plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Stromnetze in S-H 

xxx

Top 45
Entwicklung der Stromnetze in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/658
(Landtagsbeschluss vom 9. Juli 2010)
Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, 
Wirtschaft und Verkehr – Drucksache 17/1250 

Leitungsnetz kann Windstrom-Mengen nicht 
mehr transportieren

Kiel (SHL/25.02.) Der Ausbau des Stromnetzes in Schleswig-Holstein hält mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien nicht Schritt. Schon jetzt stehen Windkraftanlagen im Land öfter still, weil die wachsenden Energiemengen nicht abgeleitet werden können. Dies hob Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) bei der Vorstellung eines von CDU und FDP geforderten Berichts zur Entwicklung der Stromnetze hervor. Ein Netzausbau scheitere häufig am Widerspruch von Bürgern, die keine Hochleistungs-Stromleitungen in ihrer Nachbarschaft haben wollen, sagte der Minister und entfachte im Plenum damit einen Streit über Erdkabel.

Die CDU-Fraktion und de Jager sprachen sich gegen die Bevorzugung von Erdkabeln aus und verwiesen auf die hohen Kosten bei der Verlegung sowie einem zu hohen Landschaftsverbrauch, da auf den unterirdischen Trassen beispielsweise nicht gebaut oder Landwirtschaft betrieben werden dürfe. Erdkabel seien günstiger, umweltfreundlicher und strahlungsärmer, hielt die Opposition dagegen und warf der Landesregierung vor, grundsätzlich zu wenig gegen den Stromstau zu unternehmen.

Jens-Christian Magnussen (CDU) dagegen machte für die derzeitigen Defizite auch „den fehlenden Weitblick in den letzten Jahren" verantwortlich. Und Oliver Kumbartzky (FDP) warf insbesondere den Grünen vor, auf der einen Seite den Ausbau der erneuerbaren Energien zu propagieren, ihn aber auf der anderen Seite durch die Organisierung von Bürgerprotesten vor Ort allzu oft massiv zu behindern.

Opposition fordert Trennung
von Netz und Betrieb

Vertreter von SPD, Grünen, Linken und SSW kritisierten in der Debatte weiterhin, dass Netz und Betrieb nicht voneinander getrennt sind. „Netze gehören in Bürgerhand", „Stromnetze sollten in die öffentliche Hand", sagten Detlef Matthiessen (Grüne) und Björn Thoroe (Linke). Die SPD-Abgeordnete Regina Poersch äußerte den Verdacht, die Landesregierung wolle „nur den Anschein erwecken, den erneuerbaren Energien nicht abgeneigt zu sein". Und Lars Harms (SSW) konstatierte: „Das bisherige Gesetz hierzu ist einfach schlecht gemacht und gegen die Interessen der Investoren und Bürger gerichtet."

Laut dem Bericht kann Schleswig-Holstein im Höchstspannungsbereich zurzeit ein Maximum von etwa 5.000 Megawatt (MW) Strom exportieren. Nach verschiedenen Schätzungen wird aber bald mehr benötigt: 2015 sollen über 8.000 MW Windstrom onshore sowie weitere 3.000 MW offshore produziert werden. Laut Wirtschaftsminister de Jager wird das Thema in den kommenden Monaten erneut diskutiert werden müssen, weil dann die konkreten Planungen für eine Höchstleistungstrasse von Brunsbüttel nach Bayern anstehen.

Das Thema wurde an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Das schleswig-holsteinische Leitungsnetz muss in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden, damit der Strom aus den Windkraftanlagen an Land und offshore in die dicht besiedelten Regionen in West- und Süddeutschland abgeleitet werden kann. Das ist ein zentraler Punkt des Regierungsberichts zur "Entwicklung der Stromnetze in Schleswig-Holstein", den das Wirtschaftsministerium auf Antrag von CDU und FDP vorlegt. Der Bedarf an Stromleitungen werde gegenüber vorherigen Schätzungen sogar noch steigen, weil die Landesregierung künftig auf 1,5 Prozent statt bisher ein Prozent der Landesfläche Windparks genehmigen will.

