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Auf dieser Seite: Nord-Ostsee-Kanal

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Dringlichkeit:
Keine Verschiebung des Ausbaus der 
Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals
Antrag der Fraktionen von B 90/DIE GRÜNEN, SPD und DIE LINKE - 
Drucksache 17/2302(neu) 
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP - Drs. 17/2314 

Minister de Jager überzeugt: "Die Mittel 
für den Kanal-Ausbau werden kommen"

Kiel (SHL/23.02.) CDU und FDP haben sich in einem gemeinsamen Vorstoß erneut sowohl für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals als auch für die Elbvertiefung stark gemacht. Die Regierungsfraktionen appellierten an die Landesregierung, sich in Berlin dafür einzusetzen, dass die Bagger möglichst zeitnah die beiden Verkehrs-Infrastrukturprojekte in Angriff nehmen. Ausgangspunkt der Debatte war ein Dringlichkeitsantrag von SPD, Grünen und Linken, der ausschließlich auf die Vertiefung des Kanals sowie die Begradigung der Strecke zwischen Königsförde und Kiel-Holtenau zielte. Die drei Oppositionsfraktionen hatten diesen Vorstoß mit Medienberichten begründet, wonach auf "unabsehbare Zeit" kein Geld für den Ausbau des Kanals, der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, zur Verfügung stehen würde.

Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) wertete den 300 Millionen teuren Bau der 5. Schleuse in Brunsbüttel als "Einstieg in die Erweiterung" des Kanals. Weitere Mittel seien für den Ausbau bislang ohnehin nicht in den Bundes-Verkehrswegeplan eingestellt gewesen. Deshalb könne von einer "Statusverschlechterung" nicht die Rede sein. Gleichwohl, so de Jager, werde das Land seine Interessen im Bund wahrnehmen: "Die Mittel für den Ausbau werden kommen", zeigte er sich überzeugt.

CDU warnt: Verkehrsprojekte nicht 
gegeneinander ausspielen

Das Geld für den Bau der Schleuse sei eine "Beruhigungspille", hielt Regina Poersch (SPD) dagegen. Auch die Linken und die Grünen zweifelten an der Bereitschaft des Bundes, mehr Geld für den Kanal locker zu machen sowie am Verhandlungsgeschick der Landesregierung. Lars Harms (SSW) wiederum meinte, dass es sich beim Kanal um eine nationale Angelegenheit handele, weshalb der Bund in der "Bringschuld" sei und andere Infrastrukturprojekte nicht auf der Strecke bleiben dürften.

Hans-Jörn Arp (CDU) warnte die Oppositionsfraktionen grundsätzlich davor, "Verkehrsprojekte gegeneinander auszuspielen". Was den Kanal, die Elbvertiefung, die A20 und die Elbquerung anbelange, gebe es für Schwarz-Gelb nur ein "Sowohl-als-auch". Zudem stellte er fest, dass für die Begradigung des Nord-Ostsee-Kanals das Planfeststellungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen sei. Es gebe also noch gar keine "Baureife".

Weitere Hauptredner: Andreas Tietze (Grüne), Oliver Kumbartzky (FDP), Ulrich Schippels (Linke)

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Hintergrund:
Meldungen aus dem Bundes-Verkehrsministerium alarmieren die Landespolitik: Aus Berlin soll es laut Medienberichten "auf unabsehbare Zeit" keine weiteren Gelder für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) geben. Eine zusätzliche Schleusenkammer in Brunsbüttel hatte der Bund Ende letzten Jahres zwar genehmigt. Die ursprünglich bis 2014 geplante Begradigung der Oststrecke zwischen Königsförde und Kiel-Holtenau wie auch die vorgesehene Vertiefung um einen bis eineinhalb Meter hängen aber in der Luft. In einem Dringlichkeitsantrag rufen Grüne und SPD die Landesregierung auf, sich in Berlin für einen "zeitnahen Beginn" der Bauarbeiten einzusetzen.

Berlin müsse dem NOK, der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, eine "absolute Priorisierung" einräumen, so die beiden Oppositionsfraktionen. Der 300 Millionen Euro teure Schleusenbau in Brunsbüttel reiche nicht aus. Auch aus der CDU verlautet: "Der Ausbau darf nicht weiter verzögert werden."

Die Containerschiffe auf dem Kanal 
werden immer größer

Die Begradigung der Oststrecke würde Schätzungen zufolge mit 130 Millionen Euro zu Buche schlagen. Verkehrsexperten stufen sie als dringend ein, weil derzeit aufgrund der kurvigen Streckenführung keine Schiffe über 250 Meter Länge den Kanal befahren können. 2009 hatte der Bund die Begradigung angekündigt, bis 2014 sollte sie abgeschlossen sein. Auch die Vertiefung soll den NOK für neuere, größere Schiffstypen attraktiv machen. Hier gibt es laut den Berichten zurzeit weder einen Fahrplan noch eine Kostenabschätzung beim Bund.

Laut aktuellen Zahlen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord haben im vergangenen Jahr 33.522 Schiffe insgesamt 98 Millionen Tonnen Ladung durch den Kanal transportiert - dies ist ein Plus von fünf beziehungsweise 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Werte lagen nur knapp unter dem Rekordjahr 2008. Die Schifffahrtsverwaltung vermerkte zudem: Die Schiffe auf dem Kanal werden immer größer. Vor zehn Jahren hatten sie im Schnitt eine durchschnittliche Bruttoraumzahl (BRZ) von 2.600. Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt bereits 4.600 BRZ.

vorherige Debatte zum Thema: plenum-online Januar 2011, August 2011

Stichwort: Dringlichkeitsantrag
Die Tagesordnung einer Landtagssitzung steht zehn Tage vor Tagungsbeginn fest. Ein Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht, kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn das Plenum die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung des Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.

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