Immer mehr Studienanfänger:
Opposition beklagt Unterfinanzierung
der Hochschulen
Koalition: Finanzierung
ist bis 2015 gesichert
Kiel (SHL/22.02.)
Schwarz-Gelb und Opposition sind erneut beim Thema
Hochschulpolitik aneinandergeraten. In einer von den Grünen
anberaumten Aktuellen Stunde warfen SPD, Grüne, Linke und SSW der Koalition mit Blick auf den Anstieg der
Studentenzahlen Misswirtschaft und mangelnde finanzielle Unterstützung
der Universitäten vor. Redner von CDU und FDP und
Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) wiesen die Kritik vehement
zurück.
Das Ministerium verhalte
sich mit "einer bemerkenswerten Kontinuität: lavieren, sich
treiben lassen, aussitzen, überrascht tun", sagte Grünen-Fraktionschef
Robert Habeck und warf de Jager vor, zu spät auf die Situation
reagiert zu haben. Die Folge sei, dass den Hochschulen im Lande
Planungssicherheit und Perspektiven fehlten, so Habeck.
Hintergrund: Die Kultusministerkonferenz
rechnet damit, dass in Schleswig-Holstein
in den Jahren 2012 bis 2020 insgesamt gut 100.000
Erstsemester an die Unis und Fachhochschulen strömen. Die bisherigen Annahmen des Hochschulpakts
II aus dem Jahr 2009 waren von lediglich 94.000
ausgegangen.
Die SSW-Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk warf
der Regierungskoalition vor, die Hochschulpolitik nur unter
finanziellen Aspekten zu sehen: "Alle konzeptionellen
Überlegungen werden in der Garderobe des Finanzministers abgelegt."
Martin Habersaat (SPD) forderte erneut die Landesregierung auf, sich
für die Aufhebung des Kooperationsverbots einzusetzen, damit der
Bund eine "Grundfinanzierung der Hochschule" übernimmt.
Und Björn Thoroe (Linke) verlangte zusätzliche 25 Millionen Euro
für neue Studienplätze.
De Jager: "Noch nie haben wir so viel
Geld
für die Hochschulen ausgegeben
CDU und FDP hielten der Opposition dagegen vor,
"alle paar Wochen" das Thema Hochschulpolitik auf die
Tagesordnung zu setzen, "ohne dabei neue Erkenntnisse zu
bringen". Die Hochschulfinanzierung sei bis zum Ende des
Hochschulpaktes II im Jahr 2015 gesichert, erklärten Daniel
Günther (CDU) und Kirstin Funke (FDP).
Auch Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) wies
die Kritik der Opposition zurück: "Sie rufen ständig einen
Notstand aus, der ja nicht eintritt. Ihr Aufguss wird dabei immer
dünner." Die Grundfinanzierung der Hochschulen sei zwischen
2009 und 2012 um fünf Prozent gestiegen: "Noch nie haben wir
so viel Geld für die Hochschulen ausgegeben, wie in diesem
Doppelhaushalt", so de Jager.
Probleme sieht der Minister aber nach dem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts zur Besoldung von Professoren
hinaufziehen. Hier brauche es eine bundesweite Abstimmung, um zu
einer einheitlichen Lösung zu kommen, so de Jager.