Während die Nieder- und Mittelspannungsleitungen, mit denen die Haushalte im Lande versorgt werden, in den letzten Jahren vielfach nachgerüstet wurden, gibt es dem Bericht zufolge vor allem bei den "Stromautobahnen" großen Nachholbedarf: bei den Hochspannungsleitungen mit 60 bis 110 KV (Kilo Volt) und bei den Höchstspannungsleitungen mit 220 bis 380 KV.

   Netzstruktur entwickelt sich „zum Engpassfaktor 
   für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien"

Im Höchstspannungsbereich kann Schleswig-Holstein zurzeit ein Maximum von etwa 5.000 MW (Megawatt) Strom exportieren. Nach verschiedenen Schätzungen wird aber bald mehr benötigt: 2015 sollen über 8.000 MW Windstrom onshore sowie weitere 3.000 MW offshore produziert werden. Die bestehende Netzstruktur entwickle sich also zunehmend „zum Engpassfaktor für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien". Auch die Bundesregierung stuft den Bau von Nord-Süd-Trassen in ihrem Energiekonzept aus dem letzten Herbst als „besonders dringlich" ein.

Deswegen planen die Netzbetreiber Tennet TSO (für den Höchstspannungsbereich) und E.on Netz (für die Hochspannungsleitungen) zahlreiche Investitionen. Dazu gehören die Anbindungen aus Nordfriesland und Dithmarschen an das Nord-Süd-Höchstspannungsnetz. Offshore-Strom soll über das Umspannungswerk Büttel bei Brunsbüttel zugeleitet werden. Diese Projekte sollen spätestens 2015 fertig sein. Im Hochspannungsnetz rechnet E.on mit Kosten von etwa 20 Millionen Euro für neue Leitungen.

Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
Januar 2010 (Strompolitik), Januar 2010 (Erdkabel),  September 2009

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
CO2-Speicherung

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Heinz-Werner Arens

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Beihilfe / Beamtenrecht
(ohne Aussprache)
Schulungspflicht für Aufsichtsräte
(ohne Aussprache)
Sozialgericht / Zuständigkeit
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Untersuchungshaft
Kommunalwahlen
Besoldung / Beamtenversorgung
(ohne Aussprache)
Gemeindeordnung / Bürgerbeteiligung
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Minderjährige Flüchtlinge
Antrag:
Politische Führung
Ausschussempfehlung:

Kommunalverwaltung
(ohne Aussprache)

Bericht:

Petitionsausschuss / Quartalsbericht
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Jobcenter / Grundsicherung
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Krankenhäuser / Finanzen
Große Anfrage:
Alleinerziehende
Ausschussempfehlung:
Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Anträge:
Leiharbeit
Behinderte Menschen / Selbstbestimmung
KiTa-Ausbau
Flächendeckende Gesundheitsversorgung
(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Ältere Arbeitnehmer
(ohne Aussprache)
Freiwilligendienste
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Heimopfer / Entschädigungsfonds

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Aktuelle Stunde:

CO2-Speicherstätten
Ausschussempfehlung:
Offshore-Windkraft
Anträge:
Betriebliche Einzelförderung
Solarenergie
Regierungsberichte:

Breitbandnetz-Ausbau

Stromnetze in S-H

F i n a n z e n

Antrag:
Schuldenabbau / Haushalt

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:

...zur Umsetzung des 
neuen Schulgesetzes
1. Lesungen:
Frauenquote für den
UK S-H-Aufsichtsrat
Medien-Änderungs-
staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Master-Studium
(ohne Aussprache)
Inklusion in der Schule
(ohne Aussprache)
Gedenkstätten-Arbeit
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

UK S-H / Markterkundung

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Regierungsbericht:

Zukunftsprogramm 
Ländlicher Raum

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t e n

Ausschussempfehlung:
Ostseepolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schienenverkehr in Europa
Internet / europ. Netzwerk
Arbeitnehmer-Freizügigkeit