Diese Zweifel seien auch begründet,
betonte Anke Erdmann (Grüne). In Schleswig-Flensburg hätte die CDU
bereits beantragt, den Beitrag des Kreises für die KiTas von 5 auf
1,5 Prozent zu senken, „das spart 440.000 Euro jährlich".
Nach ersten Berechnungen, so Erdmann, „kämen von den
zusätzlichen Landesmitteln unter dem Strich nur 60 Prozent in den
KiTas an". Vor diesem Hintergrund forderte sie dazu auf, „das
KiTa-Gesetz zu ändern". Mit dem Vergabeverfahren, das nur zu
einer Verteilungsgerechtigkeit bis zur Ebene der Kreise führe, „ist
keine Qualitätsverbesserung zu erreichen", stärkte ihr Detlef
Buder (SPD) den Rücken.
Minister Klug: Die Kommunen tragen
die
Kommunen, nicht das Bildungsministerium
Im Doppelhaushalt 2011/2012 hat die
Koalition die Zuschüsse für die Kindertagesstätten von jährlich
60 auf 70 Millionen Euro aufgestockt – auch als Kompensation
dafür, dass das beitragsfreie dritte KiTa-Jahr wieder abgeschafft
wurde. Die Beträge sollen in zwei Raten im März und August an die
Kreise fließen und dann weitergegeben werden. Wenn die Kommunen
zeitgleich ihre Beiträge kürzen, müssten sie auch die
Verantwortung tragen, sagte Klug. „Diese Kritik kann nicht am
Bildungsministerium abgeladen werden."
Seit 18 Jahren seien die Kreise und
kreisfreien Städte für die Mittelverteilung an die KiTa-Träger
verantwortlich, sagte Marion Herdan (CDU). Warum diese gängige
Praxis jetzt nicht mehr geeignet sein solle, erschließe sich ihr
nicht. Die Grünen schürten „ohne Not ein Klima von Argwohn und
Misstrauen", denn: „Sie gehen davon aus, dass die Verteilung
auch in der Vergangenheit nicht geklappt hat." Cornelia Conrad
(FDP) verwahrte sich ebenfalls dagegen, den Kommunen schon vorab zu
misstrauen: „Wer behauptet, Mittel würden versickern, der hat die
Realität aus den Augen verloren."
SSW vermisst unbedingten Willen
zur
Erhöhung der KiTa-Qualität
Ellen Streitbörger von der Linken
forderte eine umfassende Förderung aller Kinder. Die Aufstockung
der KiTa-Mittel sollten zur allgemeinen Qualitätsverbesserung
eingesetzt werden, nicht nur für Sprachförderung und die
Ausdehnung der Betreuungszeiten. „Abgesehen davon, dass im
Erlassentwurf nicht mehr von der Verbesserung der KiTa-Standards die
Rede ist, verzichtet das Ministerium auch noch auf einen
Verwendungsnachweis für die Mittelvergabe", sagte sie.
Der SSW appellierte an die
Landesregierung, die Finanzierung der frühkindlichen
Bildungseinrichtungen klarer zu regeln. „Die Tatsache, dass sich
die Regierung nun zurücklehnt und die Verantwortung einfach auf die
örtlichen Träger der Jugendhilfe abwälzt, halte ich für sehr
bedenklich", so Flemming Meyer. Den unbedingten Willen, etwas
für die KiTa-Qualität zu tun und damit die frühkindliche Bildung
zu stärken, könne er jedenfalls kaum erkennen.
Verabschiedet wurde schließlich ein
Antrag der Koalition, der die Erwartung äußert, „dass die vom
Land bereitgestellten zusätzlichen zehn Millionen Euro für den
Zuschuss zur Gesamtfinanzierung der Kindertagesstätten auch bei den
Kindern ankommen und den Kindertagesstätten zugute kommen" und
„dass sich die Kommunalen Landesverbände an die eigene Zusage
halten werden, dass die zusätzlichen Mittel des Landes
ausschließlich zur Qualitätsverbesserung der Kindertagesbetreuung
genutzt werden."