Die CDU-Fraktion und de Jager sprachen sich gegen
die Bevorzugung von Erdkabeln aus und verwiesen auf die hohen Kosten
bei der Verlegung sowie einem zu hohen Landschaftsverbrauch, da auf
den unterirdischen Trassen beispielsweise nicht gebaut oder
Landwirtschaft betrieben werden dürfe. Erdkabel seien günstiger,
umweltfreundlicher und strahlungsärmer, hielt die Opposition
dagegen und warf der Landesregierung vor, grundsätzlich zu wenig
gegen den Stromstau zu unternehmen.
Jens-Christian Magnussen (CDU) dagegen machte für
die derzeitigen Defizite auch „den fehlenden Weitblick in den
letzten Jahren" verantwortlich. Und Oliver Kumbartzky (FDP)
warf insbesondere den Grünen vor, auf der einen Seite den Ausbau
der erneuerbaren Energien zu propagieren, ihn aber auf der anderen
Seite durch die Organisierung von Bürgerprotesten vor Ort allzu oft
massiv zu behindern.
Opposition fordert Trennung
von Netz und Betrieb
Vertreter von SPD, Grünen, Linken und SSW
kritisierten in der Debatte weiterhin, dass Netz und Betrieb nicht
voneinander getrennt sind. „Netze gehören in Bürgerhand",
„Stromnetze sollten in die öffentliche Hand", sagten Detlef
Matthiessen (Grüne) und Björn Thoroe (Linke). Die SPD-Abgeordnete
Regina Poersch äußerte den Verdacht, die Landesregierung wolle „nur
den Anschein erwecken, den erneuerbaren Energien nicht abgeneigt zu
sein". Und Lars Harms (SSW) konstatierte: „Das bisherige
Gesetz hierzu ist einfach schlecht gemacht und gegen die Interessen
der Investoren und Bürger gerichtet."
Laut dem Bericht kann Schleswig-Holstein im
Höchstspannungsbereich zurzeit ein Maximum von etwa 5.000 Megawatt
(MW) Strom exportieren. Nach verschiedenen Schätzungen wird aber
bald mehr benötigt: 2015 sollen über 8.000 MW Windstrom onshore
sowie weitere 3.000 MW offshore produziert werden. Laut
Wirtschaftsminister de Jager wird das Thema in den kommenden Monaten
erneut diskutiert werden müssen, weil dann die konkreten Planungen
für eine Höchstleistungstrasse von Brunsbüttel nach Bayern
anstehen.
Das Thema wurde an den Wirtschaftsausschuss
überwiesen.