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Auf dieser Seite: Politische Führung

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Debatte über politische Führung und die 
Wahrnehmung schleswig-holsteinischer Interessen
Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/1292neu 

Opposition beklagt „Führungslosigkeit der Regierung", Koalition attackiert SPD-Chef Stegner

Kiel (SHL/24.02.) Der Termin für die vom Landesverfassungsgericht verordnete vorgezogene Landtagswahl steht noch nicht fest, aber die Fraktionen laufen sich schon einmal für den Wahlkampf warm. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner, der auch Spitzenkandidat seiner Partei werden will, stieß eine Generaldebatte zur politischen Lage im Land an, in der er der Koalition „politische Führungslosigkeit" vorwarf und „Neuwahlen so schnell wie möglich" forderte. Grüne, Linke und SSW hieben in die gleiche Kerbe und attackierten insbesondere Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP). Die Spitzen der Koalitionsfraktionen hielten dagegen und warfen vor allem Stegner und seiner SPD Ideenlosigkeit vor.

Wenige Tage vor der Entscheidung der SPD-Mitglieder über die Spitzenkandidatur für den bevorstehenden Urnengang kritisierte Stegner (Foto) erneut die „unsozialen, willkürlichen Kürzungen zulasten der Schwächsten" im schwarz-gelben Doppelhaushalt 2011/12. Die Koalition weise auf allen Politikfeldern eine schlechte Bilanz vor, und der Ministerpräsident sei nicht in der Lage gegenzusteuern. Carstensen konzentriere seine Richtlinienkompetenz „auf den Käsestand bei der Grünen Woche", stichelte Stegner.

Koalitionsspitzen weisen 
Stegners Angriffe zurück

Die Spitzen der Koalitionsfraktionen, Christian von Boetticher (CDU) und Wolfgang Kubicki (FDP), drehten den Spieß um. Der „neue Kapitän" Carstensen habe das Land Schleswig-Holstein 2005 nach 17 Jahren SPD-Führung „in einem katastrophalen Zustand" übernommen, merkte von Boetticher (Foto) an. „Mittlerweile sind wir in der Finanzpolitik wieder geachtet", so der designierte Spitzenkandidat der Union, während die Sozialdemokraten sich nicht weiterentwickelt hätten und Stegner nur „Sprechblasen" verbreite. Stegner habe „keinen eigenen politischen Kompass", und hänge nur „sein Fähnchen in den Wind", setzte Kubicki hinzu. Er trete „vehement dafür ein, dass Sie Spitzenkandidat werden", rief der Liberale dem SPD-Chef zu – denn dies steigere die Chancen von Schwarz-Gelb auf Wiederwahl.

Die SSW-Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk konzentrierte ihre Attacken auf Bildungsminister Klug und seinen wieder einkassierten Attest-Erlass. Dieser sah einen ärztlichen Check für Schüler vor, die aufs G9-Abi wechseln wollen. Sie bezweifelte, „ob der Minister und sein Staatssekretär die erforderlichen Kulturtechniken beherrschen" – und den umstrittenen Erlass vor der Abzeichnung überhaupt gelesen hätten. Bildungspolitisch sei Schleswig-Holstein, etwa auch durch die Schließungspläne für die Uni-Medizin in Lübeck, zur „Lachnummer in Deutschland" geworden, argwöhnte Heinz-Werner Jezewski (Linke). Er warf CDU und FDP vor, durch die Konzentration auf „Sparen, Sparen, Sparen", einen „schändlichen Raubbau an den sozialen Strukturen" zu begehen. „Wer all dies zu verantworten hat, ist für das Land nicht mehr tragbar", so Jezewski.

Grüne kritisieren Landesregierung wegen 
Nichtbeteiligung an der Debatte

Trotz der scharfen Angriffe beteiligte sich kein Mitglied der Landesregierung an der Debatte, was Grünen-Fraktionschef Robert Habeck scharf kritisierte. „Heute wäre die Chance gewesen, die Linien der Regierungspolitik zu erklären", so Habeck: „Aber Sie verweigern die Aussprache." Anstatt in einem „Duktus der Überheblichkeit" die eigenen Pläne als „alternativlos" darzustellen, müsse die Regierung in den Dialog mit der Opposition wie auch mit den Bürgern treten. Damit würde das Kabinett dem generellen „Vertrauensverlust" der Wähler in die politischen Institutionen entgegentreten.

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Hintergrund:
Die politische Landschaft Norddeutschlands ist in Bewegung geraten. In Schleswig-Holstein hat das Landesverfassungsgericht vorgezogene Neuwahlen bis spätestens September 2012 anberaumt. Damit muss die schwarz-gelbe Koalition zwei Jahre früher als geplant vor die Wähler treten. Und auch im Nachbarland Hamburg hat der Bruch des schwarz-grünen Bündnisses einen vorzeitigen Urnengang eingeläutet – der am vergangenen Wochenende mit einem haushohen Wahlsieg der Sozialdemokraten endete. Vor diesem Hintergrund verspürt die schleswig-holsteinische SPD Rückenwind und fordert in einer Generaldebatte im Landtag "Politische Führungslosigkeit beenden – Schleswig-Holsteins Interessen wieder wahrnehmen – Neuwahlen so schnell wie möglich".

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
CO2-Speicherung

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Heinz-Werner Arens

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Beihilfe / Beamtenrecht
(ohne Aussprache)
Schulungspflicht für Aufsichtsräte
(ohne Aussprache)
Sozialgericht / Zuständigkeit
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Untersuchungshaft
Kommunalwahlen
Besoldung / Beamtenversorgung
(ohne Aussprache)
Gemeindeordnung / Bürgerbeteiligung
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Minderjährige Flüchtlinge
Antrag:
Politische Führung
Ausschussempfehlung:

Kommunalverwaltung
(ohne Aussprache)

Bericht:

Petitionsausschuss / Quartalsbericht
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Jobcenter / Grundsicherung
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Krankenhäuser / Finanzen
Große Anfrage:
Alleinerziehende
Ausschussempfehlung:
Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Anträge:
Leiharbeit
Behinderte Menschen / Selbstbestimmung
KiTa-Ausbau
Flächendeckende Gesundheitsversorgung
(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Ältere Arbeitnehmer
(ohne Aussprache)
Freiwilligendienste
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Heimopfer / Entschädigungsfonds

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Aktuelle Stunde:

CO2-Speicherstätten
Ausschussempfehlung:
Offshore-Windkraft
Anträge:
Betriebliche Einzelförderung
Solarenergie
Regierungsberichte:

Breitbandnetz-Ausbau

Stromnetze in S-H

F i n a n z e n

Antrag:
Schuldenabbau / Haushalt

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:

...zur Umsetzung des 
neuen Schulgesetzes
1. Lesungen:
Frauenquote für den
UK S-H-Aufsichtsrat
Medien-Änderungs-
staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Master-Studium
(ohne Aussprache)
Inklusion in der Schule
(ohne Aussprache)
Gedenkstätten-Arbeit
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

UK S-H / Markterkundung

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Regierungsbericht:

Zukunftsprogramm 
Ländlicher Raum

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t e n

Ausschussempfehlung:
Ostseepolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schienenverkehr in Europa
Internet / europ. Netzwerk
Arbeitnehmer-Freizügigkeit