr eingeräumt. Güterzuge hätten damit Vorfahrt gegenüber Personenzügen. Einer der möglichen Korridore ist die Achse Stockholm-Hamburg-Palermo, von der auch Schleswig-Holstein betroffen wäre.

Die Koalitionsfraktionen sehen „die hohe Qualität des Schienenpersonenverkehrs und insbesondere die Taktung der Verkehre" gefährdet. Daher lehnen sie „die Einführung von Vorfahrtsregeln für den Güterverkehr zulasten des Personenverkehrs" ab und fordern Landes- und Bundesregierung auf, bei der EU gegenzusteuern.

Durch die Errichtung der Güterverkehrskorridore soll die Wettbewerbsfähigkeit des Transports auf der Schiene gesteigert werden. Denn: Von dem zunehmenden Frachtaufkommen in der EU profitieren vor allem LKW-Spediteure. 2007, als das Korridor-Projekt angestoßen wurde, beklagte die EU-Kommission, dass die Schiene nur einen Anteil von zehn Prozent am Güterverkehrsmarkt habe. Dies sei der niedrigste Stand seit 1945.

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