Der
Entschädigungsfonds für misshandelte Heimkinder soll
möglichst noch in diesem Jahr eingerichtet werden. Dieses
Ziel nannten Mitte Januar in Berlin Vertreter aller
Bundestagsfraktionen, als der Abschlussbericht des Runden
Tisches an Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU)
übergeben wurde.
Unter
Leitung der früheren Bundestags-Vizepräsidentin Antje
Vollmer (Grüne) hatte sich der Runde Tisch im vergangenen
Jahr auf die Einrichtung einer Stiftung verständigt, die
vom Bund, den westdeutschen Bundesländern und den beiden
großen christlichen Kirchen mit insgesamt 120 Millionen
Euro ausgestattet wird. Das Geld soll an Hunderttausende
ehemaliger Heiminsassen fließen, die in Kinder- und
Jugendheimen geschlagen, schikaniert und zum Teil sexuell
missbraucht wurden.
Viele
ehemalige Heimkinder sind mit
dem Ergebnis unzufrieden
Von den 120
Millionen Euro soll ein Großteil für die Behandlung von
traumatischen Folgeschäden eingesetzt werden. Etwa 20
Millionen Euro sind als Ausgleich für Zwangsarbeiten und
die dadurch fehlenden Beitragszeiten bei der
Rentenversicherung vorgesehen. Viele ehemalige Heimkinder
sind mit dem Ergebnis jedoch unzufrieden und wollen vor
Gericht klagen. Sie fordern eine pauschale Opferrente von
monatlich 300 Euro oder eine Einmalzahlung von 54.000 Euro
für jeden Betroffenen
Im Lande
waren insbesondere die Bewohner des Heimes in Glückstadt
Opfer von körperlichen Übergriffen und seelischen
Verletzungen durch das Personal wie auch durch
Mitbewohner. Im März 2010 hatten die Landesparlamentarier
fraktionsübergreifend ihr tiefes Bedauern über die
Misshandlungen ausgedrückt. Die Geschehnisse im
Landesfürsorgeheim Glückstadt wie auch in anderen
Einrichtungen in ganz Deutschland sind in den letzten
Jahren durch verschiedene Buchveröffentlichungen und
Fernsehdokumentationen in den Blickpunkt der
Öffentlichkeit gerückt.