Kindergesundheit: Gefahren
lauern überall
CDU-Antrag erntet breite
Zustimmung
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Kiel (SHL). Die Gesundheit von
Kindern sieht sich einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Dazu
gehören falsche Ernährung, Drogenmissbrauch und Kinderarmut.
Nachdem zuletzt im September 2002
ein Regierungsbericht zur Lebenssituation von Heranwachsenden in
Schleswig-Holstein vorgelegt worden war, forderte nun die CDU
einen ausführlichen Bericht zur Kindergesundheit im Land. Er
soll unter anderem auf besondere Gesundheitsrisiken und
Erkrankungen im psychiatrischen Bereich eingehen. Im Parlament
stieß der Antrag auf positive Resonanz.
"Die
Gesundheit unserer Kinder sollte es uns Wert sein, regelmäßig
über positive gesundheitliche Entwicklungen und neue
gesundheitsschädigende Risiken informiert zu sein",
begründete Werner Kalinka (CDU) den Antrag - und erntete
damit ungewohnte Zustimmung der SPD: Deren
Abgeordneter Arno Jahner sicherte der parlamentarischen
Konkurrenz Unterstützung zu. Gleichwohl, so Jahner,
müssten dafür die Mittel zur Verfügung stehen: "Wir
erwarten den Bericht bis Ende 2006."
Für die Unterstützung der
Kommunen durch das Land bei der Umsetzung von
Präventionsmaßnahmen sprach sich die FDP-Abgeordnete Veronika
Kolb aus. So würde die Vernetzung verschiedener Institutionen
ermöglicht und gesundheitlichen Fehlentwicklungen vorgebeugt.
Ministerin weist Vorwürfe
zurück
Auch die Abgeordneten Angelika
Birk (Grüne) und Silke Hinrichsen (SSW) befanden
den Antrag der CDU für notwendig. Birk kritisierte aber, dass
Bereiche wie etwa Gesundheitsgefährdung durch chemische
Umweltverschmutzung, Autoverkehr oder Bewegungsmangel ausgespart
worden seien.
Gesundheitsministerin Heide Moser
(SPD) verwies auf bereits unternommene Bemühungen ihres
Ministeriums, umfassende Informationen über die gesundheitliche
Situation der Kinder und Jugendlichen in Schleswig-Holstein zu
sammeln. Einen Vorwurf der CDU, auf diesem Gebiet nachlässig
gearbeitet zu haben, wies sie zurück.
Der Antrag wurde einstimmig an
den Sozialausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Verschiedene
Faktoren beeinträchtigen die gesunde Entwicklung von
Kindern in modernen Industriegesellschaften:
- Falsche Ernährung - Allergien und
Übergewicht können die Folge sein.
- Die wachsende Zahl der Ehescheidungen
- in Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der
Trennungen seit 1970 mehr als verdoppelt, auf 7641 im
Jahre 2001. Kinder sind die Haupt-Leidtragenden dieser
Entwicklung.
- Armut –-45.000 Kinder lebten im
Jahre 2000 in Schleswig-Holstein von Sozialhilfe.
- Drogen – das
"Einstiegsalter" in die Volksdrogen Alkohol
und Nikotin sinkt beständig. Das Durchschnittsalter
bei der ersten Zigarette liegt bei 11,3 Jahren.
- Schäden in der Schwangerschaft –
Fehlbildungen (zum Beispiel Spaltbildungen in Kopf und
Wirbelsäule) können bei rechtzeitiger medizinischer
Beratung der Mütter verhindert werden.
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