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Subventionswettlauf der Bundesländer bei der einzelbetrieblichen Investitionsförderung beenden
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/1287 

Landtag drängt auf bundeseinheitliche Regelung 
der einzelbetrieblichen Investitionsförderung

Kiel (SHL/23.02.) Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) will als Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz auf Bundesebene darauf drängen, dass alle Bundesländer die einzelbetriebliche Investitionsförderung zurückfahren. Aufgabe sei es, die Förderkulisse auf wirklich strukturschwache Gebiete zu reduzieren und überall in der Republik ein gleich hohes Maß der Förderung zu erreichen, betonte der Minister im Landtag – und erntete fraktionsübergreifende Zustimmung.

Derzeit gibt es bundesweit große Diskrepanzen bei der Subventionierung, etwa über Zuschüsse, Bürgschaften, zinsgünstige Kredite oder steuerliche Freibeträge. Da die Förderung in den ostdeutschen Bundesländern oft deutlich höher als im Westen ausfällt, ziehen Betriebe in Regionen, wo mehr oder überhaupt Fördermittel für Investitionen gezahlt werden. In Schleswig-Holstein hat die schwarz-gelbe Koalition mit dem Haushalt 2011/12 zu Jahresbeginn die einzelbetriebliche Förderung zusammengestrichen und auf strukturschwache Regionen an der Westküste und in Ostholstein begrenzt.

CDU und FDP hatten die Debatte angestoßen und einen bundesweiten Fahrplan gefordert, damit die Bundesländer diese Mittel einvernehmlich zurückführen. Ziel müsse es sein, den öffentlich geförderten „Subventionswettlauf" zwischen den Ländern um Betriebe, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu unterbinden. Der Antrag wurde bei Enthaltung der Grünen angenommen.

Stimmen aus dem Plenum:

Hartmut Hamerich (CDU):
Die Einzelbetriebliche Förderung ist wichtiges Instrument der Wirtschaftsförderung, welches Investitionen ausgelöst, Arbeitsplätze gesichert und Arbeitsplätze geschaffen hat. Trotz des nachgewiesenen Erfolgs der Einzelbetrieblichen Förderung gibt es aber auch ordnungspolitische Bedenken und Fehlentwicklungen.

Olaf Schulze (SPD):
Einzelbetriebliche Förderung ist die falsche Art der Förderung, weil sie falsche Anreize setzt und weil sie den Wettbewerb verzerrt. Das ist schon innerhalb eines Bundeslandes schlimm genug. Wenn es aber in die Grenzbereiche kommt, in denen ein Bundesland hoch fördert und ein anderes nicht, fällt es auch steuerlich stark ins Gewicht.

Christopher Vogt (FDP):
Angesichts der desolaten Haushaltslage sollen diese Mittel lieber für den Ausbau von Infrastruktur aufgewendet werden, von der alle profitieren können, als Investitionen einzelner Unternehmen zu bezuschussen, von denen nur wenige profitieren. In den strukturschwachen Gebieten des Landes wird die Förderung auf absehbare Zeit aber nicht angetastet.

Andreas Tietze (Grüne):
Das Beste für Schleswig-Holstein wäre es, wenn für die Wirtschaft Bundes- und EU-Mittel aquiriert werden können bei minimalem Zuschuss des Landes. Die Förderung muss sich auf die wirtschaftsnahe Infrastruktur konzentrieren, denn dort gibt es die größten Defizite.

Björn Thoroe (Linke):
Nötig sind öffentliche Investitionen. Öffentliche Investitionen sind zum Großteil Aufträge, die an Private vergeben werden. Die Linke will öffentliche Investitionen, die das Vermögen des Landes steigern und gleichzeitig dem Mittelstand nützen.

Lars Harms (SSW):
Neben Standortuntreue und verlorenen Zuschüssen in Millionenhöhe führt die Förderung von Unternehmensansiedlungen zu massiven Eingriffen des Staates, ohne den sicherlich manches Gewerbegebiet vor den Toren unserer Städte gar nicht denkbar wäre. Dennoch können kleine und mittlere Betriebe nicht gänzlich auf die einzelbetriebliche Förderung verzichten.

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Hintergrund:
Die schwarz-gelbe Koalition hat ihre einzelbetriebliche Förderung mit dem Haushalt 2011/12 zusammengestrichen und auf strukturschwache Regionen an der Westküste und in Ostholstein begrenzt. Nun fordern CDU und FDP die anderen Bundesländer auf, genauso zu verfahren. Ziel ist es, den öffentlich geförderten „Subventionswettlauf" zwischen den Ländern um Betriebe, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu unterbinden. „Die ´Subventionitis´ darf nicht dazu führen, dass Standortentscheidungen ausschließlich danach getroffen werden, welches Bundesland am meisten für die Ansiedlung zahlt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Koalitionsfraktionen.

Union und Liberale rufen die Landesregierung auf, sich für einen bundesweiten „Fahrplan" ein zusetzen, damit die einzelbetriebliche Investitionsförderung „einvernehmlich" zurückgefahren wird. Dies hat auch Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) bereits angeregt, der in diesem Jahr den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz innehat. Er verwies darauf, dass beispielsweise ein Betrieb im Kreis Herzogtum Lauenburg keine Fördermittel mehr erhalte, während im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern eine Ansiedlung noch mit bis zu 50 Prozent der Kosten gefördert werden könne. Die Subventionen können zum Beispiel über Zuschüsse, Bürgschaften, zinsgünstige Kredite oder steuerliche Freibeträge erfolgen.

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