Die
Markterkundung läuft bis Anfang April. Noch vor der
Sommerpause will die Landesregierung dann ihre
Grundsatzentscheidung über das UK S-H treffen. Im Juni
will der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen für die
Ausrichtung der schleswig-holsteinischen Hochschulmedizin
präsentieren.
Klinikum drückt Investitionsstau in Höhe
von rund 700 Millionen Euro
Schleswig-Holstein
kann den Investitionsstau des Klinikums von rund 700
Millionen Euro nach Überzeugung der Landesregierung nicht
aus eigener Kraft bewältigen. Das UK S-H hat zudem 100
Millionen Euro Schulden aufgehäuft. Das Land hat hingegen
seine Zuschüsse für die medizinischen Fakultäten und
den Betrieb des Klinikums 2010 um 5,4 Millionen Euro auf
127 Millionen Euro reduziert. Der Doppelhaushalt 2011/2012
sieht weitere Kürzungen auf jährlich 122 Millionen Euro
vor. In die Bresche springen sollen nun große
Baukonzerne, Klinikbetreiber, Unternehmen der
Medizintechnik und Banken, an die sich die Markterkundung
richtet.
Vorbereitet
wurde die Markterkundung mit einem harten Sanierungskurs.
Das UK S-H rechnet für das vergangene Jahr laut einer
Anfang Februar vorgelegten Bilanz erstmals mit einer
"Schwarzen Null", nachdem in den Vorjahren stets
ein Minus unterm Strich stand. Kritiker sprechen dagegen
von „Bilanzkosmetik".
Die
Beschäftigten haben in einem Tarifvertrag materiellen
Einbußen zugestimmt, um die Sanierung zu unterstützen
und langfristig die Trägerschaft des Landes zu erhalten.
Sie fürchten bei einem möglichen Verkauf um ihre
Arbeitsplätze. Der 2008 abgeschlossene Tarifvertrag
schließt eine Privatisierung der medizinischen und
pflegerischen Bereiche des Klinikums bis zum 1. April 2015
aus. Hierauf hat auch der Bildungsausschuss des Landtages
im letzten November verwiesen: Der Vertrag ermögliche „keine
Entscheidung für eine Ausgründung des Primärbereichs
der Krankenversorgung des UK S-H im Wege einer materiellen
Privatisierung" bis 2015.